Twittern ist out
Geschrieben von Johannis am 13. Januar 2010 um 15:26 Uhr
Ja, ich gestehe, auch ich hab geschummelt. Besser gesagt ein Freund. Er hat mir per Tweetadder knapp die Hälfte meiner Follower zugeschanzt. Das nicht ganz billige Programm überlistet den strengen elektronischen Wächterrat von Twitter, indem es willkürlich oder thematisch ausgewählte Twitterer nach einem komplizierten System zeitversetzt addet. Und die bekommen dann von twitter.com eine Nachricht, dass Perlenschwein ihnen jetzt followt und follown mir dann auch. Meist. Aus Höflichkeit, automatisiert, zwanghaft oder sogar aus Interesse am Blog.
Gestern hab ich dann ausgemistet. All die SEO-, Marketing-, Erotik-, Reise-, Mode- und kinderleicht-reich-mit-dem-Internet-Twitterer hab ich unfollowt, also mühsam einzeln von Hand gelöscht. Und natürlich die Leute aus Kamerun, Indonesien, Moskau, Washington et cetera. Über 120 Twitterer, die mir die freundliche Software zugeschummelt hat und denen ich angeblich followe, flogen raus. Nicht, dass ich deren Zeug tatsächlich lesen würde. Ich lese keine Tweets und twittere auch nicht in die Welt hinaus, dass ich mir gerade ein Käsebrötchen schmiere oder Paris Hilton total toll finde. Nur meine neuen Beiträge werden automatisch als Tweets verbreitet. Also die ersten 140 Zeichen, inklusive Überschrift und Kurzlink.
Heute früh hatte sich die Zahl meiner Follower bereits von 391 auf 369 reduziert, das heißt mindestens 22 Leute nutzen auch schlaue Software wie Tweetadder und unfollown automatisch alle Leute, die von denen sie unfollowt wurden. Klar? Egal.
Tweets sind die neuen Spams, Twitter ist bald out wie Facebook. Jeder Twitterer verbreitet seinen Schrott im Netz, aber niemand hat Lust oder genug Zeit, den Mist zu lesen. Wenn ein Webmarketingfuzzy stolz damit protzt, dass er 36.159 Follower hat und 36.723 Leuten followt, heißt das nur, dass er schummelt und Tweetadder nutzt. Und 36.159 Leute seinen Müll nicht lesen. Im Grunde ist der Typ nicht mehr als ein Scheißhaufen, um den 36.159 virtuelle Fliegen kreisen. Oder so.
Mittlerweile steigen die Leute scharenweise bei Facebook und StudiVZ aus. Ich wette, dass sich in drei Jahren keine Sau mehr an Twitter erinnert. Und freu mich dennoch, wenn meine Blogstatistik mir zeigt, dass ein paar Leser über twitter.com kamen.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«



Die Welt ist schlecht.
Was müssen das für Moralversager sein, die solche Tweetadder nutzen und diese auch noch an so unschuldige Perlenschweine weitergeben?
Und du nennst diese Person auch noch einen Freund!
Schön, dass du mich nicht länger mit gefakten Twitterfollowern beeindrucken willst.
Spamfilter
Wir bräuchten für Twitter nur ein Tool, daß solche nutzlosen Vögel draußen hält. Die können sich ja untereinander betwittern, wenn sie sonst nichts zu tun haben.
@Mamasliebling:
Die Welt ist sogar noch viel schlechter, als du denkst. Leider darf ich dir die Identität des rechtsbrecherischen Freundes nicht enthüllen, ohne in schwere Schwulitäten zu geraten, aber du kennst ihn gut.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass meine aufrichtige Reue bei dir auf offene Ohren und ein ebensolches Herz trifft, und verspreche hoch wie heilig, dass Follower Nr. 370 Tim http://twitter.com/Timsel87 seinen Weg heute aus eigener Kraft hierher gefunden hat.
Gegen deine Behauptung, das Perlenschwein sei unschuldig, muss ich mich allerdings nachdrücklich verwehren. Wie kommst du nur auf so etwas?
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Old Mac Donald erwähnt. Old Mac Donald sagte: Perlenschwein » Blog Archiv » Twittern ist out: Das nicht ganz billige Programm überlistet den strengen elektronischen http://url4.eu/17RNO [...]
Über 500 Twitter-Followers.
Dir natürlich auch Glückwunsch.
http://www.youtube.com/watch?v=IajK6aFzoy0