Winnetou im Sabbatjahr
Geschrieben von Johannis am 18. August 2010 um 09:24 Uhr
Sebastian Frankenberger, edler Nichtraucherschützer und langhaariger Streber, braucht neuerdings Personenschutz. Und das ist auch gut so, würde Wowereit sagen. Basti ist, wie ich bereits freudig berichtete, der unermüdliche Initiator des bayerischen Volksentscheids gegen das Rauchen in Kneipen. Er war doch tatsächlich blöd genug und tauchte kurz nach Inkrafttreten des Nikotinnazigesetzes in den Bierzelten verschiedener bayerischer Gemeinden auf. Krachledern in Bajuwarentracht, begleitet von einem Kamerateam der ARD, und in der Pose des rechtschaffenen Johnny Controletti. Leider hat er das Bad in der Menge überlebt, aber es fehlte nicht viel, und erboste Zecher hätten ihm den Schädel mit Maßkrügen eingeschlagen. Kellnerinnen schlitzten schon die ersten Kissen auf und Dachdecker holten bereits Teer von einer nahe gelegenen Baustelle. Doch kurz bevor man ihn teeren und federn konnte suchte Basti erschrocken das Weite.
Dort wird er jetzt notgedrungen eine Weile bleiben und verkündete daher eine einjährige Bierzeltpause. Wenn das bloß reicht. In Deggendorf und Waldkirchen wurde er ausgebuht und hat Zeltverbot, und angeblich wird er von München bis Rom auf der Straße angepöbelt. Tja. Vielleicht sollte er das Sabbatjahr für Friseurbesuche und Konsultationen beim plastischen Chirurgen nutzen, dann klappt’s auch wieder mit dem Kneipengang. Oder er trägt eben Perücke, wie früher, als er im Rokoko-Outfit den Fremdenführer gab (lesenswerte Kommentare in der Süddeutschen Zeitung). Ganz besonders getroffen hat unseren aufrechten Basti übrigens das Lokal-Verbot in der Vereinskneipe der deutsch-österreichischen Gesellschaft im Innviertel. Herr Frankenberger ist bei dem Verein Schriftführer.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«



also ich schreibe meine polemik ja grundsätzlich immer und aus prinzip ohne recherchen, einfach so aus dem bauch raus. ein kleiner blick auf wikipedia vieleicht um den namen richtig wderzugeben, aber sonst… das unser basti aber nun schriftführer bei der deutsch-österreichischen gesellschaft ist.. herrlich!
@perlenschwein,
jetzt führe ich Dich mal zu mir, in der Hoffnung, Du erschlagest mich weder mit einem Masskrug noch schickest mir danach den Basti hinterher:
Dieses rein rasierte Jüngelchen ist beschrieben unter:
«Rauchverbot Bayern: Dem Heiligen ist alles rein»
Da gibt’s denn auch ein Bildchen dieses Reinlings.
Alles in allem:
Einerseits sollte Basti noch etwas an seiner Heiligkeit arbeiten, andererseits wäre ein geteerter Frankenberger in gewisser Weise gegen sämtliche schädlichen Umwelteinflüsse imprägniert und, verlagerte man ihn für alle Zeiten in einen Glassarkophag, eine Wohltat für die Welt.
@quantensprung:
Sehr schön, sehr schön – wusste ich’s doch, dass Basti eigentlich ein blasser Typ ist. Muss der sich überhaupt schon rasieren, oder kann er – wie wir Norddeutschen gern sagen – sich die drei Stoppeln auch einmal pro Woche mit einer trockenen Semmel abschaben?
Zum Thema “geteerter Frankenberger” fällt mir nur dies ein: Wer den Mitmenschen verwehrt, dass sie sich von innen teeren, darf sich nicht wundern, wenn er von außen geteert wird. So isses doch, oder?
Danke schön, für das beeindruckende Zitat!
Noch im Zustand voller Erbauung kam mir frei assoziativ die Idee, man könnte das Desaster mit Google-Street-View im Herbst datenschutzmässig gleich mit dem «Gesetz zur Erlaubnis der allgemeinen Teerung des Menschen» verbinden.
Eine Verankerung in den «Human Rights» wäre selbstverständlich.
Das Gesetz braucht es unbedingt, nicht nur der Teerung des Menschen per se, sondern des schlichten Teers wegen! Die Merkel, aufgewachsen mit Kohleheizungen und eben auf Energie-Tour, liesse sich sicherlich zwecks wirtschaftlichen Aufschwungs gewinnen für den Bau von Teeröfen.
Insbesondere Kettenraucher kämen so wieder zu höherem Ansehen, da sie aufgrund ihrer bereits vorgeteerten Lungen weniger Material bräuchten und so dem merkelschen Sparprogramm voll entsprächen.
So könnte man bedenkenlos den Harz, den Bayerischen Wald, den Taunus und die Eifel roden. Zum einzigen Hemmnis könnte nur noch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble werden, der sofort mit einer Sondersteuer auf die Teerungen aufwartete. Janu, dem könnte man mit einer Aussenteerung a priori eventuell abhelfen …