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	<title>Perlenschwein</title>
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	<description>Satirisch-freche Welt- und Selbstbespiegelung für Leute mit Grips und Spaß an Sprache</description>
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		<title>Judenhass</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 07:46:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Na, hast du auch am Mittwoch „Hart aber Fair“ gesehen? Wer jetzt mit Nein antwortet, hat nichts verpasst. War langweilig. Das fanden offenbar eine Menge Zuschauer, was man aus den vielen Tweets schließen kann, die sich auf die Sendung bezogen. Anscheinend sitzen immer mehr Leute vor der Glotze und geben gleichzeitig bei Twitter per iPhone [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Na, hast du auch am Mittwoch „Hart aber Fair“ gesehen? Wer jetzt mit Nein antwortet, hat nichts verpasst. War langweilig. Das fanden offenbar eine Menge Zuschauer, was man aus den vielen Tweets schließen kann, die sich auf die Sendung bezogen. Anscheinend sitzen immer mehr Leute vor der Glotze und geben gleichzeitig bei Twitter per iPhone oder WLAN-Notebook ihre Gedanken und sinnlichen Wahrnehmungen in Echtzeit ein. Hoffentlich wird das nicht zur Mode, und die Leute twittern demnächst auch während sie auf den Klo hocken, beim Sex und wenn sie sich die Fußnägel schneiden.</p>
<p>Also es war langweilig. Plasberg hatte wie üblich fünf Figuren auf der Bühne und brühte zum soundsovielten Mal jenen Entrüstungsteebeutel auf, der diese Woche bereits auf fast allen anderen TV-Kanälen mit dem Wasser der gerechten Empörung übergossen wurde. Don Sarrazin, unser schnauzbärtiger Ritter von der traurigen Figur, stammelte sich durch seine Thesen und die Sendung, und ließ dabei durchblicken, dass er dem bevorstehenden Zwangsruhestand als schreibender Bundesbanker mit Gelassenheit entgegen sieht. Der silberhaarige Historiker Arnulf Baring machte zeitweise ein Nickerchen und ansonsten eine farblose Figur, ähnlich wie der Sozi Rudolf Dreßler. Die Journalistin Asli Sevindim gefiel mir ganz gut und zu Michel Friedman komme ich noch. Insgesamt waren Einsichtsfähigkeit und gesunder Menschenverstand in der Talk-Runde ähnlich verteilt wie bei den US-Republikanern. Bekanntlich glauben dort rund die Hälfte, dass Barack Obama ein Moslem ist.</p>
<p>Zu Thilo Sarrazin ist längst alles Sagbare gesagt. Er hat die Klappe sehr weit aufgerissen, außerdem dummes Zeug gefaselt und deshalb medienmäßig ziemlich was auf die Schnauze bekommen. Aber das Volk stimmt ihm grundsätzlich zu und findet, dass viele Muslime sich wenig Mühe geben und oftmals schlecht ins Land passen. Insgesamt hat er der dringend notwendigen Debatte um ge- oder misslungene Integration einen Bärendienst erwiesen und eine deutsche Schwäche gefördert: Probleme werden nicht gelöst, sondern diskutiert, bis das nächste Problem kommt. Außerdem hat Thilo bei vielen Satirikern, Bloggern und ernsthaften Autoren verschissen, weil man nun kaum noch gegen Parallelgesellschaftsmuslime stänkern kann, ohne wie ein Neonazi angekuckt zu werden. Finde auch ich schade.</p>
<p>Nicht zuletzt aus diesem Grund schlage ich nun etwas mühsam den Bogen zum in der Überschrift erwähnten Judenhass und Michel Friedman. Ich hasse ihn. Naja, ich finde ihn echt eklig. Er sollte ein lebenslanges Auftrittsverbot für alle Fernseh- und Radiosender bekommen und eine unwiderrufliche Onlinesperre. Warum wird dieser selbstverliebte und selbstgerechte Widerling mit der Optik eines Koksluden (nein, kein Koksjude – Lude, wie Zuhälter, Loddel, Pimp), der sein Jahresabo im Sonnenstudio deutlich überstrapaziert und sich trotzdem ständig im Scheinwerferlicht der Fernsehstudios nachbräunen muss, bloß andauernd in Talkshows eingeladen? Vollkommen unverständlich.</p>
<p>Friedman lieferte am Mittwoch Spitzenwerte bei den Parametern für aalglatte Schmierigkeit, aufgesetzte Empörung und akute Fremdschämnotwendigkeit. Neben ihm wirkte der trottelige Sarrazin sympathisch bis mitleiderregend. Wieso nehmt ihr statt dem nervigen Friedmanfritzen nicht mich? Reden kann ich auch, bin kameratauglich und wegen gewisser Vorfahren ein Sechzehnteljude, zumindest nach Adolfs Rassenarithmetik. Übrigens, wie alle anständigen Intellektuellen hab ich in meinem Leben einige Zeit auf der Psychotherapeutencouch verbracht, insofern ist auch mein gelegentlich aufflammender Selbsthass noch in Teilen Judenhass. 6,25 % um genau zu sein. Womit ich erneut und etwas bemüht die Kurve zur Überschrift kratze.</p>
<p>Wie bereits erwähnt war die Sendung ziemlich überflüssig. Das Beste waren Straßeninterviews mit Kölner Türken, die auch nach 20 Jahren im Land von Goethe und Schiller kaum ein Wort Deutsch verstehen oder sprechen, und Plasbergs Hinweis auf die WDR-Dokumentation „Hart und herzlich“. Sie wurde um 23:30 gesendet und ist leider nicht in der ARD-Mediathek abrufbar. Würde uns wohl zu sehr aufregen, deswegen auch der nervenschonende Sendetermin. Egal. 45 Minuten entgangener Schönheitsschlaf waren jedenfalls exzellent investierte Zeit, denn der Film zeigt, wie die türkische Lehrerin Betül Durmaz an einer Gelsenkirchener Schule ihren fast aussichtslosen Kampf um Integration und Chancengleichheit kämpft. Gleich zu Beginn erklärten ihre Schüler mit frappierender Offenherzigkeit, dass sie absolut keine deutschen Freunde haben. Zum Beispiel, weil Deutsche Schweinefleisch essen. Eine Schülerin sagte den Satz: „Wenn wir Ausländer alle bleiben würden, näh, und die Deutschen nur für einen Tag verschwinden würden, näh, das würd’ nicht auffallen.“ Darf man sich wundern, wenn mancher Deutsche genauso denkt, nur umgekehrt?</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Stümper</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 07:09:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere Regierung muss umbenannt werden. Von Tigerententraumtänzertruppe in Interessenvertretung für Großindustrie, Banken und Energiewirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Besserverdienenden. Ja, IGBEbBB sieht als Namenskürzel nicht so toll aus, ist aber wenigstens inhaltlich korrekt. Womit ich das belegen will, möchtest du wissen?
