Kurz und gut
Geschrieben von Johannis am 6. September 2010 um 09:18 Uhr
Immer wieder beschweren sich Leser, meine Texte seien nicht kurz genug. Twitterin muhkuh2006 schrieb beispielsweise: „die texte im blog sind mir eindeutig zu lang, die tweets reichen mir vorerst
das leben ist kurz genug
“
Daraufhin versprach ich ihr zerknirscht, dass bald Instant-Texte kämen, der Blog sozusagen als Drei-Minuten-Terrine. Dazu diesen Beitrag bitte ausdrucken, zu kleinen Fetzen zerreißen und in einer Schüssel mit 320 ml kochendem Wasser übergießen. Kurz abgedeckt ziehen lassen und nach Wunsch mit Sojasoße und Chilipulver würzen. Guten Appetit.
PS: An manchen Tagen und bei manchen Lesern ist mir das Leben nicht kurz genug.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«



Hi Johannis,
wie du ja weißt, bin ich auch ein Freund von Kurz & Knapp bzw. Gut, aber wem tweets reichen, sollte doch mal seinen Arbeitsspeicher überprüfen bzw. erweitern lassen oder einfach den Speed aus dem Schädel lassen.
Kulturbanause
ich dachte das wäre sinn und zweck eines blogs… lange texte.
wem twitter reicht, der brauch ja auch den blog nicht lesen?!
zumindest wurde ich nach begonnenem follown nicht auf die blog-lesepflicht hingewiesen.
wie soll man denn bitte sprachbilder in 140 zeichen packen?
nein
nein
lange texte. gerne.
Rein – guck – zuck – weg.
Dennoch ein hübsches Bild, die Parallele mit der Drei-Minuten-Terrine. Ich musste an einen meiner Lehrer denken (schwerer Alkoholiker und begnadeter Philologe), der einmal träumte, er würde Bücher trinken. Schöne Vorstellung.
@alle:
Wie man’s macht, macht man’s bekanntlich verkehrt. Adé schöne Hoffnung, euch hier zükünftig nur noch häppchenweise zu bedienen und dabei große Teile meiner Restlebenszeit einsparen zu können.
Twitterin 3mausimhaus schrieb vorhin:
@Perlenschwein Dieser Blog war eindeutig nicht lang genug. Wenn ich keinen Lachmuskelkater bekomme, brauch ich mit Lesen gar nicht anfangen.
»Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.«
Kurzer Text, viel Inhalt. Geht doch.
Mit nur 39 Zeichen, inklusive Leerzeichen.
@Nömix:
Mein Namensvetter Johannes sagte hingegen: “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort”. Nix von Himmel und Erde. Wär das doch bloß so geblieben, dann hätten wir heute den verfluchten Klimawandel nicht am Hals.
@Nömix: Eigentlich ist das Verhältnis Oberfläche-zu-Volumen noch besser: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.
Knapp dahinter übrigens das Original mit 35 Buchstaben: בראשית ברא אלוהים את השמים ואת הארץ. Am effizientesten ist jedoch das Maltesische mit rund 30 Zeichen: Fil-bidu Alla ħoloq sema u art. (Die chinesische Fassung, vgl. z.B. http://holybible.com.cn/genesis/1-1.htm, lassen wir mal beiseite, weil es keine Buchstabenschrift ist.)
Tja, das hast du nun davon: Da schreibst du dir irgendne “Instantsuppe” zusammen und bekommst mehr Kommentare als auf deine genialen langen Eintraege. Aber damit muessen wohl alle Blogger leben…..
Vielleicht sollte Frau muh-Kuh auf der Wiese gut bekömmliches kurzes Gras fressen und nicht – für ihren Magen und andere Organe – unbekömmliche geistige Kost.
Mit Gruß von CC = ClaraChristine (zu dem Cetero Censeo)