Westerwelle begeht Selbstmord
Geschrieben von Johannis am 27. August 2010 um 08:59 Uhr
Endlich die Schlagzeile, nach der manch aufrechter Mitbürger sich sehnt. Tja, und auf die man wohl noch etwas länger warten muss, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Erstens sind spektakuläre finale Abgänge bei den Liberalen durchaus nichts Besonderes, man denke an den letzten Absprung von Jürgen Möllemann, und zweitens lässt sich der Geisteszustand unseres Außenministers und FDP-GröFaZ nur mit jenem Wort beschreiben, das in den letzten Wochen als Bezeichnung für die Lage am Golf von Mexiko, in Pakistan und Russland in aller Munde war – katastrophal.
Warum ich, bekanntermaßen FDP-Verächter von bestem Schrot und Korn, eigentlich in den letzten Monaten so wenig über Guido und Konsorten geschrieben habe, fragte sich mancher Leser eventuell. Ganz einfach. Wenn dein Nachbar ein brutzelbraunes Brathähnchen aus dem glutheißen Ofen zerrt und es unter wüsten Verwünschungen aus dem Fenster schmeißt, weil das Geflügel mit der Stimme des Teufels zu ihm gesprochen hat, und er danach nackt im Mondschein über den Hinterhof tanzt, das nahende Ende der Welt verkündet und seinem treuen Schäferhund die Kehle durchbeißt, ist das ein Ereignis. Darüber redet man in der Nachbarschaft, vielleicht sogar noch einige Wochen später. Zieht der Typ aber jeden dritten Tag so eine Wahnsinnsshow ab, dann nervt das nur, ist kaum der Rede wert und allenfalls ein guter Grund, ihn in die geschlossene Psychiatrie einweisen zu lassen. So ungefähr ist das mit Guido. Am besten ignorieren.
Obwohl, man wundert sich ja regelrecht, was mit ihm los ist, wenn er mal für eine Woche seine Schnauze hält. Wie nach der vergeigten Landtagswahl hier in NRW. Aber es dauert nicht lange und sein gequältes Ich gewinnt die Oberhand im Dschungel dieser gespalteten Persönlichkeit, er kann sein Sendungsbewusstsein nicht mehr kontrollieren und der Wahnsinn bricht aus ihm heraus wie Eiter aus einem überreifen Karbunkel. Dann schwappt die Westerwelle durch unser Land und der Indus wirkt dagegen wie ein müdes Bächlein. Unerwartet positive Konjunkturentwicklung in Teutonien – also müssen sofort die Steuern runter. Natürlich. Deshalb schmeißt der Nachbar ja auch das teuflische Hähnchen aus dem Fenster. Weil er im Irrsinn gefangen ist, einfach nicht anders kann. Außerdem muss Guido, der ja das tollste Alphatier im ganze Politzoo ist, den anderen Wahnsinnigen bei jeder unpassenden Gelegenheit übertrumpfen. Wen ich jetzt meine, da gäbe es doch reichlich Auswahl innerhalb der schwarzgelben Koalition? Verzeiht mir bitte die mangelnde Deutlichkeit, ich beziehe mich auf Herrn Seehofer, den christlich-sozialen Chefehebrecher und bajuwarischen Trittminenleger.
Wer diese beiden Kerle als Freunde hat, braucht wahrhaftig keine Feinde mehr. Meine Sympathien für Mutti Merkel halten sich bekanntlich sehr in Grenzen, aber wenn ich an Horst und Guido denke, tut sie mir leid. Manchmal. Anders als bei Guido muss man sich um Horst keine Sorgen machen, der neigt nicht zu Empfindlichkeiten und ist kein Kandidat für den unbedachten Suizid. Er hat offenbar einige Gene vom alten Franz Josef Strauß, was aber bei der früher sehr verbreiteten Inzucht in abgelegenen bayerischen Bergdörfern nicht weiter verwunderlich ist. Seehofer verhält sich zwar ähnlich verhaltensauffällig wie die Westerwelle, erinnert dabei aber mit seinem Grinsen und dem irrlichternden Blick eher an jenen feigen Kampfstier, der sich neulich in Tafalla vor den Toreros drückte, aus der Arena hüpfte und dann wahllos auf das arglose Publikum eintrampelte. Gute Aktion übrigens, die in Spanien hoffentlich für ein landesweites Stierkampfverbot sorgt – die Katalanen haben ja bereits dafür gestimmt. Aber das ist heute nicht mein Thema.
