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	<title>Perlenschwein</title>
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	<description>Satirisch-freche Welt- und Selbstbespiegelung für Leute mit Grips und Spaß an Sprache</description>
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		<title>Holzbein und Klabautermann</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 15:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich war bei den Piraten. Nein, nicht die ganzen letzten vier Wochen, die ich hier sybillinisch vor mich hin geschwiegen habe – bin ja nicht entführt worden. Luxuskreuzfahrten am Horn von Afrika sind nix für unsereinen und weder die Dortmunder Neonaziszene noch die großzügig den Koran verschenkenden Salafisten hassen mich genug, um ein Kidnapping ernsthaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war bei den Piraten. Nein, nicht die ganzen letzten vier Wochen, die ich hier sybillinisch vor mich hin geschwiegen habe – bin ja nicht entführt worden. Luxuskreuzfahrten am Horn von Afrika sind nix für unsereinen und weder die Dortmunder Neonaziszene noch die großzügig den Koran verschenkenden Salafisten hassen mich genug, um ein Kidnapping ernsthaft zu erwägen. Übrigens, die Lebensabschnittsgefährtin bangt diesbezüglich bisweilen. Seltsamerweise wird in ihren Fantasien aber sie selbst von Nazis oder Salafisten verschleppt, vergewaltigt und halbtot im Dreck verscharrt, nicht etwa ich. Angst um mich scheint sie nicht zu haben, sorgt sich offenbar nur um meinen Kontostand und ob ich das Lösegeld für sie zahlen kann. Aber ich komm schon wieder vom Thema ab. Sorry. Und wo ich schon dabei bin, kann ich mich dafür auch gleich entschuldigen. Für das Thema. Gähnend langweilig, übelster Mainstream, total ausgelutscht. Tut mir leid.</p>
<p>Also ich war bei den Piraten. Einen Abend lang, eigentlich nur einen halben. Und nicht am Strand von Somalia, sondern im <a href="http://tarantababu.de/" target="_blank">Taranta Babu</a>. Urgestein einer alternativen Dortmunder Kulturstätte, Buchladenkneipebegegnungsstätteundmehr, mitten im Studentenviertel der Stadt gelegen und nunmehr Treffpunkt der Piratenpartei. Immer Mittwochs um halb acht, jeder ist willkommen. Mittwoch vor einer Woche gewitterte und schüttete es abends derart, dass mich die Lust verließ, ich die Recherche verschob und daheim blieb, aber vorvorgestern schwang ich mich beherzt aufs Rad und gelangte zwischen zwei Schauern tatsächlich trocken ins Kreuzviertel. Vor der Kneipe standen etwa zwanzig Leute in der Abendsonne, nasser Asphalt dampfte, man schwatzte in kleinen Grüppchen oder schwieg allein vor sich hin, manche rauchten. Auf meine Nachfrage bestätigte mir ein dynamischer Jungpirat, dass der Pulk ein Rückstau des Piratentreffens sei, weil, der Saal wäre eben erst aufgeschlossen worden, das Wetter is doch so schön und er müsse sich unbedingt noch ein Lungenbrötchen reinziehen. Lungenbrötchen finde ich noch dämlicher als Lungentorpedo. Egal. Ich, seit vielen Jahren Nichtraucher, bedankte mich für die Auskunft, stapfte in den Saal und sicherte mir einen der knappen Sitzplätze, vorerst in zweiter Reihe.</p>
<p>Insgesamt versammelten sich dort bis acht Uhr rund fünfzig Menschen um einen großen Tisch, besetzten ein buntes Sammelsurium von Stühlen und alten Sofas, bestellten Bier und Mate, quasselten durcheinander oder schwiegen diszipliniert. Die quirlige Gruppe wurde dann aufgeteilt, vorn in der Kneipe sollten die ganz Neuen eine mündliche Einführung in die Geheimnisse des Piratentums bekommen, hinten im Saal würde die Ortsgruppe diskutieren und Parteiarbeit leisten. Der Vortänzer für die Neulinge sei zwar heut nicht da, aber kein Problem, da würde man eben improvisieren. (Improvisieren ist eine der großen Piratentugenden, soviel habe ich mittlerweile begriffen.) Ich blieb im Saal, nahm Platz am Tisch und erlebte mein erstes Piratentreffen. Also ein halbes, denn gegen halb zehn machten die Nachwuchspolitiker eine Pause zum Durchatmen, Pullern und zur Aufnahme eventueller Lungenbrötchen. Ich trat aber den Heimweg an, weil mein Magen knurrte und ich bereits genug gesehen hatte.</p>
<p>Um es kurz zu machen: Ich bin enttäuscht. Viele meiner Vorurteile wurden nicht bestätigt. Ich hab mich sogar erschreckend wohl gefühlt. Es ist nicht auszuschließen, dass ich auch an zukünftigen Piratentreffen teilnehme, so leid es mir tut.</p>
<p>Ich habe in der Vergangenheit gern über die Piraten gelästert und werde das wohl auch in Zukunft tun, sie fordern förmlich dazu heraus. Neulich beispielsweise: Livestream vom Parteitag, man arbeitet am Programm, legt Inhalte der Piratenpolitik fest. Endlos wird ein Vorschlag militanter Tierschützer diskutiert, die allen Ernstes in ihren Gesetzesentwurf zum Schutze der Heimtiere auch Insektenlarven einbeziehen wollen, wie sie üblicherweise an Reptilien verfüttert werden. Schützt Mehlwürmer und argentinische Waldschaben! Tolles Thema, ganz große Politik. Typisch Piraten – dämlicher Name, peinliche Planlosigkeit und fachliche Inkompetenz, der stümperhafte Umgang mit den Medien, die bescheuerten Klamotten undsoweiterundsofort. Die Piraten werden doch nur von Computernerds und frustrierten Spinnern gewählt, die sind ruckzuck wieder weg vom Fenster. Von nix ’ne Ahnung, aber im Landtag sitzen. (Nein, ich bin nicht neidisch, überhaupt nicht!)</p>
<p>So oder ähnlich arrogant dachte man vielleicht nach dem Überraschungserfolg bei der Berliner Landtagswahl, aber nun sitzen die Piraten bereits im Saarland und in Schleswig-Holstein in den Parlamenten und kaum jemand bezweifelt, dass sie ab Sonntag auch in Düsseldorf Sitze und Büros haben werden. Sie sind zu einem Phänomen geworden, das sich nicht mehr ignorieren lässt, und obwohl sich von Günther Jauch über <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1637378/Protestpartei-Piraten?" target="_blank">Frontal 21</a> bis zu Markus Lanz fast alle Medienleute redlich Mühe geben, die Piraten schlecht aussehen zu lassen; obwohl die Berichtserstattung in der Presse insgesamt eher abwertend ist und die Partei neben guten auch blöde Ideen verfolgt, wird man sich mit den Leuten auseinandersetzen müssen. Es ist leicht sie zu verspotten, aber sie werden nicht einfach wieder verschwinden. Vielleicht gehen von ihnen tatsächlich gute, erneuernde Impulse aus. Unser Land und seine Politikerkaste könnten es dringend vertragen.</p>
<p>Übrigens, von den etwa fünfzig Freibeutern und Sympathisanten am Mittwoch waren acht weiblichen Geschlechts. Altersmäßig war von knapp 20 bis über 60 alles dabei, der Schwerpunkt lag so um die dreißig Jahre. Das Spektrum reichte von milchbärtigen BWL- und Informatik-Studenten, rüstigen Frührentnern, verbiesterten Altkommunisten und frisch enttäuschten FDPlern über Leute, denen Langzeitarbeitslosigkeit und Liebe zu digitalen Medien an Mimik und Körperumfang abzulesen war, einem smarten Trenchcoatbesitzer bis zu blassen Typen, denen das geistige Kleingärtnertum ins Gesicht geschrieben steht – aber vorwiegend versammelten sich dort wache, politisch interessierte und aufgeschlossene Zeitgenossen. Leute wie du und ich eben. Erstaunlich.</p>
<p>Eigene Schwächen wurden auf erfrischend lockere Art thematisiert, der Versammlungsleiter führte dabei brav eine Liste für die Wortmeldungen. Der Pressekoordinator berichtete von einer verunglückten Podiumsdiskussion, bei der es ihm nicht gelang, die anwesenden Künstler und das Publikum von den Vorzügen eines geänderten Urheberrechts zu überzeugen. Ich verstehe die Piraten bei dem Thema auch nicht und befürchte, dass mit der Abschaffung von GEMA und ähnlichen Rechteverwertern noch weniger Geld bei Kulturschaffenden ankommt als bisher schon. Wenn’s ums Urheberrecht geht, plädiere ich eigentlich für die Zehn-Prozent-Hürde, aber man kann ja trotzdem mal drüber nachdenken. Später beklagte eine Frau wortreich, dass sie am Wahlstand in der Fußgängerzone viele Bürgerfragen nicht beantworten könne. Dafür gäbe es doch die Battlecards, da stünden die wichtigsten Parteipositionen drauf, kam es aus der Runde. Wo sie denn diese Battlecards herbekäme, fragte die Straßenwahlkämpferin kleinlaut. Aus der <a href="http://wiki.piratenpartei.de/BattleCards" target="_blank">Piraten-Wiki</a> natürlich, antwortete der Pressekoordinator. Tja, dann brauch ich wohl ’ne Wiki-Schulung, brummte sie verzagt.</p>
<p>Ich hab mich an den Diskussionen lebhaft beteiligt und in der Rauchpause beim Versammlungsleiter höflich verabschiedet. Es war angenehm, als Fremder einfach so an der Sitzung teilnehmen und mitreden zu können, teilte ich ihm mit. Außerdem sei der Nerdigkeitsfaktor der Gruppe überraschend niedrig. Ja, wir wären schließlich nicht in Berlin, kam es fröhlich zurück. Auch die Gesichtsnerdigkeit war so gering, dass ich von meiner ersten Begegnung mit leibhaftigen Piraten insgesamt angenehm überrascht bin. Oder eben doch enttäuscht, weil ich sie nun nicht mehr hassen kann. Sogar verachten wird schwer. Wählen werde ich sie vorerst nicht, aber weiterhin im Auge behalten. Und wenn sie mal jemanden brauchen, der ihr Parteiprogramm um wirklich wichtige Inhalte ergänzt, sollen sie mich fragen. Ideen hätte ich genug.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Verschenkt</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 07:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Statt mühevoll recherchierter und ellenlanger Texte kommt heute nur hastig Hingerotztes, das aber wenigstens ohne politische Korrektheit. Der Anlass: Radikalislamistische Salafisten verschenken derzeit in Deutschlands Fußgängerzonen insgesamt 25 Millionen Koran-Exemplare. Eine schöne und brüderliche Geste, die fürs diesjährige Osterfeuer jedoch leider zu spät kommt. Schade, brennende Korane bei Bratwurst, Bier und mariniertem Schweinenacken – das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Statt mühevoll recherchierter und ellenlanger Texte kommt heute nur hastig Hingerotztes, das aber wenigstens ohne politische Korrektheit. Der Anlass: Radikalislamistische Salafisten verschenken derzeit in Deutschlands Fußgängerzonen insgesamt <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/missionierungsaktion-verfassungsschutz-warnt-vor-korantverteilung_aid_735784.html" target="_blank">25 Millionen Koran-Exemplare</a>. Eine schöne und brüderliche Geste, die fürs diesjährige Osterfeuer jedoch leider zu spät kommt. Schade, brennende Korane bei Bratwurst, Bier und mariniertem Schweinenacken – das hätte ordentlich für Empörung gesorgt. Man regt sich ja kaum noch auf. Hinter der Aktion steckt offenbar der Kölner Abu Nagie, ein Hassprediger, gegen den die Staatsanwaltschaft bereits <a href="http://www.taz.de/!77963/" target="_blank">im September letzten Jahres Anklage erhob</a> und wegen verschiedener Vergehen ermittelt. Der Zentralrat der Muslime kritisierte die bundesweite Bücherspende übrigens scharf.</p>
