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Vilkomen in Doitschlant

Geschrieben von Johannis am 25. Juni 2010 um 08:57 Uhr

Ich gehöre zur aussterbenden Gattung der Deutschen mit soliden Kenntnissen der Landessprache, kann sie sprechen, lesen, schreiben und oftmals sogar verstehen. Nachweise sind hoffentlich nicht nötig, außerdem habe ich seit Geburt den deutschen Pass. Obwohl, früher wurden reisende Kleinkinder doch irgendwie in die Papiere der Eltern eingetragen, oder? Egal, tut nichts zur Sache. Sache ist, dass in diesem Land bald niemand mehr Deutsch spricht und versteht. Wie bald? Moment, das rechne ich gleich vor. Erst noch ein Exkurs.

Beim aktuellen bundesweiten Schulleistungsvergleich schnitt Bremen, wie alle Stadtstaaten mit ihrem hohen Migrantenanteil, superschlecht ab. Ich habe früher in Bremen gewohnt und kenne die Stadt gut, war dort unter anderem jahrelang als Taxifahrer unterwegs. Bestimmte Viertel wie Oslebshausen, Gröpelingen, Huchting oder die Grohner Düne kann man heute nur noch mit einem dreisprachigen Dolmetscher besuchen. Der muss Türkisch, Russisch und Arabisch können, praktisch sind außerdem einfache Deutschkenntnisse und eine geladene Faustfeuerwaffe.

Jetzt aber mal im Ernst: Seit 2005 müssen ausländische Neubürger einen Integrationskurs machen, wenn sie sich „nicht auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen können“. Das gilt natürlich nicht für Alt-Immigranten wie Mahmud und seine Frau Ayshe, die 1967 für geplante zwei Jahre als Gastarbeiter ins Ruhrgebiet kamen, dann aber hier blieben und seitdem leider keine Gelegenheit zum Erlernen der Landessprache fanden. Schwamm drüber. Von 2005 bis 2008 haben insgesamt 484.322 Migranten den Integrationskurs begonnen, gut zwei Drittel derer, die gesetzlich dazu verpflichtet waren. 248.488 sind bis zum Ende des Kurses dabeigeblieben, 173.312 gingen zur Abschlussprüfung und 115.732 haben bestanden. Ein knappes Viertel aller, die den Kurs begonnen hatten. Tja. Übrigens, das zuständige Ministerium gibt in diesem Jahr mindestens 204 Millionen Euro für solche Kurse aus.

In Deutschland leben aktuell 15,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, ein Fünftel der Gesamtbevölkerung. Ihnen sind gut ein Drittel aller Geburten zu verdanken, wobei Tilo Sarrazin folgender Behauptung wohl zustimmen würde: Je rückständiger und weniger integriert, desto fruchtbarer. Wenn man nun die aktuelle Sterblichkeit der Altdeutschen, das Vermehrungsverhalten deutschstämmiger Mitbürger bei allgemein nachlassender Zeugungswilligkeit und sinkender Spermienqualität, die Proliferationsrate integrationsunwilliger Migranten unter Einbeziehung der Ergebnisse des letzten Schulleistungsvergleichs und bei Berücksichtigung des Programmschemas der wichtigsten Privatsender in eine prognostische Formel einfließen lässt, lautet das Ergebnis: Am 27. März des Jahres 2063 stirbt der letzte Germane, der urdeutsches Kulturgut wie „Durchs wilde Kurdistan“ und „Winnetou“ (Bände 1 bis 3) noch im Original lesen konnte. Sorry, aber so isses eben.

Jetzt wird mancher Leser einwenden, dass dann bei uns sicher mehr Englisch gesprochen wird. Well, I wouldn’t mind that but trust me: The bloody ouslender speak only three words of Her Majesty’s fine language and they are fuck, fucking and motherfucker. Apart from this rock-solid fact waren die Ergebnisse des Schulleistungsvergleichs in Bezug auf die Englischkenntnisse der Neuntklässler mit Migrationshintergrund ein triftiger Grund, um sich sofort aus dem Fenster zu stürzen. From the top floor.