Anders als in dem abgebrühten Machtpolitiker und dauerlächelnden CSU-Haudegen Horst, der garantiert schon kurz nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik einen gut bezahlten Posten in der Industrie bekleiden wird, steckt in Guido eine extrem verwundbare Kinderseele. Sein endpeinliches Betteln um Aufmerksamkeit, Liebe und Anerkennung, egal ob bei uns Wählern oder den ihn verachtenden Medienfuzzies, kann daher nur tragisch enden. Keiner mag ihn und das wird selbst jemand mit derart minimalem Realitätsbezug wie Guido nicht endlos verdrängen können. Spätestens, wenn die chaotische Tigerentenkoalition zerbricht und man Birgit Homburger (Spitzname Pitbull-Biggi) zur FDP-Parteivorsitzenden wählt, ist es mit Scarface Westerwave vorbei. Eine Zeitlang wird er seiner bärbeißigen Nachfolgerin dabei zuschauen, wie sie die Liberalen soweit auf Kurs trimmt, dass die 5-Prozent-Hürde mit viel Anlauf wieder überwindbar wird, und dann kommt Guidos Zusammenbruch.
Wenn Westerwelle merkt, dass man ihn nicht einmal mehr hasst und er schlicht vergessen wird, beginnt die Zeit der Tragik. Sein Lebensgefährte Michael Mronz wird ihn verlassen – kein Mann hält es ewig mit einem neurotisch-größenwahnsinnigen Sensibelchen aus – und Guido wird Hand an sich legen. Nein, nicht da. Er springt von einer Brücke (Erfahrung mit Fallschirmen hat er hoffentlich nicht, oder?) oder lässt sich haideresk bei überhöhter Geschwindigkeit aus der finalen Kurve tragen. Und dann wird die BILD, Deutschlands Sudelblatt Nummer eins, in nur oberflächlich mit Pietät verbrämter Häme titeln: Westerwelle begeht Selbstmord. Wartet es ab und erinnert euch an meine Worte. Kann ja nicht mehr lange dauern.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«



Aufrechte FDPler sind Fallschirmspringer!
Der Methoden gibt es viele: In Deutschland machen Politiker den Schirm zu, in Österreich ziehen sie sich selber aus dem Verkehr.
@Hamudistan:
Genau! Dazu fällt mir der hier ein:
Westerwelle und Mronz gewinnen im Preisausschreiben einen Absprung mit dem Fallschirm. Im Flugzeug erhalten sie eine Einweisung: “Sie springen aus dem Flugzeug und ziehen dann an der linken Leine, sodass sich der Fallschirm öffnet. Sollte dies ohne Erfolg bleiben, ziehen sie an der rechten Leine, dann öffnet er sich ganz bestimmt. Wenn Sie dann unten sind, wartet dort ein Bus und bringt sie zurück zum Flughafen.” Die beiden springen also raus, ziehen an der linken Leine, aber es passiert nichts. Dann ziehen sie an der rechten Leine, aber der Fallschirm öffnet sich immer noch nicht!
Daraufhin ruft Guido: “Du Schatz, ich glaube die haben uns reingelegt! Wenn wir unten sind, ist der Bus bestimmt auch nicht da!”
Liebes @perlenschwein
Jetzt sitze ich, nach dem Auskotzen über die Schweizer Initiative zur Todesstrafe mit hechelnder Schnauze hinter der Tastatur, und Du kommst mit Westis Suizid,
Donnerwetter!
Hätten die Eidgenossen das Ding mit der Todesstrafe nun doch installiert, liesse sich Westi auf Wunsch relativ einfach und schmerzlos in die ewigen Jagdgründe befördern.
Ich fühle mich nun besonders schlecht, nach den zwei Tagen Einsatz gegen das Abenteuer «Todesstrafe Schweiz» und müsste eigentlich bedauert werden.
Genau: Bedauert!
Und ich sage: «Bedauert.»
Und ich sage Ihnen allen: «Beeedauuuert!»
Falls mich keiner gehört hat, mein Vorschlag:
Europa braucht seinen zentralen Suizidhügel – die Judenbuche hatten wir ja schon…
Darunter ist ein tektonisch stabiles und gegenüber dem Meeresspiegel eindeutig erhobenes Plateau zu verstehen, auf das sich zu Testzwecken vorerst Politiker mit ihren Fans begeben können, um dem irdischen Dasein zu entfliehen.
Selbstverständlich würde von Google-Street-View alles verpixelt werden müssen, staatliche Überwachungskameras und YouTube hingegen dürften alles spiegeln, die BILD wäre ohnehin dabei.
Nachdem wir das hätten, zur Namengebung des Projekts:
In Anlehnung an Westis Englischkenntnisse ordere ich mal: «European Suicide Hill»
In aller Bescheidenheit möchte ich hinzufügen, dass nebst mittelalterlichen Möglichkeiten des: Sich-Hängen, -Köpfen-, -Vierteilen-Lassens dort auch Fallschirme bereitstehen sollten. Dazu käme noch das ganze chemische Arsenal und jenes mit Schusswaffen, dem Allerlei der Sprengkörper und viel anderes.