Erstmal, lieber Leser, muss ich hier gar nichts belegen. Solange es gut erfunden oder wenigstens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Regierung muss umbenannt werden. Von Tigerententraumtänzertruppe in Interessenvertretung für Großindustrie, Banken und Energiewirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Besserverdienenden. Ja, IGBEbBB sieht als Namenskürzel nicht so toll aus, ist aber wenigstens inhaltlich korrekt. Womit ich das belegen will, möchtest du wissen?</p>
<p>Erstmal, lieber Leser, muss ich hier gar nichts belegen. Solange es gut erfunden oder wenigstens halbwegs unterhaltsam ist, entspricht es durchaus den niedrigen Qualitätsstandards, die für kostenlos im Internet bereitgestellte Inhalte gelten. Lies doch zum Vergleich mal, was die meisten Leute so twittern. Da wird ein simples Wort wie Kurzschwänzigerhobbywichser etliche Male per Retweet weitergeklickt. Idiotisch. Aber der zwitschernde Mikrobloggingdienst ist heute nicht mein Thema. Demnächst vielleicht mal.</p>
<p>Heute rege ich mich darüber auf, wie stümperhaft wir verscheißert werden. Mit großem Habitus vollzog Mutti Merkel letzte Woche ihre Energiereise, damit wir auf die Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke vorbereitet sind und dusseligerweise glauben, dass die vier großen Energiekonzerne nur einen bescheidenen Teil der vielen Zusatzmilliarden behalten dürfen. Die drohten zwar schon mit Abschaltung, aber Mutti drohte säuerlich lächelnd zurück und rächte sich. In Lingen stapfte RWE-Chef Grossmann gezwungenermaßen neben ihr durch den Regen und versaute sich vor laufenden Kameras den teuren Anzug. Strafe muss sein. Er gab aber am Schluss von Merkels Visite scheißenfreundlich bekannt, man habe sich gegenseitig versichert, dass die im September zu fassenden Beschlüsse für alle Beteiligten tragbar sein werden. Bestimmt.</p>
<p>Genau dort liegt der Hase im Pfeffer, denn Grossmann hat recht und wir werden über den Löffel barbiert. Ohne Schaum. Man möchte die Flinte geradewegs in Korn werfen, wenn das bloß irgendwas brächte. Brennelementesteuer, Zusatzabgabe, Abschöpfung der Mehreinnahmen – wer blickt da noch durch? Mutti spricht ausdrücklich nicht von einer Abgabe, will aber die superreichen Kernkraftriesen durch ein Abkommen am Ausbau regenerativer Energien beteiligen. Ja geht’s denn noch? Erst schenkt man denen ein paar hundert Milliarden und glaubt dann naiv daran, dass die Strolche mit all dem schönen Geld freiwillig ihre eigene Konkurrenz stärken? Das ist ungefähr so aberwitzig, als würde man vom Verband Amerikanischer Schnapshändler erwarten, dass sie die Betty-Ford-Klinik sponsern und im Kongress eine Gesetzesvorlage zur Wiedereinführung der Prohibition unterstützen.</p>
<p>Norbert Röttgen, der Mann mit dem Sexappeal eines Teddybären für Frühpensionäre und dem Spitznamen „Muttis Klügster“, gewinnt den diesjährigen Wettbewerb im Dauerrumeiern und Totalverschleiern. Laufzeitverlängerung ja gern, aber lieber nicht und am besten nur ein bisschen. Und Gorleben ist zwar nach allen Maßstäben gesunden Menschenverstands als Endlager untauglich, der nette Norbert lässt aber weiter untersuchen, weil man dort ja schon so viel Geld in den Sand gesetzt hat. Ins Salz müsste es korrekterweise heißen – aber wenn in der Politik so billig getrickst wird, muss ich hier ja wohl nicht päpstlicher als der Ratzinger sein.</p>
<p>Richtig niedlich fand ich am Montag den Auftritt vom lächelnden Nobby und seinem Gegenspieler, dem Nuschelrainer. Guter Bulle, böser Bulle – wie im Spielfilm. Trink-Brüderle-trink erklärte, weshalb die Meiler mindestens 20 Jahre länger laufen müssen, und der graumelierte Grübchenteddy gab den kernkraftskeptischen Klimafreund. Dabei weiß jeder, dass ihr gemeinsam vorgestelltes Gutachten einzig zur Begründung von Laufzeitverlängerungen in Auftrag gegeben wurde. Ergebnis: Sie sind gut im Kampf gegen den Klimawandel. Ein Segen!</p>
<p>Komischweise wurde dabei berechnet, wie sich der CO<sub>2</sub>-Ausstoß bei Laufzeitverlängerungen <strong>plus</strong> Investitionen in regenerative Energien entwickelt, und das dann verglichen mit dem Atomausstieg <strong>ohne</strong> Investitionen in Windkraft &amp; Co. Wissenschaftlich ist das ungefähr so seriös wie ein Nährwertvergleich zwischen Banane und Wassermelone. Billige Taschenspielertricks, von denen sich eine durch die Faktenfülle massiv überforderte Öffentlichkeit aber wohl blenden lässt. Deshalb wird das Thema Atomkraft genauso wurstig abgehandelt wie der Bau des neuen Stuttgarter Bahnhofs. Nach den drei ehernen Regeln des preußischen Beamtentums: Das war schon immer so, das war noch nie so, da könnte ja jeder kommen. Übrigens, wahrscheinlich stecken RWE und e.on hinter dem ganzen Hype um Thilo und das Juden-Gen. War alles von langer Hand eingefädelt. Die Vorstellung von Sarrazins überflüssigem Buch wurde absichtlich auf den Tag gelegt, an dem Brüderle und Röttgen einer gelangweilten Öffentlichkeit das getürkte Gutachten verkaufen sollten. Cleveres Ablenkungsmanöver, Herr Grossmann, wirklich ausgebufft.</p>
<p>Und während die Atomlobby mithilfe der Strohmänner Brüderle und Röttgen ihren Deal unter Dach und Fach bringt, sitzt Wolfgang Schäuble still und brav in einer Berliner Arbeitsgruppe. Dort lässt er sich von Josef Ackermann diktieren, wie die Bundesregierung den Finanzsektor regulieren soll. Ungelogen. Vom Chef der Deutschen Bank. Total normal. Die Fischereiindustrie bestimmt die Fangquoten für Kabeljau und Hering, die Lobby der Bauern setzt die Höhe der Agrarsubventionen fest, und bald darf wohl auch die Mafia im Bundestag abstimmungsreife Gesetzesentwürfe zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution vorlegen. Wann bekommen marokkanische Cannabiszüchter und kolumbianische Kokainproduzenten endlich das längst überfällige Mitspracherecht bei den lästigen Zoll- und Einreiseformalitäten an europäischen Grenzen?</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Klimawandel is good for you!</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 06:52:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer das undankbare Genörgel, ich kann’s nicht mehr hören. Ja, es hat ein bisschen geregnet letzte Woche, in Osnabrück sogar ein bisschen mehr – aber ist das schlimm? Nein, im Gegenteil, es ist gut für unser Land. Wieso und warum, wollt ihr wissen? Es stärkt unsere Wirtschaft, kurbelt die Binnennachfrage an und steigert das Bruttoinlandsprodukt.
Denkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer das undankbare Genörgel, ich kann’s nicht mehr hören. Ja, es hat ein bisschen geregnet letzte Woche, in Osnabrück sogar ein bisschen mehr – aber ist das schlimm? Nein, im Gegenteil, es ist gut für unser Land. Wieso und warum, wollt ihr wissen? Es stärkt unsere Wirtschaft, kurbelt die Binnennachfrage an und steigert das Bruttoinlandsprodukt.</p>
<p>Denkt doch mal nach – all die gefluteten Kellerräume samt durchweichtem Inventar, die unterspülten Bahntrassen und ausgehöhlten Uferböschungen, dazu die vielen abgesoffenen Autos. Was passiert jetzt? Keller werden leer gepumpt und das durchweichte Zeug wird ersetzt. Deiche, Straßen und Schienenstränge repariert man und versiffte Autos werden gegen neue Modelle ausgetauscht. Umsatz für die Bauwirtschaft und Automobilindustrie, Umsatz im Einzelhandel, Umsatz überall. Meckert also nicht über 170 Millimeter Regen, die meisten Leute sind doch versichert. Und überhaupt – 17 Zentimeter, was ist das schon? Maximal so viel, wie der deutsche Durchschnittsmann in der Hose hat, natürlich nur bei gehobener Stimmung. Deswegen mussten die Osnabrücker doch nicht gleich Katastrophenalarm ausrufen, das setzt völlig falsche Signale. </p>
<p>Und Tornados sind ebenfalls gut für uns. Seid bitte nicht so missgünstig, Dachdecker sind schließlich auch Menschen. Was mit Schlammlawinen ist? Schon mal an Baggerfahrer gedacht? Wo wir doch jetzt alle länger arbeiten sollen, Stichwort Rente mit 67. Siehste! Man muss also gar nicht darauf warten, dass am Ostseestrand Dattelpalmen wachsen und Chardonnay aus Flensburg bei Parkers als bester Wein des Jahres prämiert wird – der Klimawandel ist schon heute eine prima Sache.</p>
<p>Und wer jetzt noch Zweifel hat, ob das neumodische Katastrophenwetter denn für ein zweites Wirtschaftswunder reichen wird, kann sich entspannt zurücklehnen. Es wird. Denn kluge Menschen wie Sarah Palin und ihre aufgeklärten Freunde von der <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-08/obama-demonstration-teaparty" target="_blank">Tea Party Bewegung</a> werden die schleppende Erderwärmung schon in Schwung bringen. So ganz nebenbei, denn vor allem müssen sie ja die Ehre Amerikas wiederherstellen und das Land aus Zeiten der Finsternis herausführen. Ob das wohl eine Anspielung auf Barrack Obama und seine Hautfarbe war? Kann ich mir nicht vorstellen.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Westerwelle begeht Selbstmord</title>
		<link>http://www.kassandrus.de/blog/westerwelle-begeht-selbstmord</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 06:59:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich die Schlagzeile, nach der manch aufrechter Mitbürger sich sehnt. Tja, und auf die man wohl noch etwas länger warten muss, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Erstens sind spektakuläre finale Abgänge bei den Liberalen durchaus nichts Besonderes, man denke an den letzten Absprung von Jürgen Möllemann, und zweitens lässt sich der Geisteszustand unseres Außenministers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich die Schlagzeile, nach der manch aufrechter Mitbürger sich sehnt. Tja, und auf die man wohl noch etwas länger warten muss, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Erstens sind spektakuläre finale Abgänge bei den Liberalen durchaus nichts Besonderes, man denke an den letzten Absprung von Jürgen Möllemann, und zweitens lässt sich der Geisteszustand unseres Außenministers und FDP-GröFaZ nur mit jenem Wort beschreiben, das in den letzten Wochen als Bezeichnung für die Lage am Golf von Mexiko, in Pakistan und Russland in aller Munde war – katastrophal.</p>
<p>Warum ich, bekanntermaßen FDP-Verächter von bestem Schrot und Korn, eigentlich in den letzten Monaten so wenig über Guido und Konsorten geschrieben habe, fragte sich mancher Leser eventuell. Ganz einfach. Wenn dein Nachbar ein brutzelbraunes Brathähnchen aus dem glutheißen Ofen zerrt und es unter wüsten Verwünschungen aus dem Fenster schmeißt, weil das Geflügel mit der Stimme des Teufels zu ihm gesprochen hat, und er danach nackt im Mondschein über den Hinterhof tanzt, das nahende Ende der Welt verkündet und seinem treuen Schäferhund die Kehle durchbeißt, ist das ein Ereignis. Darüber redet man in der Nachbarschaft, vielleicht sogar noch einige Wochen später. Zieht der Typ aber jeden dritten Tag so eine Wahnsinnsshow ab, dann nervt das nur, ist kaum der Rede wert und allenfalls ein guter Grund, ihn in die geschlossene Psychiatrie einweisen zu lassen. So ungefähr ist das mit Guido. Am besten ignorieren.</p>
<p>Obwohl, man wundert sich ja regelrecht, was mit ihm los ist, wenn er mal für eine Woche seine Schnauze hält. Wie nach der vergeigten Landtagswahl hier in NRW. Aber es dauert nicht lange und sein gequältes Ich gewinnt die Oberhand im Dschungel dieser gespalteten Persönlichkeit, er kann sein Sendungsbewusstsein nicht mehr kontrollieren und der Wahnsinn bricht aus ihm heraus wie Eiter aus einem überreifen Karbunkel. Dann schwappt die Westerwelle durch unser Land und der Indus wirkt dagegen wie ein müdes Bächlein. Unerwartet positive Konjunkturentwicklung in Teutonien – also müssen sofort die Steuern runter. Natürlich. Deshalb schmeißt der Nachbar ja auch das teuflische Hähnchen aus dem Fenster. Weil er im Irrsinn gefangen ist, einfach nicht anders kann. Außerdem muss Guido, der ja das tollste Alphatier im ganze Politzoo ist, den anderen Wahnsinnigen bei jeder unpassenden Gelegenheit übertrumpfen. Wen ich jetzt meine, da gäbe es doch reichlich Auswahl innerhalb der schwarzgelben Koalition? Verzeiht mir bitte die mangelnde Deutlichkeit, ich beziehe mich auf Herrn Seehofer, den christlich-sozialen Chefehebrecher und bajuwarischen Trittminenleger.</p>
