Freude am Beruf
Geschrieben von Johannis am 28. Juli 2008 um 20:04 Uhr
Die Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW gehen nun bald zu Ende und viele junge Mitbürger suchen händeringend nach einem Ausbildungsplatz. Lebenslanges Lernen tönt es allenthalben, Flexibilität wird gefordert, Anpassungsfähigkeit und immer wieder Umdenken. Nur noch selten finden Schulabgänger ein Arbeitsfeld, das bis ins Rentenalter zum Broterwerb taugt, und diese Misere macht den jungen Menschen verständlicherweise Angst.
Doch gemach – es gibt gute Nachrichten, gibt einen sicheren Traumjob abseits von Dönerbude, Nagelstudio und Gebrauchtwagenhandel. Ich möchte heute den Facharbeiter für Detonations- und Entladungstechnik (FaDE) vorstellen, im Volksmund auch Bombenleger genannt. Vor einigen Jahren noch unbeachtet und ein echter Nischenjob, findet dieser Beruf heute große Anerkennung, denn der Markt wächst explosionsartig. Facharbeiter DE mit Abschluss werden wegen steigender Nachfrage in vielen Ländern gesucht, die beruflichen Aussichten in dieser Branche sind ein echter Kracher.
Hier tut sich endlich auch für jene eine Chance auf, die am Hauptschulabschluss oder Einbürgerungstest gescheitert sind. Solide Kenntnisse in Chemie und Physik sind zwar durchaus hilfreich, aber es gibt Fernkurse für begabte Neueinsteiger, vielfach auch im Internet. Ansonsten ist nur eine ruhige Hand gefragt (gern auch noch zwei) und etwas kreativer Ehrgeiz. Der Beruf des FaDE verbindet große öffentliche Aufmerksamkeit mit hoher Job-Satisfaction, denn nach jedem gelungenen Anschlag kann man im Kollegenkreis bei einem Glas Tee die Berichterstattung in den Medien verfolgen und idealerweise weltweite Aufmerksamkeit genießen.
Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, wie man in den letzten Tagen sehr schön sehen konnte. Ahmedabad – sechzehn Bomben in 90 Minuten, toll orchestriert. Istanbul: kleiner Bumms und dann etwas später gezielt die dummerhaftig blutrünstigen Schaulustigen mit einem mächtigen Knall wegpusten – so wird ein wichtiger erzieherischer Effekt erzielt. Ähnliches wünscht man sich doch auch für die penetranten Unfallglotzer auf deutschen Autobahnen. Noch ein kleiner Tipp nach Istanbul – auch die Oberschicht ist sensationsgeil, Bomben bitte nicht immer nur in Armenvierteln legen.
Hier ein paar Anregungen für ehrgeizige Berufseinsteiger:
· Möglichst nicht ständig nur Flugzeuge, Busse, U-Bahnen und gelegentlich mal einen Zug sprengen. Was ist mit Straßenbahnen, Flussfähren (schöner Effekt, sinken und blockieren wichtige Verkehrswege) oder dem Transrapid in Shanghai (würde vielen CSU-Funktionären sicherlich einen Stachel aus dem schmerzenden Fleisch ziehen)?!
· Statt zeitversetzt zu zünden (alter Hut) können ambitionierte FaDEs auch ein Muster in die Stadt sprengen (schön zu sehen mit GoogleEarth). Fortgeschrittene schaffen sogar ihren Namen oder ein dekoratives Bild (verbinde die Punkte!).
· Überzählige jüngere Geschwister, aber auch Haus- und Nutztiere können mindestens einmal mitmachen und tragen ferngezündete Sprengsätze willig zum Einsatzort.
· Statt Moschee und Hindutempel (abgenutzt und langweilig!) sollten lieber lästige Großveranstaltungen ins Visier genommen werden, zum Beispiel Open-Air-Rockfestivals, das Hockenheimrennen, der Kölner Straßenkarneval oder die nervigen Paraden zum Christopher-Street-Day. Gestresste Anwohner werden garantiert dankbar sein.
Man darf also die positive Wirkung des Wirkens engagierter Facharbeiter für Detonations- und Entladungstechnik nicht unterschätzen, auch global betrachtet. Schließlich wirkt ihr Tun – konsequent und sachgerecht ausgeübt – der drohenden Überbevölkerung des Planeten entgegen und nützt damit allen Völkern. Junge Menschen mit Allergie gegen C4 oder Plastiksprengstoff können übrigens problemlos auf das Spezialgebiet Kalidünger-Diesel-Bomben (KDB) ausweichen, ohne ihre Aufstiegschancen zu gefährden. FaDE – ein Job mit Verantwortung und Zukunft!



Und später kann man noch berühmt damit werden:
http://de.youtube.com/watch?v=psvL2eYQ7YM
Liebe B.,
toller Clip, habe schon vor Arbeitsbeginn herzlich gelacht!!!
Liebe(r) Leser(in), [ja, du], unbedingt anschauen! Auch wenn die deutschen Untertitel nicht absolut korrekt sind – Saddam Hussein hat natürlich Senfgas gegen die Kurden eingesetzt, und kein Pfeffergas. Nein, auch kein Pfefferspray. But who gives a shit, as long as it’s funny!