Ich hoffe doch sehr, damit auch @hamudistans Bedürfnisse abgedeckt zu haben.
So, nun bin ich sicher, Deinen Ideen gedient zu haben, wünsche allen Willigen ein munteres finales Erlebnis und verbleibe
Mit freundlichen Grüssen
quanti
Erschreckend niveaulos!
Absolut genial!
@Hamudistan:
Zumindest bis zum Aufprall.
@Lupe, der Satire-Blog:
Aber wahrscheinlich hat die FDP kein Geld von Saddam Husssein angenommen. Hoffentlich.
@Guantensprung:
Vielen Dank für den ausführlichen und unterhaltsamen Kommentar. Es tut mir sehr leid, dass du dir soviel Mühe mit deinem Beitrag gemacht hast und dir nun die nachträgliche Sinnfrage stellst. Deshalb rufe ich alle Leser – ach was, die Völker der Welt – auf, dich zu bedauern! Ganz dolle!!
Deine elaborierten Vorschläge erinnerten mich zart an einen Beitrag, den ich im November vergangenen Jahres unter dem Titel Servicepoint für Selbstmörder schrieb. Vielleicht können wir ja mal ein Brainstorming machen, wie sich beide Konzepte miteinander verknüpfen lassen. Wünsche ein erholsames Wochenende mit viel erquicklichem Selbstmitleid.
@Jörg B und Thomas D:
Tauscht doch mal eure Kontaktdaten miteinander und diskutiert das in Ruhe aus.
Nachtrag: Es gilt die alte Volksweisheit: Selbsterkenntnis ist der der erste Schritt zum Selbstmord.
Du meine Güte @perlenschwein, da hast Du recht: Der Servicepoint ist in der Tat ein ähnliches Unternehmen, bloss detaillierter als Suicide Hill. Für Deine entworfene Elektronik wäre der Hügel perfekt, könnten so doch Wasserschäden grösstenteils vermieden werden.
Dazu käme auch die Sache mit @jörgs «Niveaulosigkeit» hin: Also bitte schön, ein Hochplateau besitzt ja doch denn schon ein gewisses davon …
Da die Sache etwas exponiert in Sachen Blitzschlag wäre, könnten wir die Merkel alias Iron Lady, falls sie den Westi begleitete, nach ihrem kalten Abgang gleich in einen Blitzableiter umgiessen.
Der Bolzenschuss aus Servicepoint gefällt mir besonders!
Ich liebe Bolzenschüsse!
Allerdings müsste man den Westi, so er zu dieser Merhode griffe, besonders im Auge behalten, der jagt sich das Ding sonst woanders rein …
Auch der Begriff «Ausweiden» mag ich auch sehr. Der verleiht dem Ganzen stets einen Ausdruck von Transparenz und nachhaltiger Einsicht, alles Dinge, die gerade in der Phase der Entstehung eines neuen Datenschutzgesetzes immanent wichtig werden.
Das weltweite Bedauern hat gut getan!
Da Burnout sich langsam zur Volkskrankheit entwickelt, sollte man vielleicht den wöchentlichen «Tag des Bedauerns» installieren. So ein wöchentliches Innehalten entlastete zudem das Suicide-Projekt enorm, falls sich ein riesiger Ansturm auf finale Lösungen entwickelte.
Schönes WE allerseits!
quanti
@Quantensprung:
Vielleicht könnte man Dein Projekt mit http://www.friedw.de/Startseite.AxCMS?ActiveID=1001 verknüpfen? Das würde Transportkosten sparen.
Was für ein Arschloch bist Du doch, Johannis.
Denk mal nach, was Menschen in den Selbstmord treibt:
solche Artikel wie der von Dir, zum Beispiel.
Du bist ein Mitschuldiger. Verantwortung kennst Du nicht.
Denk mal darüber nach.
Viele Grüsse.
@Hans Reichardt:
Hab ich was verpasst? Wohin soll ich das Geld für die Kranzspende überweisen?
@Guido Westerwelle:
Bitte lesen Sie den Beitrag oben nicht. Und falls Sie es doch schon getan haben, begehen Sie bitte auf keinen Fall Selbstmord. Wir können auf Sie nicht verzichten, zumindest nicht, solange die FDP noch existiert. Bei der Vernichtung der Chancen Ihrer kropfüberflüssigen Liberalenclique haben Sie dem deutschen Volk bereits wertvolle Dienste geleistet, dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.
Würde Guido das lesen, hätte es in der ARD doch bestimmt bereits einen Brennpunkt Spezial gegeben.
Hach, wäre das schön, könnte man Politiker so einfach
abschreibenwegschreiben. Aber momentan funktioniert ja nur wegkopieren.