<p>Wer diese beiden Kerle als Freunde hat, braucht wahrhaftig keine Feinde mehr. Meine Sympathien für Mutti Merkel halten sich bekanntlich sehr in Grenzen, aber wenn ich an Horst und Guido denke, tut sie mir leid. Manchmal. Anders als bei Guido muss man sich um Horst keine Sorgen machen, der neigt nicht zu Empfindlichkeiten und ist kein Kandidat für den unbedachten Suizid. Er hat offenbar einige Gene vom alten Franz Josef Strauß, was aber bei der früher sehr verbreiteten Inzucht in abgelegenen bayerischen Bergdörfern nicht weiter verwunderlich ist. Seehofer verhält sich zwar ähnlich verhaltensauffällig wie die Westerwelle, erinnert dabei aber mit seinem Grinsen und dem irrlichternden Blick eher an jenen feigen Kampfstier, der sich neulich in Tafalla vor den Toreros drückte, aus der Arena hüpfte und dann wahllos auf das arglose Publikum eintrampelte. Gute Aktion übrigens, die in Spanien hoffentlich für ein landesweites Stierkampfverbot sorgt – die Katalanen haben ja bereits dafür gestimmt. Aber das ist heute nicht mein Thema.</p>
<p>Anders als in dem abgebrühten Machtpolitiker und dauerlächelnden CSU-Haudegen Horst, der garantiert schon kurz nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik einen gut bezahlten Posten in der Industrie bekleiden wird, steckt in Guido eine extrem verwundbare Kinderseele. Sein endpeinliches Betteln um Aufmerksamkeit, Liebe und Anerkennung, egal ob bei uns Wählern oder den ihn verachtenden Medienfuzzies, kann daher nur tragisch enden. Keiner mag ihn und das wird selbst jemand mit derart minimalem Realitätsbezug wie Guido nicht endlos verdrängen können. Spätestens, wenn die chaotische Tigerentenkoalition zerbricht und man Birgit Homburger (Spitzname Pitbull-Biggi) zur FDP-Parteivorsitzenden wählt, ist es mit Scarface Westerwave vorbei. Eine Zeitlang wird er seiner bärbeißigen Nachfolgerin dabei zuschauen, wie sie die Liberalen soweit auf Kurs trimmt, dass die 5-Prozent-Hürde mit viel Anlauf wieder überwindbar wird, und dann kommt Guidos Zusammenbruch.</p>
<p>Wenn Westerwelle merkt, dass man ihn nicht einmal mehr hasst und er schlicht vergessen wird, beginnt die Zeit der Tragik. Sein Lebensgefährte Michael Mronz wird ihn verlassen – kein Mann hält es ewig mit einem neurotisch-größenwahnsinnigen Sensibelchen aus – und Guido wird Hand an sich legen. Nein, nicht da. Er springt von einer Brücke (Erfahrung mit Fallschirmen hat er hoffentlich nicht, oder?) oder lässt sich haideresk bei überhöhter Geschwindigkeit aus der finalen Kurve tragen. Und dann wird die BILD, Deutschlands Sudelblatt Nummer eins, in nur oberflächlich mit Pietät verbrämter Häme titeln: <strong>Westerwelle begeht Selbstmord</strong>. Wartet es ab und erinnert euch an meine Worte. Kann ja nicht mehr lange dauern.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Meine kostenlose Haartransplantation</title>
		<link>http://www.kassandrus.de/blog/meine-kostenlose-haartransplantation</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 07:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So langsam kömmt es sich mit dem Ruhm, mein Bekanntheitsgrad steigt und damit auch der Werbewert dieses Blogs. Es kann sich nur noch um Tage, allerhöchstens Wochen handeln, bis einer der Major Players anklopft und mir einen Haufen Geld bietet, nur um hier ein klitzekleines Werbebanner schalten zu dürfen. Wahrscheinlich BP, die Bildzeitung oder Heckler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So langsam kömmt es sich mit dem Ruhm, mein Bekanntheitsgrad steigt und damit auch der Werbewert dieses Blogs. Es kann sich nur noch um Tage, allerhöchstens Wochen handeln, bis einer der Major Players anklopft und mir einen Haufen Geld bietet, nur um hier ein klitzekleines Werbebanner schalten zu dürfen. Wahrscheinlich BP, die Bildzeitung oder <a href="http://www.heckler-koch.de/HKWeb/show/frameStart" target="_blank">Heckler &amp; Koch</a>. Aber nachdem ich neulich der ominösen <a href="http://kasse4.wordpress.com/2010/06/29/fremde-federn-thank-but-no-thanks-paperblog/" target="_blank">Johanna von paperblog.de</a> einen herzlosen Korb geben musste, weil ich ihrem Portal keinen kostenfreien Content liefern mag, bin ich auf der Hut.</p>
<p>Anders jedoch vor zwei Wochen, als der freundliche Herr S. mir folgende Zeilen schrieb:</p>
<p>&#8212;&#8211; Original Message &#8212;&#8211;<br />
<strong>From:</strong> <span style="color: #0000ff;">Bjoern.SXXXXXXX@Bertelsmann.de</span><br />
<strong>To:</strong> <span style="color: #0000ff;">info@kassandrus.de</span><br />
<strong>Sent:</strong> Wednesday, August 11, 2010 5:43 PM<br />
<strong>Subject:</strong> Gastartikel auf Ihrer Webseite</p>
<p>Sehr geehrter Herr Johannis R. Jappen,<br />
wir, die Nayoki Interactive Advertising, betreuen die PR- und Online Marketing- Maßnahmen der Mang Medical One AG, einer führenden Klinikgruppe für plastisch-ästhetische Medizin in Europa.</p>
<p>Im Zuge unserer Tätigkeit sind wir auf Ihre Webseite <a href="http://www.kassandrus.de" target="_blank">http://www.kassandrus.de</a> aufmerksam geworden. Unter der URL <a href="http://www.kassandrus.de/blog/beschneidung" target="_blank">http://www.kassandrus.de/blog/beschneidung</a> haben wir gesehen, dass Sie sich mit dem Thema Schönheits-OPs beschäftigen. Auch für Mang Medical One ist dieses Thema sehr relevant und wichtig. Deshalb würden wir gern im Auftrag unseres Kunden einen Gastartikel zu diesem Thema auf Ihrer Website veröffentlichen. In welcher Form ist dies bei Ihnen möglich?</p>
<p>Um einen ersten Überblick über Mang Medical One zu erhalten, finden Sie im Anschluss ein Kurzportrait sowie weiterführende Informationen über das Unternehmen unter <a href="http://www.medical-one.de/">www.medical-one.de</a>.</p>
<p>In Vorfreude auf eine positive Antwort verbleibe ich mit herzlichen Grüßen,</p>
<p>i.A. Björn SXXXXXXX<br />
Nayoki Interactive Advertising</p>
<p>Nayoki Interactive Advertising GmbH<br />
Part of arvato services, Bertelsmann<br />
Neumarkter Str. 22<br />
81673 München<br />
<span style="text-decoration: underline;">Rechnungsanschrift:</span><br />
Nayoki Interactive Advertising GmbH<br />
Postfach 19 41 08<br />
33319 Gütersloh<br />
Tel:      0049-89 / 4136 – 72XX<br />
Fax:     0049-89 / 4136 – 72XX<br />
E-Mail:<span style="color: #0000ff;"> bjoern.sXXXXXXX@bertelsmann.de</span></p>
<h2 style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ff0000;">Besuchen Sie uns auf der dmexco in Köln vom 15.-16.September in Halle 8.1, Stand E 75</span> </strong><strong><a href="http://www.dmexco.de/">www.dmexco.de</a></strong><strong> </strong></h2>