So, what to do? Auswandern vielleicht. Wohin bloß? Vielleicht zu den Amish nach Pennsylvania. Die sind mit ihren Pferdekutschen so angenehm klimafreundlich, Konsumterror kennen sie nicht, und außerdem sprechen sie meist noch ganz ordentlich Deutsch. So eyh, isch jetz Schluss habbe. Flasche leer.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

6 Kommentare zu “Vilkomen in Doitschlant”

  1. T.M.

    Flasche leer? Um 8:57? Mein lieber Schwan …

    Was Pennsylvanien betrifft: auch nur die Alten. Die Jungen verstehen kein Wort.

    Im Übrigen frage ich mich immer, ob Deutsch ein Migrationsproblem ist. Richtig schreiben kann heute oft auch der nicht mehr, der Deutsch als seine Muttersprache angibt. Eine klare Folge der Rechtschreibreform. Und wer nicht richtig schreibt, der spricht auch nicht richtig. (Lesen muss er ja ohnehin nicht mehr.)

  2. nömix

    Ein Drittel aller Deutschen unter 20 kann richtig lesen.
    Ein Drittel kann richtig schreiben.
    Ein Drittel kennt einen, der richtig lesen und schreiben kann.

  3. Joe

    2063 stirbt der letzte Germane? Was soll das denn bitte? Ich gehe eher davon aus dass sich die Bevölkerung in Deutschland bis 2063 auf 40 Millionen halbieren wird, aber dafür sind wir
    ja wohl selbst verantwortlich. Und 204 Millionen für Deutschkurse sind doch wohl lächerlich? Soviel haben die “Germanen” allein während der WM an Bier versoffen..

  4. Joe

    Ich nochmal. Ich mag die Perlen die du vor die Säue wirfst fast immer sehr gerne und konnte auch gut lachen. Aber das hier ist doch einfach nur blöd. Hätte von der Bild sein können. Bei der Integrationspolitik wird soviel verkehrt gemacht dass wir uns wirklich nicht wundern müssen.

    Vorgestern saß ich übrigens mit Afrikanern und Türken in der U-Bahn und haben teils amüsiert, teils ungeduldig gewartet dass wir weiterfahren konnten, weil sich zwei Deutsche Glatzen mit Deutschland-Blumenkette um den Hals ihrer Pittbulls aufs Peinlichste drangsaliert haben…

  5. Johannis

    @Joe:
    Vielen Dank für deine Kommentare. Es ist nicht schlimm, wenn du nicht meiner Meinung bist, und ich freue mich, dass dir meine Beiträge oftmals gefallen. Die ironische Note des Artikels ist dir sicher nicht entgangen, oder?

    Beim Thema Integration hat sich meine Sicht, obwohl ich seit Ewigkeiten nur linksgrün wähle, in den letzten Jahren geändert. Nicht zuletzt durch die Tatsache, dass man hier in Dortmund wunderbar die Parallelgesellschaften studieren kann und auf der Straße jedes dritte Gespräch nicht mehr versteht. Die Illusion der Multikulti-Idylle ist ein gescheitertes Konzept, und nicht nur ich fühle mich zunehmend fremd in Deutschland. Zum Glück wird meine Lebenserwartung erschöpft sein, bevor der Nachwuchs jener Leute groß ist, die weder die Landessprache noch Basistugenden beherrschen. Und ja, auch unter jungen Deutschen mangelt diesbezüglich es an vielem.

    Lies doch mal in der ZEIT nach, was mich zu dem Text oben inspirierte. http://www.zeit.de/2010/25/DOS-Deutschstunde

    Beste Grüße aus Dortmund

  6. Joe

    Ja das war doch eigentlich ein sehr schöner Artikel der Zeit!?
    Passend dazu würde ich auch noch mal Kommentar #2 von Ranjit
    lesen.

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