Zaunkönig
Geschrieben von Johannis am 20. Februar 2008 um 10:54 Uhr
Und weiter geht es mit brutalstmöglicher Häme, die natürlich nur unsere gebeutelten Großkopfeten trifft, weil sie ihren mehr oder weniger ehrlich erworbenen Reichtum mit vollen Händen, ach was, Schüppen! über den europäischen Gartenzaun gewuppt haben. Nach Liechtenstein, in einen Zwergstaat, der global betrachtet keinerlei Bedeutung hat, außer für die 75.000 Briefkastenfirmen, die dort gute Luft und Ministeuern genießen.
Und natürlich für Zumwinkels & Co. Wie läuft das? Man legt eine Stiftung an, die nur einen Zweck hat, nämlich die Versorgung der eigenen Familie. Steuersatz 0,6 % jährlich, das kann man locker vom Zinseszins berappen. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein ist da großzügig, schließlich hat er nicht allzu viele Untertanen zu versorgen und 0,6 % von etlichen Milliarden sind eindeutig mehr als Krümel im Bett. Oder besser als mit dem nassen Regenschirm ins Auge gepiekt und dann auch noch aufgespannt. Genug Sprüche!
Mächtig Sprüche macht nun aber selbiger Erbprinz von und zu Dingsbums und riskiert dabei eine ähnlich fette Lippe wie kürzlich Herr Erdogan. Germanen-Bashing ist offenbar angesagt in diesem Frühjahr, auch wenn eigentlich noch Winter ist. Unser Steuersystem sei das mieseste weltweit, schlimmer noch als das von Tahiti. Wir sollten das Geld, das der BND seinem Informanten in den Hals geworfen hat, lieber in eine anständige Steuerreform investieren. Er zetert über die kriminelle Energie der Deutschen und beklagt den „Angriff auf Liechtenstein“. Sein Justizminister und stellvertretender Regierungschef Klaus Tschütscher – noch ein Klaus und ein echt blöder Nachname – haut in die gleiche Kerbe und droht uns mit rechtlichen Schritten. Zum Glück haben die keine Atombombe.
Hört mal, Jungs, ihr seid echt mutig. Klingt aber alles ein bisschen wie früher, wenn man den frechen Bengels, die einem grad die Murmeln abgeknöpft hatten, nachrief: „Ich sag’s meinem großen Bruder, der kommt und pinkelt bei euch an’s Kellerfenster.“ Und natürlich hatte man nur ’ne rotznäsige Schwester. Ihr Liechtensteiner habt zwar das weltweit höchste Bruttoinlandsprodukt und verdient pro Nase 90.000 Öhrchen, aber ob ihr das wirklich verdient habt? Eigentlich seid ihr doch nur ein Wurmfortsatz der Schweiz, ohne eigene Währung und kaum jemand würde euch vermissen, wenn ihr mitternächtlich von einer zügellos glühenden Erdspalte verschluckt würdet.
Ingo Insterburg und seine Blödelbarden reimten vor gefühlten hundertunddreißig Jahren: „Fremder kommst du nach Liechtenstein – tritt nicht daneben, tritt mitten hinein.“ Die Konnotation zur Hundekacke war damals und ist jetzt wieder bewusst gewählt. Herr Tschütscher kann mich ja verklagen, wenn er will.
Und Tschüss!