<p>Es folgte noch eine ausführliche Beschreibung seines Kunden und der unendlichen Wohltaten, die selbiger Kunde bisher über die Menschheit brachte, unermüdlich bringt und auch in Zukunft bringen wird, aber wer das lesen will, muss entweder den Link zur Mang Medical One AG oder das von mir eingescannte Schreiben anklicken. Ich witterte natürlich allerfrischeste Morgenluft und antwortete Herrn S. (Name ist der Redaktion bekannt, aber unsere Kriegskasse enthält nicht genug Patte für etwaige Abmahnungen und Klagen gieriger Anwälte) in meiner bekannt volksnahen Art:</p>
<p>—– Original Message —–<br />
<strong>From:</strong> <span style="color: #0000ff;">Johannis R. Jappen</span><br />
<strong>To: </strong><span style="color: #0000ff;">Bjoern.SXXXXXXX@Bertelsmann.de</span><br />
<strong>Sent:</strong> Wednesday, August 11, 2010 6:13 PM<br />
<strong>Subject:</strong> Re: Gastartikel auf Ihrer Webseite</p>
<p>Sehr geehrter Herr SXXXXXXX,<br />
ich freue mich über Ihr Interesse und kann mir grundsätzlich gut vorstellen, dass Ihr Unternehmen einen Gastbeitrag zum Thema plastisch-ästhetische Medizin auf meiner Webseite veröffentlichen könnte. Schicken Sie mir doch bitte einen Entwurf des geplanten Beitrags zu. Ich lasse Sie dann wissen, ob und wann der Beitrag in die redaktionelle Planung passt.</p>
<p>Welche Art von Vergütung hatten Sie für die gewünschte Veröffentlichung angedacht? Wäre beispielsweise eine Gratisoperation bei einem der von Mang Medical One betreuten Schönheitschirurgen denkbar? Meine  abstehenden Ohren stören mich schon seit der Kindheit. Auch eine Haartransplantation wäre für mich interessant, denn heutzutage stehen nur wenige Frauen auf Männer mit Glatze. Ließe sich da etwas machen, zur Not auch ein Preisnachlass?</p>
<p>Gern höre ich wieder von Ihnen und verbleibe bis dahin mit freundlichen Grüßen<br />
Ihr Johannis R. Jappen</p>
<p>Tja, was soll ich sagen. Ich verbleibe bis heute mit besagten Grüße, aber der nette Herr S. hat sich auch auf eine neuerliche und wirklich höfliche Nachfrage nicht wieder gemeldet. Was habe ich falsch gemacht? War ich zu gierig? Hätte ich nur nach einer Lidkorrektur fragen sollen, die ja deutlich billiger ist, als wenn man mir das wild wuchernde Brust- und Schulterhaar auf die glänzende Glatze tackert? Vielleicht erstmal nur ein Auge operieren lassen? Ich bin ratlos, aber vielleicht gebt ihr mir welchen. Rat natürlich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.kassandrus.de/blog/wp-content/Mang-oh-Mang.jpg" rel="lightbox[3435]"><img class="size-medium wp-image-3453  aligncenter" title="Mang-oh-Mang" src="http://www.kassandrus.de/blog/wp-content/Mang-oh-Mang-217x300.jpg" alt="" width="217" height="300" /></a></p>
<p class="MsoNormal"><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«</p>
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		<title>Gott macht Urlaub</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 06:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Früher, als unser Herrgott noch mit Mutter Natur verheiratet war und die beiden unter einem Dach zusammenlebten, war die Welt in Ordnung. Naja, halbwegs. Kräftig gesoffen hat er schon damals, sich im Haushalt um nix gekümmert, und auch sonst war der Kerl zu wenig nütze. Typisch Gott eben, ständig große Sprüche, aber wenn man ihn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Früher, als unser Herrgott noch mit Mutter Natur verheiratet war und die beiden unter einem Dach zusammenlebten, war die Welt in Ordnung. Naja, halbwegs. Kräftig gesoffen hat er schon damals, sich im Haushalt um nix gekümmert, und auch sonst war der Kerl zu wenig nütze. Typisch Gott eben, ständig große Sprüche, aber wenn man ihn braucht, lässt er sich nicht blicken. Seit ein paar Monaten läuft die Scheidung und die häusliche Lage hat sich unerfreulich zugespitzt. Bei denen geht es jetzt zu – schlimmer als damals bei Cramer gegen Cramer, sozusagen eine neuzeitlich dokusoapmäßig aufgemotzte RTL2-Version! Richtig fies eben, mit Haken und Ösen. Zum Glück habe die beiden keine Kinder, den Sorgerechtsstreit würde der Planet wohl kaum überstehen.</p>
<p>Egal. August ist bekanntlich der Monat fürs Faulenzen. Eingeführt und getauft vom römischen Kaiser Augustus, der neidisch auf Julius Caesar und das nach ihm benannte Kalenderzwölftel Juli war. Also packte der Kaiser seinen August mitten in den Sommer und machte sogar den 15. Tag des Monats zum Feiertag, an dem alle braven Römer und selbst die Sklaven frei hatten. Im August fährt man ans Meer oder grillt zumindest jeden Abend auf Balkons und Terrassen, man stellt hübschen jungen Mädchen nach oder träumt jedenfalls davon. Dieser Monat ist exklusiv dem Faulsein und der Entspannung gewidmet. So war’s zumindest mal.</p>
<p>Denn seit der göttlich-natürliche Haussegen unwiederbringlich aus dem Lot ist, lässt Mutter Natur es im August gern krachen. Überschwemmungen, Waldbrände, zur Auflockerung mal ein Erdbeben, Schlammlawinen oder ein paar Hurrikane – sie zieht alle katastrophalen Register. Dabei ist es ihr schnurz, wie viele Menschen ersaufen oder ob Cäsium 137 die aufsteigenden Rauchwolken würzt. Hauptsache Gott kommt im Urlaub nicht zur Ruhe. Nix mit Faulenzen, Grillen, Biersaufen und Weiberhinterherglotzen – die ganze Zeit rauschen Gebete rein wie unerwünschte Emails, wenn der Spamfilter ausgeschaltet ist. Obernervig. Dabei will Gott nur seinen himmlischen Frieden haben und nicht ständig von jammernden Katastrophenopfern angebetet werden. Tja, man kennt es ja aus dem Fernsehen, so eine zerrüttete Ehe kann die Hölle auf Erden sein. Besonders, wenn die Frau rechtschaffen verbittert ist und Phantasie hat. Ist sie, hat sie.</p>
<p>In diesem Jahr vermieste Mutter Natur unserem urlaubsreifen Herrgott den August schon bevor er richtig angefangen hat. Russland brannte, Pakistan soff ab, selbst in Sachsen ertranken die Rentner im Keller. Und überall dieselbe Reaktion – Mitleid erheischende Hände werden gen Himmel gereckt oder zu Fäusten geballt an schmerzerfüllte Brustkästen geschlagen, und danach wird feste gebetet. Die Pakistanis sind zu Recht sauer auf ihre Regierung und einen Präsidenten, der seinen Shoppingtrip quer durch Europa sogar noch verlängerte, statt nachhause zu eilen und wie weiland Gerd Schröder in die Gummistiefel zu schlüpfen. Also beten die Pakistanis wie wild. Den Russen brennen die Datschen überm Kopf weg, während Putin den allgegenwärtigen Volksrettungsspezialisten und fliegenden Feuerwehrmann gibt, und das Volk betet ganz bescheiden um Regen. Gleichzeitig betet Ratzischatzi, unser katholischer Vorbeter in Rom, dass die Opfer ihr Schicksal in Gelassenheit annehmen mögen. Wie blöd von ihm – wenn der Papst schon den direkten Draht nach oben hat, warum betet er den Leuten nicht gleich neue Häuser samt Hausrat herbei? Dazu Autos und wiederauferstandene Verwandte. Und vor allem Regen!</p>