<p>Nun eine gute Nachricht: <a href="http://images.zeit.de/politik/ausland/2012-03/rick-santorum/rick-santorum-540x304.jpg" target="_blank" rel="lightbox[5288]">Rick Santorum</a> hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner aufgegeben. Der erzreaktionäre Frömmler wurde nach eigener Aussage von Jesus persönlich beauftragt, den göttlichen Willen durchzusetzen und die Vereinigten Staaten eigenhändig vor moralischer Verderbtheit, hohen Steuersätzen für Besserverdiener und der Geißel des Sozialismus zu erretten. Entweder hat Jesus es sich nun plötzlich anders überlegt oder er war einfach zu faul zum Spendensammeln. Jeder weiß doch, dass bei Wahlkämpfen in Amiland meist das Geld entscheidet, ohne Moos ist da nix los.</p>
<p>Der Hedgefonds-Manager Mitt Romney besitzt bekanntlich genug Geld und wird nun wohl im November gegen Barack Obama antreten. Mitt hat etwa 250 Millionen Dollar auf dem Konto und <a href="http://www.n-tv.de/wirtschaft/kolumnen/Im-Cadillac-durch-Michigan-article5613256.html" target="_blank">seine Frau fährt ein paar Cadillacs</a>. Abwechselnd natürlich. Der aalglatte Republikaner hat klare Ziele, er kämpft für weniger staatliche Bevormundung und gegen die verhasste gesetzliche Krankenversicherung, für niedrigere Spitzensteuersätze und gegen die widerliche spätrömische Dekadenz der Armen. Obama hingegen will die Reichen zur Kasse bitten und Geld für Bildung und Soziales ausgeben. Endlich ein Duell nach meinem Geschmack – links mit Grips gegen rechts mit Kohle. Vielleicht sind die amerikanischen Wähler doch nicht ganz so blöde, wie es oft scheint, und bescheren Obama eine zweite Amtszeit. Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Wahlkampf mit der Waffe</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 16:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer nicht wirbt, der stirbt. Gut – wer wirbt, stirbt auch, aber wahrscheinlich später, angenehmer, reicher oder mit höherem Bekanntheitsgrad. Ich zitiere diesen abgedroschenen Leitsatz aus den Kindertagen des globalisierten Turbokapitalismus auch nur, um auf die Lage zweier Berufsgruppen aufmerksam zu machen. Politiker und Amokläufer. An beide Abarten der Spezies Humanoide (haben Primaten und primitiv [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer nicht wirbt, der stirbt. Gut – wer wirbt, stirbt auch, aber wahrscheinlich später, angenehmer, reicher oder mit höherem Bekanntheitsgrad. Ich zitiere diesen abgedroschenen Leitsatz aus den Kindertagen des globalisierten Turbokapitalismus auch nur, um auf die Lage zweier Berufsgruppen aufmerksam zu machen. Politiker und Amokläufer. An beide Abarten der Spezies Humanoide (haben Primaten und primitiv eigentlich den gleichen Wortstamm?) habe ich mich in der Vergangenheit wiederholt gewandt, mit guten Ratschlägen und konstruktiver Kritik, manchmal sogar mit mildem Spott. Letzterer wird diesmal ausbleiben, versprochen. Großes Indianerehrenwort, ohne Ehrensold.</p>
<p>Rückschauend betrachtet, scheinen Amokläufer eher auf meine wohlgemeinten Ratschläge zu hören als Politiker. In der Weltpolitik wird wie bisher nach Schema F gestümpert, gelogen und getrickst, wohingegen die für brutale Bluttaten, heilige Kriege &amp; sinnlose Morde zuständige Branche sich kontinuierlich weiterentwickelt. In meiner <a href="http://www.kassandrus.de/blog/anleitung-fuer-amoklaeufer" target="_blank">Anleitung für Amokläufer</a> habe ich vor drei Jahren wertvolle Impulse gegeben, die offenbar dankbar aufgenommen wurden. Zugegeben, ich habe auch Trends verschlafen und irrtümlich sogar explizit von Angriffen auf Kleinkinder oder deren Betreuungspersonal abgeraten. Das würde ich im Lichte der aktuellen Entwicklungen natürlich nicht mehr tun, denn im gnadenlosen Wettbewerb um mediale Aufmerksamkeit ist das Töten von Kindern längst zum Trend geworden.</p>
<p>Der 38-jährige US-Sergeant Robert Bales ging kürzlich sogar soweit, dass er neun Kinder in ihren Betten erschoss oder erstach und dann einige der kleinen Leichname anzündete. Damit belegte er kurzfristig den Spitzenplatz im Rennen um den blutrünstigsten Amoklauf des Jahres 2012, allerdings wurde er wenige Tage nach seiner Wahnsinntat vom Rollerfahrer aus Toulouse knapp überholt. Mohamed Mehra hat zwar nur drei Soldaten, einen Rabbi und drei jüdische Kinder erschossen, aber erstens gibt es für jüdische Kinder seit dem Holocaust die dreifache Punktzahl, zweitens waren das hübsche französische Mittelstandsgören und nicht die ungewaschene Nachkommenschaft von Analphabeten, Opiumbauern und Talibansympathisanten, und drittens zählt auch der Rabbi doppelt. Außerdem filmte der Killer seine Taten, live und in Farbe – das ist wirklich innovativ. Er trug eine digitale Weitwinkelkamera vor der Brust, wie sie manche Extremsportler verwenden, bevor sie sich auf Skiern oder mit dem Snowboard von Alpengipfeln in die frischverschneite Tiefe stürzen, um Lawinen auszulösen und dabei arglose Touristen umzubringen. Aber ich schweife ab.</p>
<p>Politiker werden nahezu rund um die Uhr gefilmt (zum Glück bleiben uns Bilder aus ihren Schlafzimmern bisher erspart, denn wer möchte schon Ilse Aigner, Guido Westerwelle oder Angela Merkel beim lieblosen Routinesex beobachten?), während sie der hungrigen Journalistenmeute die üblichen Halbwahrheiten und ein paar kalorienarme Infobrocken entgegenwürgen. Auf Schritt und Tritt blicken unsere Volksvertreter in Kameraobjektive, überall recken sich ihnen erigierte Mikrofone entgegen, in die sie dann mickrig-magere Messages sprechen. Fast immer nur hohles Wortgeschwurbel, das jeder Hauptschulabsolvent als Konglomerat aus nichtssagenden Floskeln und immergleichen Versatzstücken erkennt, und sich am Fernseher entsprechend gelangweilt ab- und seiner Lieblingsserie zuwendet. Keine Sau interessiert sich mehr für Politik, aber ein anständiges und handgemachtes Blutbad – da wäre mancher gern dabei, zumindest am Bildschirm.</p>
<p>[Ich hasse Umschreibungen. Nein, nix gegen Metaphern und stimmige Wortbilder, aber ich schreibe Texte höchst ungern um. Musste ich aber diesmal, denn bei der Urschrift dieses Beitrags war Mohamed Mehra angeblich noch ein Unbekannter und auf der Flucht. Als der Beitrag vor gut zwei Wochen erscheinen sollte, hatte die Polizei den Attentäter dann jedoch umstellt und setzte ihm dauernd neue Ultimaten. Um ihn schließlich per Kopfschuss zum Schweigen zu bringen, denn Mohamed war für die Behörden kein Unbekannter. Ein fachgerecht applizierter Kopfschuss reduziert bekanntlich das Mitteilungsbedürfnis der meisten Menschen deutlich. Ich wartete also weiter ab, zum Beispiel darauf, dass der große Bruder von Mohamed („Ich bin stolz auf die Taten meines Bruders!“) unter rätselhaften Umständen in der Untersuchungshaft verstirbt oder dass Beweise für Zahlungen des Geheimdienstes an den fleißigen Todesschützen auftauchen. Vergebens. Mittlerweile wissen wir ja, dass Mohamed ein alter Bekannter der Polizei war. Die halbe Familie Mehra gehörte zu Al-Kaida, er selbst besuchte ein Ausbildungslager in Pakistan, wurde 2010 in Afghanistan verhaftet und nach Frankreich ausgeliefert, seine Akte umfasst 15 Straftaten, er saß zweimal im Knast und besaß ein gigantisches Waffenarsenal inklusive Maschinenpistole und Handgranaten. Sein Idol war der Terminator und er liebte Ballerspiele. (Nein, Ballerspiele senken die Hemmschwelle potenzieller Gewaltäter nicht. War bestimmt Zufall, dass er das eine Mädchen am Pferdeschwanz festhielt, bevor er ihr kindliches Gehirn durch den Schulflur pustete.) Als ich dann wieder am Text arbeitete, landete Mohameds Video bei Al-Dschasira und es wurde bekannt, dass der französische Innenminister sofort nach der Bluttat die Ermittlungen in Toulouse an sich gerissen hatte. Nicht etwa, weil er besonders viel Ahnung von Polizeiarbeit hätte, sondern weil an der Sache etwas oberfaul war. Da hatte ich die Schnauze gründlich voll und beschloss, noch ein Woche zu warten. Vielleicht würde das Killervideo ja doch noch geleakt. Bisher nicht. Eigentlich habe ich keine Lust mehr, diesen Beitrag zu veröffentlichen, aber nachdem ich endlos dran rumgemurkst habe, muss er raus. Braucht ihn ja nicht zu lesen, Leute.]</p>
