Urlaubsgeld für Gotteskrieger
Geschrieben von Johannis am 28. Januar 2010 um 09:12 Uhr
Nun trifft die Weltwirtschaftskrise auch das afghanische Terrorbusiness und sorgt für Kurzarbeit und betriebsbedingte Kündigungen. Da kommt die neue Afghanistan-Strategie der Bundesregierung mit Subventionen in Höhe von 50 Millionen Euro gerade recht. Bei Stellenverlust, Burn-Out-Syndrom oder dem Wunsch nach beruflicher Veränderung wird Taliban-Kämpfern ab sofort mit den bewährten Methoden des Sozialstaats geholfen.
Die deutsche Botschaft in Kabul stellt arbeitslosen Gotteskriegern unbürokratisch Einreisevisa aus und arbeitete mittlerweile in Sonderschichten, denn vom Dschihad enttäuschte Terroristen erhalten uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Umschulungen, Kurzarbeitergeld und ABM-Maßnahmen sind erst der Anfang, zusätzlich wird mit Bonuszahlungen belohnt, wer probeweise die Waffen strecken möchte. Seien Sie also bitte nicht überrascht, wenn vor Ihnen an der Supermarktkasse ein bärtiger Paschtune steht. Wahrscheinlich will der Mann auf dem Weg zum Job-Center nur ein paar Kleinigkeiten einkaufen, seine Kalaschnikow ist bestimmt nicht mehr geladen.
Falls er eine Panzerfaust geschultert hat, sollte Sie das nicht weiter beunruhigen. Jeder weiß doch, wie schwer man liebgewonnene Gewohnheiten ablegt. Belehren Sie den Aussteiger möglichst nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern fragen Sie zum Beispiel nach dem Wetter in seiner Heimat. Zeigen Sie höfliches Interesse, so ergibt sich ein lockeres Gespräch und schnell ist das Eis gebrochen. Die Taliban sind Menschen wie du und ich, wir sollten vorbehaltlos mit ihnen umgehen. Versuchen Sie es mit Freundlichkeit, dann bittet man sie vielleicht zum Tee in die nahe gelegene Moschee und zeigt ihnen dort, wie kinderleicht es ist, ertappten Dieben mit einem einzigen Schlag die Hand abzuhacken.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«



Der Ratschlag, mit einem georteten Taliban ein lockeres Gespräch zu entwickeln, brachte mich in eine hyperverquere Situation, die noch heute gelöst werden sollte! Wenn Sie schon Ratschläge über den Umgang mit Talibans veröffentlichen, hätten Sie bedenken müssen, dass Bürger wie ich, die absolut dem humanitären Gedanken frönen, unbedingt eine Gebrauchsanweisung zur effizienten Behandlung dieser Spezies benötigen!
Der Taliban lief mir vormittags nach der lockeren Handzeichen-Kommunikation nach und guckte mich schließlich derart herzzerreissend an, bis ich ihn in meine gute Stube ließ.
Nun sitzt er da, die Panzerfaust auf den Teetisch gelegt, die Kala zwischen den Knien, guckt KIKA und isst mir die ganzen Semmeln weg. Der ist überhaupt nicht mehr auf ein Gespräch erpicht, trotz meiner immensen Bemühungen, ein talibanisches Wörterbuch zu finden und unter Anwendung ortsspezifischer Grammatik lustige Sätze über die Wetterlage zu formulieren.
Dazu liess er sich bei seinem Versuch, vom Balkon aus mit seiner Panzerfaust keck schwebende Schneeflocken abzuschiessen, überhaupt nicht irritieren. Geld will der definitiv keins: Weder munteres Herumfächeln mit US-Dollars oder Euro-Noten, noch das Bewerfen mit denselben Objekten, entlocken ihm einen interessierten Blick. – Sie können folglich die Chose mit dem Urlaubs- oder gar Begrüssungsgeld glatt vergessen!
Nottelefonate bei ARGE brachten nix. Man verwies mich zu Schäuble, von dort zu Frau Köhler. Die meinte, solange der Taliban noch keine Familien gegründet hätte, sei sie nicht zuständig und verwies mich auf von der Leyen. Von dort ging’s zu Rösler. Dieser ist der Ansicht, da keiner krank sei, könne er nix für uns tun. Merkel war nicht zu Hause und zu Guttenberg machte gerade Pipi.
Einzig als ich ihm, also dem Taliban, eine ausgedruckte Zwangsweste vor die Nase hielt, brach er in schallendes Gelächter aus und öffnete sein Hemd, unter dem lauter putzige HGs, einige Faustfeuerwaffen und etwas TNT in kunstvollen Girlanden geordnet zum Vorschein kamen. Dazu lallte er – weil sich soeben eine mit Erdnussbutter bestrichene Semmel ins Maul gestopft hatte – fröhlich: NACKTSCANNER!
Sollten Sie bis 19:30 Uhr die o.a. Gebrauchsanweisung nicht ins Netz gestellt haben, werde ich nicht umhin können, den Taliban samt Vollbepackung bei Ihnen abzuliefern – sofern das betreffende Subjekt sich bis dann nicht eigenen Rechts aus dem Staub gemacht hat!
@quantensprung:
Tut mir echt leid, aber ich übernehme für die Folgen meiner ungebeten erteilten Ratschläge grundsätzlich keine Verantwortung. Ratschläge sind eben auch Schläge, wie man auf jedem Esoterikseminar lernen kann.
Um Sie aber nicht komplett hängen zu lassen, dieser Tipp: Er spricht wahrscheinlich Pashto, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Paschtunische_Sprache
Lassen Sie sich nicht entmutigen, das wird schon. So, ich muss jetzt aus dem Haus, wenn es hart auf hart kommen sollte, geben Sie den Taliban bitte heute Abend beim Nachbarn ab. Der raucht manchmal schwarzen Afghanen, da wird sich der versprengte Talli schon zurechtfinden.
Beste Grüße, Johannis
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Hans Kraft und Perlenschwein, frauke erwähnt. frauke sagte: RT @Perlenschwein: Urlaubsgeld für Gotteskrieger: Nun trifft die Weltwirtschaftskrise auch das afghanische Terrorbusiness und sorgt f… http://bit.ly/9iKrIW [...]