<p>Weil der Papst Insiderkenntnisse hat. Natürlich weiß er genau, dass Gott sich im August einen Scheißdreck um irgendwelche Gebete schert. Welche göttliche Filiale oder Niederlassung man auch aufsucht, egal ob jüdisch, hinduistisch, christlich oder muslimisch – überall ist zu. Ordentlich ausgedruckt und laminiert steht „Wir machen Betriebsferien vom 24. Juli bis zum 11. September“ am Schaufenster, oder in der Tür hängt das vergilbte Blatt „Vorübergehend geschlossen“ vom Vorjahr. Ersatzweise einfach nur ein hastig hingekritzeltes „bin gleisch wider da“, wie am Kiosk, wenn man dringend Zigaretten oder kaltes Weizenbier braucht. Jeder halbwegs lebenserfahrene Kunde weiß, dass der Kioskheini dann so schnell nicht zurückkehrt. Wahrscheinlich Verdauungsprobleme. Wenn solch ein Schild draußen hängt, steht man nicht stundenlang rum und hofft und betet, sondern geht in die nächste Kneipe. Oder zur Tankstelle, die hat immer auf.</p>
<p>Liebe Russen, Chinesen, Pakistaner und sonstige Katastrophengebeutelte. Vergesst das Beten, es bringt nix. Schnappt euch Schaufeln, einen Eimer, ’ne Feuerpatsche oder meinetwegen auch einen großmäuligen Präsidenten. Und dann legt selber Hand an wo immer es Not tut, aber bitte nicht die betenden Hände in den Schoß. Denn Gott macht Urlaub, noch mindestens eine Woche. Falls er überhaupt jemals wiederkommt.</p>
<p>PS: Ich dürft gern rechts oben im Sidebar abstimmen, denn es interessiert mich tatsächlich, was ihr über Themen wie Klimawandel, Hunger und Terror denkt. Auch wegen meiner Auswanderungspläne. Danke.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Lass dein Ding in der Hose</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 06:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unsere wunderbare Medienwelt ist mittlerweile derart vielfältig und bunt, dass jedermann einen eigenen Berater braucht, um sich darin noch zurechtzufinden und grobe Schnitzer zu vermeiden. So sollte man zum Beispiel sein Handyvideo von echt aufregenden Ereignissen wie der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade nicht bei YouTube hochladen, wenn das Filmchen belegt, dass man sich nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere wunderbare Medienwelt ist mittlerweile derart vielfältig und bunt, dass jedermann einen eigenen Berater braucht, um sich darin noch zurechtzufinden und grobe Schnitzer zu vermeiden. So sollte man zum Beispiel sein Handyvideo von echt aufregenden Ereignissen wie der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade nicht bei YouTube hochladen, wenn das Filmchen belegt, dass man sich nur am Horror aufgegeilt und ansonsten keinen Finger gerührt hat, statt den Menschen zu helfen, die vor der erbsengroßen Kameralinse zerquetscht wurden.</p>
<p>Filmen und gefilmt werden wird ja immer populärer. Leider hält bei den meisten Hobbyfilmern weder die geistige Entwicklung noch ihre Eignung für das Regiefach mit den rasanten Fortschritten der elektronischen Technik Schritt. Ja, wenn dir dieser Satz zu kompliziert war, obwohl er nicht ein einziges Komma enthielt, solltest du ernsthaft überlegen, ob weniger Amateurvideos nicht besser für dich und deine Mitmenschen wären. Mein Tipp: Handy einfach mal in der Hosentasche lassen!</p>
<p>Wer nicht aktiv filmt, keine Chance zum Mitmachen bei Casting-Shows hat und trotzdem nach Starruhm lechzt, sitzt schon mal zuhause vor der Webcam und hält das mehr oder minder sendefähige Gesicht in die Linse. Populär dafür ist <a href="http://www.chatroulette.com/" target="_blank">Chatroulette</a>. Die Idee hatte Andrei Ternowski, ein junger Russe. Auf seiner Website kann man sich seit November 2009 per Zufallsgenerator mit irgendwem auf Gottes schönem Erdenrund verbinden lassen und dann einen lustigen Videochat abhalten. Wenn man Glück hat, befindet sich am anderen Ende der Leitung ein sympathischer Mensch, der sogar eine Sprache spricht, die man versteht. Bei ganz viel Glück entspinnen sich wirklich interessante Konversationen und man trifft womöglich Frau oder Mann fürs Leben. Das passiert aber wohl extrem selten.</p>
<p>Viel häufiger darf man jemandem dabei zusehen, wie er – denn es ist fast immer ein Mann, Frauen wichsen offenbar nicht so gern vor der Kamera – seinen mehr oder minder sehenswerten Schniedel aus der Hose holt und hektisch daran rumrubbelt. Der individuelle Lustgewinn einer solchen Aktion ist für jemanden wie mich, der keine exhibitionistische Tendenzen hat (wenn man mal von meinen sprachlichen Aus- und Auffälligkeiten absieht), schwer nachvollziehbar. Meistens wird die mit nackten Tatsachen konfrontierte Gegenseite doch wohl hurtig abschalten oder sich <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-04/chatroulette" target="_blank">zum nächsten Chatrouletter weiterklicken</a>, in der Hoffnung dort ein menschliches Gesicht und keinen geschwollenen Dickhead zu erblicken.</p>
<p>Besonders die prüden Amis stören sich inzwischen heftig an den dämlichen Onlinemasturbatoren und drohen deshalb damit, die Seite abzuschalten. Klar, wenn gottgläubige Teenies, die unbefleckt in die Ehe gehen wollen und nur mal harmlos durchs Netz surfen, mit ansehen müssen, wie irgendein Blödmann sich bekleckert – das traumatisiert. Abgesehen davon dürfen sie ja nicht selbst die nackten Brüste herhalten und unterwürfig-dankbar lächeln, während der Typ über ihnen abspritzt, wie ihnen das in fast jedem Porno vorbildhaft gezeigt wird. Solche Widersprüche verwirren junge Menschen nur unnötig, während sie noch nach der eigenen sexuellen Identität suchen und nebenbei ihr Taschengeld für Brustvergrößerung und Schamlippenstraffung sparen.</p>