<p>Schon in der ersten Version dieses Textes vermutete ich, dass Mohamed Mehra im Auftrag von Sarkozy unterwegs sei, als Wahlkampfhelfer. Mittlerweile traut man den Mächtigen und Machtgeilen dieser Welt ja fast jede Sauerei zu. Warum hat die Polizei Mehras Wohnung anderthalb Tage lang umstellt, angeblich um ihn lebend zu verhaften, dort aber weder Tränen- noch Betäubungsgas eingesetzt, sondern den Mann per Kopfschuss erledigt? Ähnlich wie der Verfassungsschutz bei unserer NSU kannten die französischen Geheimdienste Mohamed Mehra sehr gut, man war fast befreundet. Sie benutzten ihn wahrscheinlich als lebende Zeitbombe, wie einen tollwütigen Pitbull, den man jederzeit von der Kette lassen kann. Und als die Umfragen überdeutlich zeigten, dass der Sozialist François Hollande die nächste Präsidentschaftswahl gewinnen würde, wurde der bewaffnete Wahlkampfhelfer aktiviert. Wahrscheinlich hatte man ihm im Knast einen Funkchip ins Gehirn implantiert, als Fernsteuerung. Oder es gab einen geheimen Deal, nach dem Motto „Ein paar kleine Morde, Mohamed, dann verschaffen wir dir eine neue Identität und du kannst in Ultrafrührente gehen.“ Mit 23 Jahren und einem Koffer voller Geld, am Strand von Französisch-Polynesien, umgeben von Jungfrauen. Gut, vielleicht keine echten Jungfrauen im Sinne von unberührt, und auch weniger, als ihm im Paradies für muslimische Märtyrer zustehen würden. Aber dafür knackige Bikinischönheiten aus Fleisch und Blut, die dem pensionierten Wahlkampfhelfer jeden Wunsch von den Lippen ablesen.</p>
<p>Also schwang sich der arbeitslose Karosseriebauer, der gegen seinen Wunsch nicht in die Armee eintreten durfte, auf seinen Motorroller und tötete. Mediengerecht und wahlkampfwirksam, für Präsident Sarkozy und das Vaterland. Schließlich hat nicht jeder soviel Glück wie weiland Gerhard Schröder mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oderhochwasser_1997" target="_blank">Oderhochwasser</a>, und Überschwemmungen auf Bestellung gibt es bisher noch nicht. Die Wirkung der Morde ließ jedenfalls nicht lange auf sich warten, in den Umfragen holte der abgehalfterte Noch-Präsident innerhalb einer Woche vier Prozentpunkte auf. Endlich ging es in den Medien wieder um Law and Order statt um Jobs und Schulden, keine Sau interessierte sich noch für François Hollande und seine Millionärssteuer. Nicolas Sarkozy auf allen Kanälen, ergreifende Reden an den Särgen ermordeter Kinder, mutige Versprechen an die Nation, dass bald alles besser, jedes Opfer gerächt und vor allem der Täter gefasst wird. Letzteres ging dann zwar verdächtig schnell, aber vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl darf man nicht ewig zögern. Außerdem war Mohamed Mehra ja sozusagen im Staatsdienst, da brauchte die Polizei nicht lange suchen, und man musste das Medieninteresse nutzen. Bevor ein Tsunami oder irgendeine dämliche Katastrophe die Leute ablenkt.</p>
<p>Völlig haltlose Verschwörungstheorie – das Ganze war ein Zufall?! Ein radikaler Islamist erschießt erst drei Migranten, darunter einen Dunkelhäutigen und zwei Muslime, und die Woche drauf jüdische Schulkinder sowie einen Rabbi? Kurz vor der Wahl, eine Stadt in Panik, und der Präsident kann den Retter spielen? Zufall? Bullshit, besonders nach dem Reinfall mit Merkels Wahlkampfhilfe. Was konnte dem angeschlagenen Sarkozy und bekennenden Ausländerfeind denn Besseres passieren als ein paar empörende Bluttaten, ausgeführt von einem unverbesserlichen Islamisten? Wer hat denn vor zehn Jahren die Kontaktbereichsbeamten aus den französischen Vorstädten abgezogen und damit für bürgerkriegsähnliche Zustände in den Banlieues gesorgt? Sarkozy, der kleinwüchsige Rechtsausleger. Die Aktion Mehra ist optimal gelaufen und Sarkozys Spindoctors sind hochzufrieden. Jetzt müssen sie noch ein paar Wochen auf ihren Möchtegernnapoleon aufpassen, damit er keinen Blödsinn anstellt, wiedergewählt wird und samt Tochter Giulia und säuselnder Chansonette im Élysée-Palast wohnen bleiben kann. Alles bleibt wie es ist, nix wird gut.</p>
<p>Georg Schramm zitierte sich bei der letzten Verleihung des Kleinkunstpreises selbst. Er fordert nämlich seit Jahren vergebens, dass doch endlich mal ein Fernsehfuzzy den Mut haben möge, einem schwammig schwafelnden Politiker das Mikro abzuschalten. Im Interview oder bei einer Talkshow. Nach dem Motto: „Ich hab Sie jetzt dreimal gefragt und Sie haben die Frage dreimal nicht beantwortet. Das war’s, Sie können Ihr Getränk gern noch austrinken, aber ich will von Ihnen kein Wort mehr hören!“ Politikern kann man immer nur wieder raten, es doch mal mit der Wahrheit zu versuchen, aber diese Idee setzt sich nicht durch. Der ungarische Staatspräsident Schmitt hat immerhin 197 von 215 Seiten seiner <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,824695,00.html" target="_blank">Doktorarbeit abgeschrieben</a>. Kein Wunder, dass bei einer aktuellen Umfrage nur neun Prozent der Deutschen noch Vertrauen zu Politikern hatten. Die Röslers, Kauders und Pofallas bilden das Schlusslicht einer Liste, die von Feuerwehrleuten und Krankenschwestern angeführt wird. Keiner glaubt euch, keiner mag euch, liebe Volksvertreter. Schade. Ehrlich ist out, wenn man mal von den Piraten absieht. Und die sagen auch nur ehrlich, dass sie von Politik, Wirtschaft und dem ganzen Zeug keine Ahnung haben.</p>
<p>Amokläufern Tipps zu geben ist vergleichsweise einfach, obwohl es kaum noch ungebrochene Tabus gibt. Kinder hatten wir schon, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_in_Norwegen_2011" target="_blank">junge Sozialdemokraten</a> mussten sterben, sogar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_an_der_Polytechnischen_Hochschule_Montr%C3%A9al_1989" target="_blank">ausschließlich Frauen</a> waren bereits das Ziel von Massenmördern. Gläubige in Kirchen, Moscheen und an Pilgerstätten – das schockiert heute niemanden mehr. In Schulen ein paar Leute erschießen, wie vorgestern wieder in Oakland, das bringt den frustrierten Killer zwar in die Tagesschau, aber spätestens nach einer Woche ist er vergessen. Schwangere, könnte das ein neuer Trend werden? Beim Geburtsvorbereitungskurs, vor den Augen der anwesenden Männer rituell geschächtet? Oder was ist mit Kreuzfahrtschiffen? Angeblich will Al-Kaida schon länger einen Luxusdampfer entführen. Hier mein Tipp zur Einschaltquotenmaximierung: Auf hoher See müssen alle Passagiere im Speisesaal Karaoke singen. Paarweise gegeneinander, The-Voice-of-Germany-mäßig, so ein richtiger Battle, mit Publikumsjury. Wer mies singt oder nicht tanzen kann, fliegt raus. Er oder sie muss dann an die geöffnete Reling des Oberdecks, wo bereits der Verlierer der letzten Runde wartet. Auf einer hinausragenden Planke, wie im Schwimmbad das Sprungbrett. (Nur dass es vom Dreimeterbrett eben nur drei Meter bis ins gechlorte Wasser sind und der Beckenrand nicht weit ist. Vom Oberdeck der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Allure_of_the_Seas" target="_blank">Allure of the Seas</a> fällt man locker fünfzig Meter tief, und der Ozean hat weder Beckenrand noch Bademeister. Dafür aber Haie oder vielleicht Eisberge.) Wer im Karaoke-Battle verloren hat, muss den Loser der letzten Runde ins nasse Grab schubsen, stellt sich dann selbst auf die Planke und darf dort sein Leben Revue passieren lassen, während der nächste Song läuft. Alles wird gefilmt und als Livestream ins Netz gestellt, das bringt Quote. Garantiert.</p>
<p>Zum Thema Schwimmbad fällt mir noch eine Idee ein. Niemand wird kontrolliert, wenn er im Sommer mit Handtüchern, Dosenbier, Sonnencreme und Fressalien bepackt ins Freibad stapft. Was wäre denn mit einer Splitterbombe, im Bauch eines aufblasbaren Delfins? Das verschlagen lächelnde Plastiktier unauffällig zwischen die planschenden Kiddies ins proppenvolle Nichtschwimmerbecken setzen und kurz darauf per Fernzündung detonieren lassen. Wenn das die Wogen der weltweiten Empörung nicht zum Überschäumen bringt, dann weiß ich auch nicht weiter. Frohe Eiertage.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Geordneter Rückzug?</title>
		<link>http://www.kassandrus.de/blog/geordneter-rueckzug</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 08:28:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Taliban jubeln. Der 11. März 2012 wird sicherlich irgendwann zum afghanischen Feiertag erklärt, markiert das Datum doch einen wichtigen Tag des Scheiterns, eine Wegmarke der amerikanischen Niederlage. Schade, dass George W. Bush nicht mehr im Amt ist, schließlich hat er den War on Terror angezettelt und der Welt die Operation Enduring Freedom in Afghanistan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Taliban jubeln. Der 11. März 2012 wird sicherlich irgendwann zum afghanischen Feiertag erklärt, markiert das Datum doch einen wichtigen Tag des Scheiterns, eine Wegmarke der amerikanischen Niederlage. Schade, dass George W. Bush nicht mehr im Amt ist, schließlich hat er den War on Terror angezettelt und der Welt die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Enduring_Freedom" target="_blank">Operation Enduring Freedom</a> in Afghanistan eingebrockt. Dort drang in der Nacht zum Sonntag ein US-Soldat in Privathäuser ein und erschoss 16 Menschen, darunter mehrere Frauen und neun Kinder, die meisten lagen noch in ihren Betten. Dieser irrwitzige Amoklauf passierte drei Wochen nach der unsäglichen Koranverbrennung, als deren Folge bei Aufständen empörter Afghanen mindestens dreißig Zivilisten und sechs US-Soldaten getötet wurden.</p>
<p>Murphy’s Law – whatever can go wrong, will go wrong. Ich möchte nicht in der Haut von Barack Obama stecken. Oder der von Hillary Clinton. Die Bedeutung ihres Vornamens ist heiter, fröhlich, gutgelaunt. All das wird die US-Außenministerin derzeit nicht sein, sondern schockiert, besorgt, stinksauer. Das englische Wort hilarious bedeutet auch lachhaft, zum Totlachen – dieselbe lateinische Wurzel. Die Lage in Afghanistan ist aber nicht zum Totlachen, sondern erschreckend und bedrohlich. Man kann sich wohl darauf verlassen, dass in den nächsten Tagen eine neue Welle der Gewalt und Empörung durch das Land rasen wird. Verständlicherweise. Bis Ende 2014 will die Koalition ihre Soldaten abziehen, danach soll Präsident Karsai das Land mit neu aufgebauter Verwaltung, Polizei und Militär regieren, überwiegend vom Westen geschultes Personal. Auch Karsai ist voraussichtlich zum Scheitern verurteilt.</p>