<p>Aus Rücksicht auf amerikanische Befindlichkeiten fotografiert Chatroulette schon seit Wochen Schwänze und archiviert die Screenshots zusammen mit den IP-Adressen der Übeltäter. Außerdem haben die Betreiber einen speziellen Softwarefilter installiert, der ungeeignete Inhalte aufspürt und filtert. Wer sich also gern privat filmen lässt, sollte von nun an dreimal überlegen, ob er im Worldwideweb seinen nackten Pimmel zeigt, denn die Reaktion auf so viel Freizügigkeit könnte sehr undankbar ausfallen.</p>
<p>Wahrscheinlich wird die Piratenpartei nun Zeter und Mordio schreien. IP-Adressen und Schniedelfotos speichern – das ist ja wohl ein massiver Eingriff in die Rechte der Surfer, verletzt eklatant den Datenschutz. Tja. Zum Thema Eingriff fällt mir nur ein, dass niemand Probleme kriegt, der beim Videochat die Unterhose anbehält.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Winnetou im Sabbatjahr</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 07:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Sebastian Frankenberger, edler Nichtraucherschützer und langhaariger Streber, braucht neuerdings Personenschutz. Und das ist auch gut so, würde Wowereit sagen. Basti ist,  wie ich bereits freudig berichtete, der unermüdliche Initiator des bayerischen Volksentscheids gegen das Rauchen in Kneipen. Er war doch tatsächlich blöd genug und tauchte kurz nach Inkrafttreten des Nikotinnazigesetzes in den Bierzelten verschiedener [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sebastian Frankenberger, edler Nichtraucherschützer und langhaariger Streber, braucht neuerdings Personenschutz. Und das ist auch gut so, würde Wowereit sagen. Basti ist, <a href="http://www.kassandrus.de/blog/nikotin-nazis-wollen-weltherrschaft" target="_blank"> wie ich bereits freudig berichtete</a>, der unermüdliche Initiator des bayerischen Volksentscheids gegen das Rauchen in Kneipen. Er war doch tatsächlich blöd genug und tauchte kurz nach Inkrafttreten des Nikotinnazigesetzes in den Bierzelten verschiedener bayerischer Gemeinden auf. Krachledern in Bajuwarentracht, begleitet von einem Kamerateam der ARD, und in der Pose des rechtschaffenen Johnny Controletti. Leider hat er das Bad in der Menge überlebt, aber es fehlte nicht viel, und erboste Zecher hätten ihm den Schädel mit Maßkrügen eingeschlagen. Kellnerinnen schlitzten schon die ersten Kissen auf und Dachdecker holten bereits Teer von einer nahe gelegenen Baustelle. Doch kurz bevor man ihn teeren und federn konnte suchte Basti erschrocken das Weite.</p>
<p>Dort wird er jetzt notgedrungen eine Weile bleiben und verkündete daher eine einjährige Bierzeltpause. Wenn das bloß reicht. In Deggendorf und Waldkirchen wurde er ausgebuht und hat Zeltverbot, und angeblich wird er von München bis Rom auf der Straße angepöbelt. Tja. Vielleicht sollte er das Sabbatjahr für Friseurbesuche  und Konsultationen beim plastischen Chirurgen nutzen, dann klappt’s auch wieder mit dem Kneipengang. Oder er trägt eben Perücke, wie früher, als er <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/sebastian-frankenberger-der-mann-der-bayern-veraendern-will-1.969946-2" target="_blank">im Rokoko-Outfit den Fremdenführer gab</a> (lesenswerte Kommentare in der Süddeutschen Zeitung). Ganz besonders getroffen hat unseren aufrechten Basti übrigens das Lokal-Verbot in der Vereinskneipe der deutsch-österreichischen Gesellschaft im Innviertel. Herr Frankenberger ist bei dem Verein Schriftführer.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Rotes Kreuz schickt Rasierzeug</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 07:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz & Knapp]]></category>

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		<description><![CDATA[Keiner spendet für Pakistan und das ist auch kein Wunder. Gründe gibt’s etliche, hier nur ein paar. 
1: Extrem schlechtes Katastrophentiming, nämlich mitten in den Sommerferien. Der Tsunami kam zu Weihnachten, das war optimal. Außerdem haben wir dieses Jahr schon gespendet, für Haiti. 
2: Falsche Religionszugehörigkeit der Betroffenen. Christen und Buddhisten sind gut, Hindus und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keiner spendet für Pakistan und das ist auch kein Wunder. Gründe gibt’s etliche, hier nur ein paar. </p>
<p>1: Extrem schlechtes Katastrophentiming, nämlich mitten in den Sommerferien. Der Tsunami kam zu Weihnachten, das war optimal. Außerdem haben wir dieses Jahr schon gespendet, für Haiti. </p>
<p>2: Falsche Religionszugehörigkeit der Betroffenen. Christen und Buddhisten sind gut, Hindus und Juden geht so, Muslime will keiner. Da fragt man sich nämlich gleich, warum die Saudis ihr vieles Geld nicht nach Pakistan schicken. Und was die Taliban mit der Dosenleberwurst aus den CARE-Paketen machen, die essen doch kein Schweinefleisch. </p>
<p>3: Die Opfer sehen irgendwie nicht nett aus. Süße braune Schokobabies wie auf Haiti unterstützen wir gern, adoptieren sie sogar auf dem kleinen Dienstweg. Aber diese schnauzbärtigen Typen in ihren Kaftans und Schlabberhosen – nein danke!</p>
<p>Praktischerweise schickt das Rote Kreuz heute eine ganze Flugzeugladung mit Hilfsgütern nach Pakistan. Vor allem Einwegrasierer. Damit mehr Spenden kommen. Und zum Glück ist Ramadan, da fasten die Muslime tagsüber sowieso. Müssen sie jetzt nur noch die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang hungern, halb so schlimm.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Macht mich zum Weltherrscher!</title>
		<link>http://www.kassandrus.de/blog/macht-mich-zum-weltherrscher</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Demokratie ist wie eine Motorsense – gerät sie in die falschen Hände, hat das meist verheerende Folgen. Deshalb bin ich gegen Volksbegehren und Mitbestimmung und wünsche mir schnellstmöglich eine weltumspannende Diktatur. Meinetwegen mit mir als Chefdespoten, falls den Job sonst keiner haben und anständig erledigen will. Ob ich meinen überraschenden Standpunkt ein wenig erläutern mag, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie ist wie eine Motorsense – gerät sie in die falschen Hände, hat das meist verheerende Folgen. Deshalb bin ich gegen Volksbegehren und Mitbestimmung und wünsche mir schnellstmöglich eine weltumspannende Diktatur. Meinetwegen mit mir als Chefdespoten, falls den Job sonst keiner haben und anständig erledigen will. Ob ich meinen überraschenden Standpunkt ein wenig erläutern mag, möchtest du wissen? Gern. Schauen wir uns drei aktuelle Beispiele an und gehen dazu nach Hamburg, in die Schweiz und nach Kalifornien.</p>