<p>Erinnert sich noch jemand an die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Frequent_Wind" target="_blank">Operation Frequent Wind</a>? Nein, es ging nicht um einen Eingriff gegen ständige Flatulenzen, sondern um die Evakuierung der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon Ende April 1975. Traumatischer Höhepunkt am Ende des verlorenen Vietnamkrieges, ein Drama, das sich eigentlich niemals wiederholen sollte. Die USA, wirtschaftlich und in ihrem Ansehen als Weltmacht angeschlagen, sind jedoch auf dem besten Weg, in Afghanistan ähnlich verheerende Erfahrungen wie damals zu machen. Bekanntlich haben kleine Dinge oft gravierende Folgen. Nein, nicht der Flügelschlag eines japanischen Schmetterlings, sondern ein paar verbrannte Koranseiten oder der Nervenzusammenbruch eines US-Soldaten, kurz bevor er die Kaserne im Morgengrauen verlässt. Um bei seinem Amoklauf schlafende Frauen und Kinder abzuschlachten. Die Brutalität dieser sinnlosen Bluttat wird einen Sturm der Entrüstung auslösen, der die USA und ihre Verbündeten aus dem Land fegen könnte.</p>
<p>Man darf den Koran verbrennen, das geschah in der Vergangenheit schon hunderttausendfach, aber <a href="http://www.zeit.de/2012/10/Koranverbrennungen" target="_blank">man muss es richtig machen</a>. Krieg kann man offenbar nicht richtig machen, zumindest nicht in Afghanistan, die Russen erinnern sich. Nach dem erneuten Truppenabzug werden die Taliban wieder an die Macht kommen, das erscheint sicher, denn religiöser Fanatismus ist schwer besiegbar. Dann waren dreizehn Jahre Kampf gegen Terror und Unterdrückung vergebens. All das Blutvergießen, unermesslich viel menschliches Leid und nicht zu vergessen die verschwendeten Billionen. Auch deutsche Soldaten starben, auch deutsche Milliarden wurde verpulvert. Sinnlos. Zurück bleiben ein Land im Chaos und Menschen, deren Körper und Seelen krank sind, krank vom Krieg. Zivilisten ebenso wie Soldaten. In Afghanistan, in den USA, in Großbritannien, in Deutschland und anderswo. Physisch verkrüppelt durch Gewehrkugeln, Bomben und Granaten, seelisch verwundet durch grässliche Bilder und Erlebnisse. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Posttraumatische_Belastungsst%C3%B6rung" target="_blank">Posttraumatische Belastungsstörung</a> – leider kennt diesen Begriff wohl bald jeder.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Blöd, aber ehrlich</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 08:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bankenwesen genießt ähnlich hohes Ansehen wie die Wirtschaftszweige Menschenhandel, Schutzgelderpressung und Herstellung synthetischer Drogen. Sogar Bildzeitungsleser wissen, dass die 240 Milliarden Euro aus den ersten beiden Hilfspaketen nicht etwa den Griechen zugute kommen (dort wurden gerade die Mindestlöhne um bis zu 32 Prozent gesenkt, Ledige bekommen nun mindestens 586,08 € brutto im Monat und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bankenwesen genießt ähnlich hohes Ansehen wie die Wirtschaftszweige Menschenhandel, Schutzgelderpressung und Herstellung synthetischer Drogen. Sogar Bildzeitungsleser wissen, dass die 240 Milliarden Euro aus den ersten beiden Hilfspaketen nicht etwa den Griechen zugute kommen (dort wurden gerade die Mindestlöhne um bis zu 32 Prozent gesenkt, Ledige bekommen nun mindestens 586,08 € brutto im Monat und als Arbeitsloser kriegt man jetzt noch 322 €. Ein Jahr lang, dann gibt’s<sub> </sub>nix mehr, auch keine Krankenversicherung. Hammer!), sondern jenen Banken und Hedgefonds, die das Land erst mit billigem Geld vollgepumpt haben und nun nicht auf Zinseszins und Tilgung verzichten wollen. Obwohl es die Spatzen von allen Dächern pfeifen, dass Griechenland pleite ist und auch mit den vielen Milliarden kaum wieder auf die Beine kommt – übrigens, wahrscheinlich stricken Schäuble und Konsorten schon eifrig am dritten Hilfspaket – findet wieder mal ein Großtransfer von Steuergeldern statt. Weg vom Steuerzahler und weg von sinnvollen Einsatzfeldern wie Bildung, Sozialwesen, Energiewende oder wenigstens dem Flicken winterlicher Schlaglöcher hin zu den Banken. Dabei machen die schon genug Profit, egal ob mit Spekulation auf Rohstoffe und Nahrungsmittel, dubiosen Investmentzertifikaten oder der Finanzierung deutscher Rüstungsexporte, die bekanntlich seit Jahren boomen. Auch weil die Griechen fleißig unsere Panzer und U-Boote gekauft haben.</p>
<p>Im Grunde hat Griechenland eine Subprime-Krise, genau wie Amerika 2007. Allerdings geht es statt um viele Häuser nur um ein Land. In Amiland wurden jahrelang Leuten, die eindeutig nicht kreditwürdig waren, Kredite aufgeschwatzt. Mit dem billigen Geld kauften oder bauten sie dann Häuser und freuten sich. Ihre Hypotheken wurden gebündelt, gegen Zahlungsausfall versichert und als Top-Anlage verkauft. (Zum Beispiel an deutsche Landesbanken, deren Experten zu dämlich waren und sich den Mist andrehen ließen, auch weil sie sich darauf verlassen können, dass jeder Blödsinn letzten Endes vom Steuerzahler ausgebadet wird. Ja, wisst ihr alles, langweilt nur. Sorry.) Als dann die Finanzkrise ausbrach und viele Amerikaner ihre Jobs verloren, kamen auch solvente Hausbesitzer in die Klemme, konnten ihre Raten nicht mehr zahlen und saßen plötzlich mit Sack, Pack und Kindern auf der Straße. Ähnlich ergeht es nun auch vielen Griechen, die Warteschlangen vor den Suppenküchen zeigen es überdeutlich. </p>
<p>In den USA wackeln immer noch rund zwanzig Millionen Hausfinanzierungen. Soll heißen, die Kreditnehmer können nicht oder nur wenig zahlen. Deswegen werden tagtäglich Häuser zwangsversteigert, oft an Strohmänner für einen schrumpeligen Appel und ’n Ei. Aus Käfighaltung, das Ei. Da es für die Banken bequemer ist, die entstehenden Verluste (meist bringt die Zwangsversteigerung nur einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes) steuerlich abzuschreiben, statt mit den Häuslebauern langwierig über Umschuldung oder niedrigere Monatsraten zu verhandeln, gibt es nun eine neue Occupy-Bewegung. Vorgärten werden besetzt, damit Häuser nicht versteigert werden, wie <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9720360" target="_blank">ein interessanter Beitrag des ARD-Weltspiegels</a> zeigt.  Bin gespannt, was unser neuer Bundesjogi in spe dazu sagt, ob er zeltende Aktivisten als Barriere gegen Sheriff und Auktionator auch wieder albern findet. Den Linken hat er ja gestern offenbart, dass er deren Bespitzelung durch den Verfassungsschutz billigt. Witzbold. Überhaupt nicht lustig findet sein Vorgänger Wulff natürlich die Debatte, ob ihm Büro, Fahrer und die jährlichen 199.000 Euro Ehrensold zustehen. Lebenslang. Das kostet uns bei durchschnittlicher Lebenserwartung des schmierigen Schnäppchenjägers rund 20 Millionen.</p>
<p>Da würde es sich doch wirklich lohnen, einen Profikiller anzuheuern, um den gestrauchelten Ex-Präsidenten aus dem Weg zu räumen. Vielleicht sogar schon am morgigen Donnerstag beim Zapfenstreich, als Live-Event vor laufenden Kameras. Nur mal so als Tipp an den Bund Deutscher Steuerzahler. (Auf seinen Zapfenstreich besteht der unbelehrbare CW übrigens auch, obwohl alle lebenden Amtsvorgänger und viele Spitzenpolitiker demonstrativ fernbleiben. Die einzig relevante Frage lautet: Welche Songs wünscht er sich? Money, Money, Money von Abba ist bestimmt dabei. Als <a href="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE82504J20120306" target="_blank">Extrawurst</a> will er vier Lieder, eigentlich gibt&#8217;s nur drei. Kann halt nicht raus aus seiner Haut, der arme Mann.) Überhaupt nicht albern findet es übrigens die Hannoveraner Staatsanwaltschaft, unserem Expräsi vorab anzukündigen, dass man im Großburgwedeler Klinkerkasten gern mal <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/wulff-unter-druck/polizeieinsatz-in-grossburgwedel-hausdurchsuchung-bei-christian-wulff_aid_719981.html" target="_blank">ein bisschen Hausdurchsuchung</a> machen möchte. Von wegen, vor dem Gesetz sind alle gleich. Manche sind eben doch gleicher. Aber ich reg mich schon wieder auf, und Kotzreiz bekommt meinem empfindlichen Magen nicht. Also zurück zum Thema „Blöd, aber ehrlich“.</p>
<p>Ein Freund verriet mir neulich, dass er sein Erspartes auf einem Tagesgeldkonto der Sparkasse liegen hat. Dort bekommt er jährlich 0,3 Prozent Zinsen, weshalb sein Vermögen bei der derzeitigen Inflationsrate in etwa fünfzig Jahren futsch ist. Aber dafür hat er das schöne Gefühl, dass ein Teil der Sparkassengewinne für Kulturförderung und andere edle Zwecke ausgegeben wird, denn laut Gesetz sind diese Geldinstitute dem Gemeinwohl verpflichtet. Da wirft man doch gern sein sauer verdientes Geld zum Fenster raus, wenn’s für die gute Sache ist. Außerdem will mein Freund (hoffentlich) Jopi Heesters Altersrekord nicht brechen und tritt wahrscheinlich von der Weltbühne ab, bevor seine Kohle komplett von der Inflation aufgefressen wurde.</p>
<p>Mir fiel dabei ein Erlebnis aus dem Sommer 1976 ein, zwölfte Klasse, große Ferien. Ich wollte unbedingt nach Ibiza, drei Wochen mit Rucksack und Zelt. Doof wie ich damals war, tauschte ich all mein Geld vorab bei der Sparkasse in Peseten um. 400 Mark, ich weiß es noch wie heute. Die Scheine mussten umständlich bei der Hauptstelle bestellt werden und irgendwann konnte ich einen fetten Umschlag in Empfang nehmen. Zuhause zählte ich nach und zählte dann gleich noch mal, denn die nette Mitarbeiterin der Zweigstelle Platjenwerbe hatte mir das Zehnfache ausgezahlt. Peseten im Gegenwert von 4000 Mark. Eine Stunde quälten mich Gier und Skrupel, dann setzte ich mich aufs Moped und brachte den Überschuss zurück. Ja, die Sparkassentante war mir sehr dankbar. Wahrscheinlich wäre es sowieso rausgekommen, wenn ich den unverdienten Geldsegen stillschweigend auf der Baleareninsel verprasst hätte. Mehr Kohle hätte ich jedenfalls gebrauchen können, denn wie sich zeigen sollte, reichten meine Peseten für die wirklich wichtigen Dinge nicht aus.</p>
<p>Die Reise selbst verlief wenig spektakulär. Die ersten zwei Tage hatte ich Heimweh, aber dann lernte ich ein paar Typen kennen, mit denen man Spaß haben konnte. Hatten wir. Einmal wurden wir sogar in Handschellen gelegt, also zwei von uns, denn die beiden Bullen von der Guardia Civil besaßen nur ein Paar Handschellen. Und nur eine Taschenlampe. Einer hatte dazu eine Pistole, mit der bedrohte er uns vier reihum. Was wir verbrochen hatten? In San Antonio halb besoffen nachts am Strand gepennt, auf unbezahlten Mietliegestühlen, und uns dabei mit Kissen zugedeckt, die wir aus dem Garten einer Strandbar gemopst hatten. Geld fürs Taxi hatten wir nicht mehr und die Nacht war kühl. Nachdem wir die Kissen zurückgebracht hatten, selbstverständlich in Handschellen und mit vorgehaltener Knarre, wurden wir ausgiebig ermahnt, dann freigelassen und sind schließlich den langen Weg zum <a href="http://de.campings.com/camping-calabassa-san-jose-san-agustin/" target="_blank">Campingplatz in Cala Bassa</a> zurückgelatscht. Es wurde nämlich schon hell und nach Pennen am Strand war uns irgendwie nicht mehr.</p>
<p>Ähnlich frustrierend verlief kurz darauf meine Begegnung mit einer ausgesprochen süßen und extrem knackigen jungen Dänin. Wir hatten uns in der Disco kennengelernt und sie schlug spätnachts vor, ich solle doch mit auf ihr Hotelzimmer kommen. Super Idee, endlich würde ich meine peinliche Jungmännlichkeit einbüßen! Und dann auch noch mit einer bildhübschen Skandinavierin!! Aber der verständnislose Nachtportier ließ mich nicht rein. Mir fehlte es an Kohle, um dort ein Zimmer zu nehmen, und an Schmiergeld dachte ich blöderweise nicht. So verabschiedete mich die schnuckelige Dänin schließlich draußen vor dem Hotel mit einigen letzten heißen Küssen und huschte dann allein ins Bett. Zurück blieb der siebzehnjährige Jungmann, bodenlos enttäuscht und mit einer schmerzhaft abklingenden Schwellung im Lendenbereich. Erst im kommenden Jahr wurde ich dann endlich in die Geheimnisse der körperlichen Liebe und ein Teil von mir zeitgleich in Susannes willig-warmen Schoß eingeführt. Aber das ist eine andere Geschichte, und die erzähl ich euch ein andermal. Oder gar nicht. Wahrscheinlich gar nicht.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Verbrennt alle heiligen Bücher!</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 08:57:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Darf man als Deutscher, auf ewig beladen mit der Erbsünde unserer schändlichen Nazivergangenheit, zur Bücherverbrennung aufrufen? Ja, man muss sogar, denn unsere Freiheit wird schließlich auch am Hindukusch verteidigt. Gut, klimaschutztechnisch ist es besser, wenn das von Bäumen aus der Atmosphäre gefilterte und in Holz verwandelte Kohlendioxid im Papier gebunden bleibt – so gesehen sollten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Darf man als Deutscher, auf ewig beladen mit der Erbsünde unserer schändlichen Nazivergangenheit, zur Bücherverbrennung aufrufen? Ja, man muss sogar, denn unsere Freiheit wird schließlich auch am Hindukusch verteidigt. Gut, klimaschutztechnisch ist es besser, wenn das von Bäumen aus der Atmosphäre gefilterte und in Holz verwandelte Kohlendioxid im Papier gebunden bleibt – so gesehen sollten alle Bücher unter Bestandsschutz gestellt werden. Vielleicht könnte man ja das ehemalige Salzbergwerk Asse mit Bibeln, Lore-Romanen, Konsaliks und ähnlich entbehrlichem Druckwerk auffüllen, wo doch längst klar ist, dass die <a href="http://www.zeit.de/2012/08/Atommuelllager-Asse" target="_blank">120.000 Fässer mit radioaktivem Müll</a> niemals wieder hoch geholt und woanders sicher gelagert werden können. Mein Vorschlag: Pumpt doch eine Mischung aus Pappmaché und Zement in die mürben Schächte und Kammern, bevor das strahlende Bergwerk kollabiert. Aber ich schweife mal wieder ab, und das schon im ersten Absatz.</p>
<p>Ist es nicht beeindruckend, mit welch traumwandlerischer Sicherheit die Amerikaner in jedes erreichbare Fettnäpfchen treten? Treten stimmt eigentlich nicht, sie wälzen sich drin wir junge Hunde in frischer Kuhscheiße. Nach Guantanamo, <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,406163,00.html" target="_blank">Abu Ghraib</a> und all den anderen Unappetitlichkeiten mussten nun in Afghanistan einige Exemplare des Koran dran glauben. Schön – niemand wurde gefoltert und es gab ausnahmsweise keine Leichenschändung, aber man wundert sich trotzdem. Tolle Soldaten, die zu blöd sind, um ein paar Bücher zu verbrennen! Militärische Überlegenheit, Kampfkraft, Siegeswillen, Disziplin kann man von solchem Menschenmaterial wohl kaum erwarten. Durchblick fehlt auch, denn in der Dritten Welt gibt es bekanntlich keinen Müll, sondern nur Wertstoffe. Speziell die Hinterlassenschaften der Besatzer (oder sollte man Befreier sagen?) werden akribisch durchsucht, denn reiche Westler schmeißen immer haufenweise wertvolles Zeug weg. Wenn man also schon zu dämlich ist, Bücher rückstandslos zu verbrennen, dann niemals in die Mülltonne mit den angesengten Schwarten. Zumindest nicht an Brennpunkten wie Kabul oder Bagdad. Das gibt Ärger, richtig Ärger.</p>
<p>Zugegebenermaßen haben die kokelnden Amis das Empörungspotenzial nicht voll ausgeschöpft. Weder filmten Soldaten sich gegenseitig dabei, wie sie auf brennende Korane (Koräne, Korans?) pinkelten, noch landeten die heiligen Bücher auf der Stützpunktlatrine, damit Private Smith und Lieutenant Jones sich nach dem Kacken ihre blöden Ärsche mit einer Sure hätten abwischen können. Und es wurde auch nix bei YouTube hochgeladen, sehr löblich. So gesehen fragt man sich, warum der Mob in Afghanistan seit Tagen tobt und schon reichlich Blut vergossen wurde. Die ganze muslimische Welt spart schließlich Zahnpasta, weil alle Schaum vorm Maul haben – ist doch praktisch. Sogar Obama hat sich im Namen seiner idiotischen Soldaten entschuldigt, eigentlich könnten die wütenden Möchtegernmullahs langsam wieder zur Ruhe kommen. Machen sie aber nicht, weil es eben heilige Bücher waren. Doch selbst wenn nun Millionen Menschen meinem Aufruf folgen und brav ihre Ausgaben der Bibel, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tora" target="_blank">Thora</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bhagavad_Gita" target="_blank">Bhagavad Gita</a> oder des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pali-Kanon" target="_blank">Pali-Kanon</a> ins Feuer schmeißen, werden sich die Afghanen nicht beruhigen. Denn Nichtmuslime sind Ungläubige, und was die mit ihren angeblich heiligen Schriften machen, ist dem aufrechten Muslim wurscht (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halal" target="_blank">halal</a> und garantiert ohne Schweinefleisch!). (An dieser Stelle möchte ich mich bei allen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus" target="_blank">Zoroastriern</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jainismus" target="_blank">Jains</a> und den Anhängern anderer Religionen entschuldigen, deren heilige Bücher ich nicht genannt habe. Sorry.)</p>
<p>Es geht in Wirklichkeit gar nicht um den Koran, sondern um Minderwertigkeitskomplexe, durchaus berechtigte Minderwertigkeitskomplexe. Der Islam stammt bekanntlich aus der arabischen Welt und nahezu zeitgleich mit dem Tod des Propheten Mohammed im Jahr 632 n. Chr. begann die Blütezeit des arabischen Reichs. Ursprünglich nomadische Reiterhorden unterwarfen große Teile Nordafrikas und Asiens, dehnten ihr Reich sogar bis nach Europa aus und prägten für lange Zeit die Kultur in den besetzten Gebieten. Sie verbreiteten den Islam – statt mit missionarischer Überzeugungsarbeit und guten Worten gern auch mit Feuer und Schwert – und taten sich in Architektur, Kunst und Wissenschaften hervor. (Die heutige Mathematik und Algebra wären ohne das arabische Zahlensystem nicht denkbar.) Die Dominanz der Araber währte rund ein halbes Jahrtausend, eine Zeit, auf die viele Muslime gern mit Stolz zurückschauen. Aber nix hält ewig, auch Botox nicht. Im Jahr 1212 wurden die Mauren aus Zentralspanien vertrieben und die letzte muslimische Hochburg auf der iberischen Halbinsel fiel 1492. Damit war der Niedergang des arabischen Reiches endgültig besiegelt und es versank, zumindest bis zur ersten Ölkrise 1973, in Bedeutungslosigkeit. Was das bitte mit den aufgebrachten Massen zu tun hat, die überall in der islamischen Welt den Tod der Amerikaner fordern oder sie gleich <a href="http://www.taz.de/Proteste-in-Afghanistan/!88448/" target="_blank">eigenhändig umbringen</a>? Sehr viel, wartet ab.</p>
<p>Seit rund achthundert Jahren kommen aus der muslimischen Welt kaum nennenswerte kulturelle, wissenschaftliche oder soziale Impulse. Der Lebensstil ist vielfach ebenso rückständig wie die islamische Religion selbst, oft geprägt von der rigiden Kontrolle bärtiger Stammesführer, die in einem verknöcherten Konservativismus jegliche Veränderung verhindern und ihre Aufgabe hauptsächlich in der Unterdrückung von Frauen und Andersdenkenden sehen. Die Männer kauen Kat, rauchen Wasserpfeife, schwelgen in Erinnerungen an glorreiche vergangene Zeiten und berufen sich bei jeder Gelegenheit auf Gottes Wort und Willen. Praktisch, dass es Bücher gibt, denn der gute Mann (natürlich ist Gott ein Mann, wie könnte es anders sein!) macht sich leider ziemlich rar. Böse Zungen behaupten sogar, Gott sei nur erfunden. Wie das fliegende Spaghettimonster. Kann sein. Aber zum Beweis seiner Existenz gibt es ja die heilige Schrift, den Koran, oftmals das einzige Buch, das gläubige Muslime lesen. Ansonsten hocken viele von ihnen im Schatten ärmlicher Lehmbauten und beaufsichtigen züchtig verhüllte Frauen, die magere Ziegen hüten, Feuerholz suchen oder Wasser heranschleppen. In der gesamten arabischen Welt erscheinen pro Jahr weniger als 1000 neue Bücher (im Vergleich dazu bietet der deutsche Buchmarkt jährlich etwa 90.000 Neuerscheinungen) und wenn Briten, Amerikaner und Franzosen im letzten Jahrhundert den Saudis &amp; Co. nicht gezeigt hätten, wie man Erdöl fördert, dann sähe es in Dubai, Doha und Abu Dhabi noch heute aus wie im Mittelalter.</p>