<p>In Hamburg hat neulich eine Allianz aus verstörten Bildungsbürgern und hanseatischen Pfeffersäcken mit einer teuren Medienkampagne die gut gemeinten Bestrebungen des Senats für mehr Gerechtigkeit im Bildungswesen torpediert. Die Alliierten schürten Angst und Standesdünkel und verhinderten per Volksentscheid den rotgrünen Plan, dass Schüler zukünftig sechs Jahre zusammen lernen sollen, anstatt schon in der vierten Klasse für Gymnasium, Real- oder Hauptschule durchsortiert zu werden. Hinter der Kampagne steckte vor allem der Wunsch vieler Besserverdiener, ihre verwöhnten Rotzblagen möglichst schnell von schmuddeligen Unterschichtskindern trennen und aufs Gymnasium schicken zu können. Pisatest hin oder her. Dabei gehen Kids in Finnland, bekanntlich Testsieger der Pisastudie, neun Jahre lang zusammen zur Schule. So viel also zum Thema Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Volkes Stimme spricht, Dummheit siegt.</p>
<p>Auch in der Schweiz, dem europäischen Musterland der Basisdemokratie, stimmt das Volk meistens für die Beibehaltung des Altgewohnten, für konservative bis reaktionäre Ideen. 80 nationale Volkbefragungen seit dem Jahr 2000, und was kam dabei heraus? Lebenslange Verwahrung von Sexual- und Gewaltstraftätern, Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen und ein Verbot des Baus von Minaretten. Die demokratiebegeisterten Eidgenossen stimmten noch 1959 gegen das Frauenwahlrecht, 1986 gegen den Beitritt zur UN, und 2001 gegen niedrigere Arzneimittelpreise und die Einführung einer Kapitalertragssteuer. Volkes Mund tut Weisheit kund? Vielleicht sollte das Volk lieber mal die Schnauze halten und Leute entscheiden lassen, die sich auskennen. Mich zum Beispiel.</p>
<p>Kalifornien, wo es bekanntlich niemals regnet, ist pleite. Ende Juli schickte Arnie 200.000 Staatsbedienstete in den unbezahlten Zwangsurlaub, weil der muskulöse Gouverneur keine Kohle für die Gehälter hat. Seit 1911 darf das Volk im Golden State auf direktem Wege mitbestimmen, und das rächt sich jetzt fürchterlich. Mit Proposition 13 haben die Kalifornier im Jahr 1978 dafür gesorgt, dass die Steuereinnahmen des Staates faktisch eingefroren wurden. Steuererhöhungen müssen nun immer mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden, was aber gegen die menschliche Natur ist. Schließlich ist sich jeder selbst der Nächste, deshalb sind parlamentarische Mehrheiten für Vernunft und Verzicht selten. 1990 wurde dann mit Proposition 111 beschlossen, dass es für Ausgaben keine Limits mehr gibt. Das war der Beginn des Höllenritts in die Staatspleite – Einnahmen deckeln und Ausgaben nach Gusto erhöhen. Tolle Idee! Besonders empörend ist in Kalifornien, dass nahezu jeder Volksentscheid von finanzkräftigen Interessengruppen angeleiert und durchgepeitscht wird. Deshalb verdienen Gefängniswärter nun 100.000 $ im Jahr und Lehrer kriegen fürstliche Gehälter plus ultrafette Renten. Gleichzeitig liegt Kalifornien beim US-Pisatest auf Platz 49 von 50 Staaten der USA – der Qualität des Bildungswesens hat das viele Geld nicht genützt.</p>
<p>Wann&#8217;s hier was zu lachen gibt? Heute nicht, Schätzchen, aber ich mach’s kurz. Hoffentlich. Also, bei einem Großbrand käme doch wohl keiner auf die Idee, eine Anwohnerversammlung einzuberufen und alle Einwohner demokratisch entscheiden zu lassen, wo und wie gelöscht werden soll, oder? Wenn eine gefährliche Epidemie sich ausbreitet, würde man kaum alle Leute mitentscheiden lassen, ob, wann und wie viel Impfstoff gekauft werden soll. Hah, jubilierst du jetzt innerlich (wenn du im dem-Klugscheißer-muss-dringend-mal-einer-die-Meinung-sagen-Modus bist), und dann läuft’s so wie bei der Schweinegrippe. Ein Haufen Geld wird unnütz verpulvert. Ja, das kann passieren. Doch zuviel Impfstoff bei einer eher harmlosen Krankheit ist zwar lästig, aber besser als umgekehrt.</p>
<p>Und jetzt komme ich endlich auf mein Lieblingsthema, das Große, Ganze, Globale. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich würde mich lieber von einem Diktator mit Grips und Weitsicht regieren lassen, dem das Wohl des Volkes wichtig ist, als von jener Sortierung rückgratloser Fähnchennachdemwindedrehern, die heute in fast allen Demokratien der Welt am Drücker ist. Obama als Weltherrscher oder zumindest Chef eines internationalen Ältestenrats? Jeweils fünf Frauen und Männer mit Erfahrung, Integrität und Durchsetzungsvermögen. Erstmal für zwei Jahre? Warum nicht. Solange es fast allen gut ging und die Zukunft als Silberstreif am Horizont glänzte, waren unfähige Politiker ein ärgerlicher Aspekt der Wirklichkeit, aber nicht lebensbedrohlich. Doch nun sind die Karten neu gemischt, weht uns ein steifer Wind mitten ins Gesicht, steigt das Wasser stetig und erreicht bald Schulterhöhe. Global und bildlich gesprochen, also nicht nur in Sachsen und Pakistan. Glaubt ihr denn wirklich, dass mit dem schwächlichen Führungspersonal und gleichgültigen Stimmvieh von heute eine existenzielle Herausforderung wie der globale Klimawandel gemeistert werden kann? Wirklich? Na Mahlzeit – dann glaubt das aber bitte für mich mit.</p>
<p>Demokratie ist eine Schönwetterstaatsform, sie taugt nicht für die Art von Orkan, die uns bevorsteht. Und Volksentscheide sind wie Schnaps: In kleinen Mengen belebend und durchblutungsfördernd, doch zu reichlich genossen führen sie zu Säuferwahn und Leberzirrhose. Überlegt euch deshalb gut, ob ihr mich nicht doch zu eurem Diktator machen wollt, bevor ich mich traurig dem Suff ergebe und nur noch Matsch in der Birne habe. Tolerant wie ich bekanntlich bin, würde ich die Macht auch mit ein paar anderen Schlauköpfen teilen, damit wir eine globalen Krisenstab bilden und hart gegenlenken können, bevor der Menschheitskarren endgültig vor die Wand gefahren wird. Denkt mal drüber nach, denken tut ja eigentlich nicht weh.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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