<p>Und genau deshalb regen sich die Muslime weltweit so zuverlässig auf, falls mal wieder irgendeine dänische Lokalzeitung ein paar Karikaturen druckt und den Propheten durch den Kakao zieht, oder wenn in der Mülltonne eines US-Armeestützpunktes ein Koran kokelt. Es geht nicht in erster Linie um den Propheten oder das heilige Buch, sondern um das angeschlagene Selbstwertgefühl von Männern, die ganz genau wissen, dass ihre Kultur seit fast einem Jahrtausend stagniert. Dass die Welt sie nicht ernst nimmt mit ihrem Hass auf Amerikaner, Juden, Christen, Frauen, Freiheit und Fortschritt. Ständig heiliger Krieg, dazu das alberne Rückwärtsgewandtsein der Bärtigen, die Wut, Trägheit, Arroganz und mangelnde Produktivität, außerdem die blutigen Glaubenskriege zwischen Sunniten, Schiiten und Wahabiten – das nervt doch! Welche Anhänger einer anderen Weltreligion sind auch nur annähernd so zornig und streitlustig wie die Muslime? Sie sind, wenn man die Weltgemeinschaft als Schulklasse darstellen wollte, ein paar motzig-vorpubertäre Jungs mit ADS-Syndrom. (Die in jeder Pause rauchen, ständig zu spät kommen und sich in der letzten Reihe lümmeln, mit oder ohne Ritalin.) Sorry, aber eigentlich mag euch keiner. Das spürt ihr und wisst, dass ihr im Grunde selbst schuld seid. Also macht es sich die islamische Welt in der Opferrolle bequem und verachtet alle Ungläubigen, wenn nicht gleich deren Tod gefordert wird.</p>
<p>Man könnte die populärpsychologische Analyse sogar noch vertiefen. Warum ist ausgerechnet im Islam die Stellung der Frau so schwach, weshalb werden muslimische Frauen seit Urzeiten unterdrückt und entwertet? Weil Männer Minderwertigkeitskomplexe haben, durchaus berechtigte Minderwertigkeitskomplexe. Sie können kein Leben erschaffen, in beschwerlichen neun Monaten, und es dann unter Schmerzen gebären, sie können dieses neue Leben auch nicht an der eigenen Brust nähren. Für Frauen ist dies eine Selbstverständlichkeit. Männer können (und auch das nicht besonders zuverlässig) nur ein paar klebrige Tropfen von sich geben, die keinen nennenswerten Nährwert haben, aber trotzdem bilden sich die angeblichen Herren der Schöpfung weißgottwas ein auf ihr von Schwellkörpern gestütztes Schwänzchen und den dran hängenden haarigen Hodensack. Wahrscheinlich leiden Muslime besonders stark unter der kollektiv-unterbewussten Erinnerung an jene vergangenen Zeiten des Matriarchats, als Männer die Ziegenhirten und ansonsten nur geduldete Samenspender waren. (Und natürlich trifft diese Analyse auch auf viele Männer im Rest der Welt zu, denn Frauenfeindlichkeit ist kein islamisches Phänomen.)</p>
<p>Ich bekam früher oft welche aufs Maul. In einer Ecke des Schulhofs oder nach dem Konfirmandenunterricht, wenn die Lehrer oder der Pastor grad nicht hinsahen. Schläge kriegte ich von Typen, die brotdoof waren und meine verbale Schlagfähigkeit nicht parieren konnten. Erst provozierten sie mich, und wenn ich dann Kraft meines frühentwickelten Intellekts mit wohlgesetzten Worten konterte, stutzten sie, glotzten mangels messbarer Hirnaktivität dämlich und langten dann feste zu. Auch diese Brutalos litten unter Minderwertigkeitskomplexen und brauchten ein Ventil für ihren Frust. So gesehen waren sie die Afghanen und ich ein Amerikaner. Nur dass ich nie ein heiliges Buch verbrannt habe. Lust dazu hätte ich aber schon. Meiner Meinung nach ist Religion nicht etwa Opium fürs Volk, sondern eine gefährliche Mischung aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crack_%28Droge%29" target="_blank">Crack</a> und <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1254826/Wild-Germany---Crystal-Meth#/beitrag/video/1254826/Wild-Germany---Crystal-Meth" target="_blank">Chrystal Meth</a>. Dabei ist es egal, ob ich mir die wütenden Gesichter auf den Straßen von Kabul oder das selbstgerechte Lächeln fundamentaler Christen im amerikanischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bible_Belt" target="_blank">Bible Belt</a> ansehe. Ohne Papier, auf dem angeblich Gottes Wort und Wille geschrieben steht, müsste überall auf der Welt viel mehr selbständig gedacht werden. Zwar würde das, eingedenk der Unendlichkeit menschlicher Dummheit, nicht zwangsläufig zu mehr Vernunft führen, wäre aber durchaus wünschenswert. Also weg mit jenen angeblich heiligen Büchern, die tagtäglich von kleingeistigen Fanatikern zur Rechtfertigung von Gewalt, Unterdrückung und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bigotterie" target="_blank">Bigotterie</a> missbraucht werden.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Der Untergang</title>
		<link>http://www.kassandrus.de/blog/der-untergang</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 09:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist Mittwoch, der 13. Februar 2013. Vor genau einem Jahr begann – mit der nächtlichen Verabschiedung des zweiten Sparpakets durch das griechische Parlament, Vorbedingung für weitere Hilfszahlungen von EU und IWF – für einen Großteil der Griechen die schlimmste Zeit ihres Lebens. Hatten damals viele noch geglaubt, 2012 würde als Annus horribilis in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist Mittwoch, der 13. Februar 2013. Vor genau einem Jahr begann – mit der nächtlichen Verabschiedung des zweiten Sparpakets durch das griechische Parlament, Vorbedingung für weitere Hilfszahlungen von EU und IWF – für einen Großteil der Griechen die schlimmste Zeit ihres Lebens. Hatten damals viele noch geglaubt, 2012 würde als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annus_horribilis" target="_blank">Annus horribilis</a> in die Geschichtsbücher eingehen, so ist heute jedem klar, dass der Horror kein Ende nimmt, weil täglich neuer Schrecken die Grausamkeiten von gestern übertrifft.</p>
<p>Obwohl die griechische Regierung sich fesseln und knebeln ließ und schließlich alle Bedingungen der Geldgeber akzeptierte; obwohl Renten und Mindestlöhne soweit gesenkt wurden, dass die meisten Menschen zum Leben zu wenig, aber zum Sterben zu viel hatten; trotz der im Februar beschlossenen neuen EU-Hilfszahlungen in Höhe von 130 Milliarden Euro; und obwohl Athens Politiker ständig neue Versprechen gemacht und beschworen hatten, dass auch nach den Wahlen im April 2012 der harte Sparkurs beibehalten würde, war Griechenland bereits im Mai pleite. Die neue Regierung aus fünf Splitterparteien ist, nachdem die jahrzehntelang abwechselnd herrschenden Blöcke <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Panellinio_Sosialistiko_Kinima" target="_blank">PASOK</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nea_Dimokratia" target="_blank">Nea Dimokratia</a> vom Wählerzorn zur Bedeutungslosigkeit verdammt wurden, ebenso zerstritten wie machtlos. Das Land hat keine Führung und versinkt im Chaos.</p>
<p>Ohne jede Wirkung sind die Milliarden aus Brüssel verpufft, zu Flugasche verbrannt wie früher die zundertrockenen Pinienwälder bei den sommerlichen Brandstiftungen zur illegalen Beschaffung von Bauland, und nachdem die Wirtschaft 2011 um fast sieben Prozent geschrumpft war, kam sie im letzten Sommer fast völlig zum Erliegen. Griechenland führte zwar im Juni die Drachme wieder ein, aber außerhalb des Landes war hellenisches Geld nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Kein arabisches Land will Erdöl gegen Schafskäse tauschen und nur die wenigsten Motoren laufen mit Olivenöl. Griechische Taxis stehen daher ebenso still wie Busse und Fähren, aber das macht fast nichts, denn es kommen eh nur noch ein paar hartgesottene Katastrophentouristen ins Land. Das griechische Drama begann mit Streiks, wütenden Protesten und Brandstiftungen in der Zeit vor dem 13. Februar 2012 und führte dazu, dass ein europäisches Land im Bürgerkrieg versank und heute den gleichen Lebensstandard wie Nepal oder Äthiopien hat. Willkommen in der Dritten Welt!</p>
<p>Täglich neue Meldungen zeigen nun, wie falsch der von den Geldgebern verordnete Sparkurs war. Die Arbeitslosigkeit – soweit eine vollkommen zerrüttete Verwaltung entsprechende Zahlen überhaupt noch erfasst – stieg auf aktuell 78 %, die Inflationsrate liegt bei 600 % monatlich, ein Weißbrot kostet heute 450.000 Drachmen und schon morgen werden die wenigen Bäcker, die bisher noch Brot backen, wohl eine halbe Million verlangen. Oder mehr. Längst sieht man auf den Straßen Athens mehr verzweifelte Bettler als Bürger, die noch einen bezahlten Job haben. Diese Unausgewogenheit erschwert den Hungernden das erfolgreiche Betteln sehr, außerdem kommt es dauernd zu Schlägereien an den Mülltonnen der wenigen Supermärkte und bei Restaurants, die noch Lebensmittelreste wegwerfen. Auch in der letzten Nacht sind wieder mehr als siebzig Menschen zu Tode gekommen, bei blutigen Ausschreitungen und Lynchmorden, verhungert oder mangels ärztlicher Versorgung an eigentlich heilbaren Krankheiten verreckt. Oder sie starben durch eigene Hand, denn das Land hat mittlerweile die weltweit höchste Selbstmordrate. Tag für Tag springen Verzweifelte von Brücken oder erhängen sich auf Dachböden, ganze Familien werfen sich vor die wenigen noch verkehrenden Eisenbahnzüge oder nutzen letzte Schrotpatronen für ein blutiges Ende ihres Elends.</p>
<p>Über zwei Millionen Griechen haben das Land bereits verlassen, viele von ihnen mit Ziel Deutschland, und beziehen dort nun, als EU-Bürger völlig zu Recht, Sozialleistungen. Zwanzig Prozent der gesamten Bevölkerung ist bisher geflohen und dieser Exodus der Hoffnungslosen geht unvermindert weiter. Wer bleibt, verkriecht sich und zittert ums nackte Überleben oder steht Schlange vor den wenigen Suppenküchen. Hunger schürt Wut, und die Wut entlädt sich jede Nacht und mittlerweile auch bei Tage. Zwar nützt das Morden nichts, nachdem die Reichen und Steuerbetrüger ihr Schwarzgeld – weit über dreihundert Milliarden Euro – rechtzeitig vor der Staatspleite illegal ins Ausland brachten, aber dennoch vergeht kaum ein Tag ohne Lynchjustiz. Der Zorn der betrogenen Massen ist verständlich und viele handeln nach dem Motto: Wenn schon keine Arbeit und kaum etwas zu essen, dann lasst uns wenigstens ein paar dieser verfluchten Volksschädlinge ausrotten. Gestern erwischte es Giorgos Papatrakis, einen wohlhabenden Bauunternehmer und langjährigen Günstling der PASOK-Partei, in seiner Villa auf der Insel <a href="http://www.zakynthos.net.gr/" target="_blank">Zakynthos</a>. Stacheldraht, Überwachungskameras und ein gutes Dutzend bewaffneter Leibwächter konnten Papatrakis nicht schützen, als der wütende Mob die Grenzmauern des Anwesens an drei Stellen gleichzeitig in die Luft sprengte und das Gelände mit Schrotflinten, Knüppeln und Äxten stürmte. Zwei Bodyguards konnten fliehen, die anderen wurden ebenso getötet wie Giorgos Papatrakis, seine Frau Eleni und die beiden Söhne Spyros und Alexandros. Neun der Angreifer starben ebenfalls bei dem Blutbad. Alle Leichen waren noch warm, als die ersten Handy-Videos bei YouTube auftauchten. Früher war Zakynthos ein sonniges Idyll, dessen Strände Jahr für Jahr Touristen anzogen und so den Besitzern kleiner Hotels und Pensionen ein sicheres Einkommen garantierten, aber nun ist der Tourismus vollständig zum Erliegen gekommen. Kein Wunder, bei den herrschenden Zuständen.</p>
<p>Längst kommen aus der Dritten Welt keine Flüchtlinge mehr nach Griechenland und viele illegale Einwanderer sind geflüchtet, denn in der hellenischen Republik regieren Chaos und Anarchie. Es hat sich herumgesprochen – das Leben hier ist schlechter als in Afghanistan oder Bangladesch, überall nur Hunger und Willkür. Auf dem Peloponnes kann man nun miterleben, was verfehlte Politik – jahrzehntelanges Wegschauen in Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten, Inkompetenz und Korruption, verlogenes Zögern und Taktieren in Athen, aber vor allem die Fehlentscheidungen jener Geberländer und des IWF, die dem Land schließlich einen brutalen Sparkurs aufzwangen – bewirken und wie schnell jegliche bürgerliche Ordnung zerbrechen kann. Griechenland ist das erste Land seit dem Ende der Kolonialzeit, das durch europäische Dummheit und Arroganz in einem blutigen Bürgerkrieg versinkt.</p>
<p>Die Säuglingssterblichkeit ist europaweit am höchsten, die durchschnittliche Lebenserwartung fiel seit 2007 um 9 Jahre. Hunger und existenzielle Not sind längst genauso alltäglich, wie es Vetternwirtschaft, Steuerbetrug, Korruption und der offenkundige Missbrauch von EU-Geldern in den fetten Jahren vor der Krise waren. Das Welternährungsprogramm wird jetzt zusätzliche Nahrungsmittel bereitstellen und die Vereinten Nationen beraten kommende Woche, ob ein Kontingent Blauhelmsoldaten entsandt werden muss. Die Lage ist verzweifelt und auch jetzt, während ich diese Zeilen im Hause von Verwandten in einem Athener Vorort schreibe, peitschen gelegentlich Schüsse durch die Nacht. Da draußen ist es stockfinster, denn Strom gibt es nur noch stundenweise und bei Tag. Solarstrom aus einigen Vorzeigeprojekten, gebaut mit großzügigen Fördermitteln aus Brüssel und ohne jede Überwachung, weshalb immense Summen in den Taschen korrupter Beamter und raffgieriger Unternehmer verschwanden.</p>
<p>Argentinien brauchte nach seinem Staatsbankrott fast zehn Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen, aber Argentinien hat gigantische Flächen fruchtbaren Landes, eine produktive Landwirtschaft, Wälder, Bodenschätze, Erdgas und Öl. Außerdem druckte die argentinische Nationalbank nach dem Crash jede Menge Pesos, um die Binnenwirtschaft in Gang zu halten. Griechenland hingegen hat außer einstmals idyllischen Inseln, Oliven, Wein und Schafskäse wenig zu bieten, es lebte jahrzehntelang bequem von stetig wachsenden Schulden, den Geldern der Touristen und jenen Milliarden, die aus Brüssel herbei flossen. Mittlerweile kommen keine Devisen mehr in dieses Land, dem Spekulanten, Hedgefonds, die Troika der EU und der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_W%C3%A4hrungsfonds" target="_blank">IWF</a> den Todesstoß versetzten. Kaputt gespart, um Banken, Versicherungen und privaten Anlegern satte Zinsen zahlen zu können, ist die Wiege der Demokratie nun verkommen zum Nährboden für Anarchie, entfesselte Brutalität und einen Überlebenskampf, in dem jeder jeden bekriegt. An den Händen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, von einem Jahr noch gefeierte Helden und gelobte Krisenstrategen, klebt Blut. Erschreckend viel Blut.</p>
<p>Ich werde übermorgen nach Deutschland zurückkehren, solange dies noch halbwegs gefahrlos möglich ist. Zum Glück hält mich hier jeder für einen Engländer, weil ich außerhalb des Hauses nur Englisch und niemals Deutsch spreche, denn wiederholt sind Landsleute vom tobenden Mob getötet worden. Kein Wunder, dass man die Deutschen hasst – hat unsere Kanzlerin doch zuerst endlos die Lösung der griechischen Schuldenkrise verhindert und dem Land dann den Todesstoß versetzt. Dieser Irrsinn kostete deutsche Steuerzahler bisher 64 Milliarden Euro, aber abgerechnet wird erst ganz zum Schluss. Drückt mir bitte die Daumen, dass ich es lebendig zurück nach Dortmund schaffe.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Homo futurensis – Der neue Mensch</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 09:04:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zukunft wird gut, macht euch bitte keine Sorgen. Das menschliche Bewusstsein entwickelt sich rasant und als Ergebnis sind wir bald ausschließlich von aufgeklärten, vernünftigen Zeitgenossen umgeben, für die der stete Gebrauch gesunden Menschenverstands ebenso selbstverständlich ist, wie das zweifach tägliche Zähneputzen. Vorüber die Zeiten, in denen fette qualmende Dumpfbacken ihre Tage mit der Bierpulle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zukunft wird gut, macht euch bitte keine Sorgen. Das menschliche Bewusstsein entwickelt sich rasant und als Ergebnis sind wir bald ausschließlich von aufgeklärten, vernünftigen Zeitgenossen umgeben, für die der stete Gebrauch gesunden Menschenverstands ebenso selbstverständlich ist, wie das zweifach tägliche Zähneputzen. Vorüber die Zeiten, in denen fette qualmende Dumpfbacken ihre Tage mit der Bierpulle auf versifften Sofas oder in müffelnden Betten abbruchreifer Sozialwohnungen verbrachten, wo rund um die Uhr auf riesigen Bildschirmen das elendige Unterschichtenfernsehen lief, die Küchen vorwiegend zur Zucht von Ratten, Kakerlaken und neuartigen Mikrobenstämmen genutzt wurden, während frühdebile Kinder gutturale Laute ausstießen, um Pommes, Pizza und überzuckerte Cola zu fordern. Cola vor allem, um das Ritalin runterzuspülen und die Diabetes in Gang zu bringen. Vorbei all das Grauen, denn nun steigt am Horizont goldleuchtend die Sonne der Aufklärung in einen Himmel von ungeahnter geistiger Klarheit, und alles wird gut!</p>
<p>Ob ich Kleber geschnüffelt habe oder schon als Kleinkind von Wickeltisch gefallen sei? Nein, beides nicht. Woher ich denn bitte meine Gewissheit nähme, dass uns bessere Zeiten bevorstünden, von goldenen ganz zu schweigen? Ganz einfach, aus Mutti Merkels interaktiver Bürgerbefragung, dem wunderbaren <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/10-Dialog/dialog_node.html" target="_blank">Zukunftsdialog</a>. Drei Fragen gilt es dort zu beantworten: <em>Wie wollen wir zusammenleben? Wovon wollen wir leben? Wie wollen wir lernen?</em> Schon die <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/vorschlag_einstieg_node.html?cms_gts=476850_Dokumente%253Dvotes#Inhalt" target="_blank">Liste der am besten bewerteten Vorschläge zum Thema Zusammenleben</a> lässt tief ins Hirn des modernen Durchschnittsdeutschen blicken. Der zukünftige Normbürger (früher als Otto Normalverbraucher bezeichnet) verbringt seine Tage kiffend vor dem Computer, lädt sich ständig Pornos, Filme und Musik runter, reinigt zwischendurch seine Faustfeuerwaffen und zielt am Fenster auf vorbeigehende Muslime, wenn er nicht gerade Bomben bastelt. Das passt zwar irgendwie nicht zusammen, denn Kiffer sind meist friedliche Zeitgenossen und außerdem oft zu antriebsarm, um nach dem Vorbild der Zwickauer Terrorzelle Anschläge auf Türken, Libanesen und Marokkaner auszuführen. (Schließlich versorgen uns die Türkei, Libanon und Marokko seit Jahrzehnten zuverlässig mit Shit, auch wenn man den roten, pfeffrig duftenden Libanesen leider nur noch selten in die Wasserpfeife bekommt.) Doch mit solch scheinbaren Widersprüchen muss man eben leben. Vorerst.</p>
<p>Angeblich wurden die Ergebnisse der Abstimmung anfänglich durch eine Software, die Klicks generiert, manipuliert, doch das ist nun abgestellt und nicht mehr möglich. (Ja, mitlesende Hacker lachen jetzt höhnisch, aber egal.) Dass ausgerechnet die Forderung nach einem ergebnisoffenen Dialog zum Thema Islam auf Platz eins der Top-Ten steht, ist sicherlich den eifrigen Hetzern der brauen Plattform von Politically Incorrect geschuldet (verständlicherweise kein Link zu diesen hirnlosen Kackbratzen). Die Piraten hingegen werden mobil gemacht haben für Klicks gegen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank">ACTA</a>, denn Produktpiraterie und Verstöße gegen das Urheberrecht gelten unter der Totenkopfflagge ja nur als Kavaliersdelikt. Aber noch reg ich mich nicht auf, denn die orangen Spacken kommen nächstes Jahr hoffentlich nicht in den Bundestag, gedankt sei es der 5-Prozent-Hürde. Gleich zweimal in den Top-Five findet sich die Forderung nach einer Legalisierung von Cannabis, und auch beim Thema <em>Wovon wollen wir leben?</em> belegt die Kifferlobby erneut Spitzenplätze und verspricht satte Steuereinnahmen, wenn weiche Drogen endlich in den freien Handel kommen. Eigentlich logisch, wo doch immer weniger Raucher das Staatssäckel mit Tabaksteuer füllen, weswegen demnächst die <a href="http://www.vitasmoke.de/elektrische-zigarette/" target="_blank">E-Zigarette</a> bundesweit verboten wird (NRW ist ja schon vorgeprescht).</p>
<p>Tief in die Volksseele blicken lässt auch die Forderung nach einer Reformierung des völlig überzogenen deutschen Waffen- und Sprengstoffrechts, weil durch linke Ideologien gesteuerte Diffamierungskampagnen den braven Sportschützen und Freizeitbombenbastler angeblich in ein völlig falsches Licht rücken. <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=1222" target="_blank">Dr. Sven Dahl</a>, der diesen wichtigen Denkanstoß gab, möchte ich gern mal treffen, notfalls auch mit einer Armbrust. Er hat wahrscheinlich keine Kinder, die im Klassenzimmer von Amokläufern erschossen werden könnten. Übrigens, finanzieren lassen wollen viele Leute ihren neuen multitoxikologisch inspirierten Lebensstil des bewaffneten Muslimenhassers und chronisch Internetsüchtigen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Nur konsequent, denn die neuen Cannabis-Hybridsorten (<a href="http://www.suchtmittel.de/info/cannabis/000348.php" target="_blank">Skunk</a>) enthalten derart viel THC, dass man morgens extrem schlecht aus dem Bett oder gar zur Arbeit kommt. Unter den sinnvolleren Anregungen finden sich auf der Top-Ten Forderungen zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer und eines Gesetzes gegen die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern und Aramäern. Aber gleich daneben geht es um GEZ Abschafen! Nein, kein militanter Tierfreund schrieb dies, sondern <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=3259" target="_blank">Julio Cerinza</a> kämpft mit der deutschen Sprache und für kostenlosen öffentlich-rechtlichen Medienkonsum: „Schlechtes Fernsehn und Radio mit unserem Geld zu finanzieren in Name der Demokratie&#8230;wir zahlen demokratisch ALLE!!! Wer profitiert ??? von Volk niemand“ Jawoll, das musste endlich mal gesagt werden und brachte ihm aktuell schon rund 8000 zustimmende Klicks.</p>
<p>Besonders gefreut hat mich die Forderung nach einer Deckelung der Benzinpreise. Auch <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/20-Wovon-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=279" target="_blank">André Weigel</a> kämpft mit Logik, Rechtschreibung und Interpunktion, aber wo steht geschrieben, dass man Goethe oder ein neuer Einstein sein muss, um dämliche Vorschläge machen zu dürfen. Wichtig ist, was hinten rauskommt, aus dem Auspuff. Und dass es nicht so unverschämt teuer sein darf des Deutschen liebstes Kind richtig vollzutanken – diesem Appell wird sich jeder Autobesitzer gern anschließen, wo Superbenzin nun schon einssechzig kostet. Mehr als hundert Euro für eine läppische Tankfüllung – kein Wunder, dass André Weigel sich amerikanische Verhältnisse wünscht. Warum nicht gleich mit einem Kanzler nach Vorbild des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Rick Santorum? Der hat noch echte Werte und unumstürzliche Überzeugungen, denn auch ein durch Vergewaltigung oder Inzest gezeugtes Kind ist natürlich ein Geschenk Gottes, das nicht abgetrieben werden darf. Die Evolutionstheorie ist laut Santorum, genau wie die angebliche globale Erwärmung, großer Bullshit und Schwule gehören ausgerottet. Jeder Bürger sollte eine Waffe tragen dürfen und die Todesstrafe muss viel öfter verhängt werden. Natürlich wird, wenn’s nach Santorum geht, der Krieg in Afghanistan fortgesetzt und den Iran sollte man auch möglichst bald in die Steinzeit zurückbomben.</p>
<p>Mindestens sieben Kinder (nur mit seiner Angetrauten, aber man weiß ja nie, wen er sonst noch gevögelt hat. Wieso muss ich jetzt an unsere Arbeitsministerin denken?) hat <a href="http://cache.jezebel.com/assets/images/39/2012/02/ed2804dca103e697da3779fdc1ccd335.jpg" target="_blank" rel="lightbox[5195]">Mr. Santorum</a>, und ich frage mich derzeit, ob es klug war kinderlos zu bleiben, statt meine Gene zu verbreiten. Denn wenn Vollidioten sich weltweit derart ungehemmt vermehren dürfen, bleibt bald nur noch ein Ausweg: Man stürzt sich vom Rand der Erdscheibe und erfriert in der luftlosen Kälte des Alls. (Falls man nicht mit einem Satelliten oder etwas herumsegelndem Weltraumschrott kollidiert. Das würde auch helfen.) Erfrieren soll ja gar nicht schlimm sein und ersticken würde man zu Sicherheit nebenbei auch noch. Hauptsache die <a href="http://images3.cinema.de/imedia/6975/2326975,chssqJDe5iE9HOG1PDgPlqQEV6rVYq6h9fESkwJdWI1hmC9lCV2PaalJJO3PmO_oKU2uAOtM995wOM3YmeOtCw==.jpg" target="_blank" rel="lightbox[5195]">Raumpatrouille Orion</a> rettet mich nicht, denn die Zukunft wird viel schrecklicher, als selbst ich sie mir ausmalen kann.</p>
<p>PS: Ja, der erste Absatz war erstunken und erlogen. Findet ihr nicht witzig. Ich jetzt auch nicht mehr. Sorry.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Schädeltrepanation</title>
		<link>http://www.kassandrus.de/blog/schaedeltrepanation</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 09:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perlenschwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das beste Mittel gegen Kopfweh ist ein Loch im Kopp. Wirklich! Bekanntlich ist Ursache der Schmerzen fast immer überreichlich vorhandene Hirnmasse, die nicht genug Platz im Schädel hat und somit Überdruck erzeugt. Deshalb begann man schon in der Jungsteinzeit damit, bestimmten Leuten ein Loch in den Kopf zu meißeln und etwas Grütze rauszulöffeln, zur Druckentlastung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das beste Mittel gegen Kopfweh ist ein Loch im Kopp. Wirklich! Bekanntlich ist Ursache der Schmerzen fast immer überreichlich vorhandene Hirnmasse, die nicht genug Platz im Schädel hat und somit Überdruck erzeugt. Deshalb begann man schon in der Jungsteinzeit damit, bestimmten Leuten ein Loch in den Kopf zu meißeln und etwas Grütze rauszulöffeln, zur Druckentlastung sozusagen. Gut, manchmal sollten auch böse Geister durch die zusätzliche Öffnung ausfahren – besonders die Inka bohrten da wohl sehr emsig – aber meist gingen vorzeitliche Hirnchirurgen von einem Zuviel an grauer Masse aus, und die musste eben weg. Nicht immer überlebte der Patient den Eingriff, eigentlich sogar eher selten, daher kommt wohl auch der verbreitete Seufzer „Boah, meine Kopfschmerzen bringen mich noch um!“ Auch die Lebensabschnittsgefährtin leidet bedauerlicherweise recht häufig unter Kopfweh (Nein, nicht von der Sorte Schatz-heute-Abend-bitte-nicht-ich-hab-Migräne), aber ich halte es für keine gute Idee, ihr eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trepanation" target="_blank">Schädeltrepanation</a> vorzuschlagen. Natürlich zuallererst in ihrem eigenen Interesse, aber auch, weil ich auf schlaue Frauen stehe. In puncto Gehirn ist weniger eben nicht mehr.</p>
<p>Regelmäßige LeserInnen (ja, ich war sehr schreibfaul in den letzten Monaten) werden kaum überrascht sein, dass sogar mein Dickschädel (Hutgröße 61) kaum ausreichend Fassungsvermögen für den fetten Hirnklumpen hat, der meine Halswirbelsäule belastet. Trotzdem war die drangvolle Enge nicht der Grund für jenes Loch (14 mal 8 Millimeter), das man mir kürzlich in die Birne gefräst hat, sondern Komplikationen einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sinusitis" target="_blank">Sinusitis frontalis</a> führten mich zur HNO-Station des Dortmunder St.-Johannes-Hospitals (wird hoffentlich bald umbenannt in Johannis-Hospital). Dort durfte ich eine Ausschabung über mich ergehen lassen, nur dass statt der nicht vorhandenen Gebärmutter Teile meines Schädels von überflüssigen Schleimhäuten befreit wurde (mein leidiger Zustand wäre sonst wohl auf eine Kopffehlgeburt hinausgelaufen). Wer mehr unappetitliche Details über derartige Eingriffe möchte, findet reichlich Informationen im Netz. So viel sei aber verraten: Mein linkes Auge bleibt mir erhalten, ich habe nur noch erträgliche Schmerzen und insgesamt eine recht gute Zeit verbracht. Das lag vor allem am freundlichen und kompetenten Personal der Station G5, aber auch an zwei witzigen jungen Kerlen, mit denen ich zeitweise das Zimmer teilte und kalauernd gegen mein verfrühtes Ableben kämpfte. Mit unserem schrägen Galgenhumor hatten wir bald Kultstatus auf der Station, und Ärzte, Schwestern wie Pfleger kamen gern auf unser Zimmer.</p>
<p>Krankenhäuser sind eine Welt für sich, jedes Hospital ist ein Mikrokosmos, bewohnt und regiert von seltsamen Zeitgenossen, deren Stammeszugehörigkeit schon an der Kleidung erkennbar ist. Weiß steht meist für Halb- und Vollgötter, bordeaux, blau oder grün für Schwestern und Pfleger, orange trägt das Reinigungspersonal. Verwaltungsmenschen kleiden sich zivil wie draußen das Bürovolk, und dann gibt es noch die vielen Unsichtbaren. Sie kochen, spülen, halten die Heizung in Gang, entsorgen Müll, reparieren, holen, bringen, machen und tun, und der vor allem mit sich selbst beschäftigte Patient bekommt selten etwas davon mit. Dabei steckt in jedem Kittel natürlich ein Mensch mit Launen, Sorgen, Nöten, Stärken und Schwächen. (Auf Nachfrage verriet mir eine Schwester, dass im <a href="http://www.joho-dortmund.de/" target="_blank">JoHo</a> insgesamt 2790 Leute arbeiten. Die Einwohnerschaft einer Kleinstadt.) Um einige dieser Menschen soll es gehen, und natürlich um jene Leute, neben die man sich in der Straßenbahn vielleicht nur ungern setzen würde. Aber plötzlich lebt man Tag und Nacht mit ihnen zusammen, teilt Schicksal, Mahlzeiten und das Klo, und ihr Schnarchen, das schmerzliche Stöhnen und die Furze sind bald vertrauter, als man sich je hätte vorstellen können. Oder gewünscht hat. Besonders auf einer HNO-Station wird unablässig gerotzt und geröchelt, geschnoddert und geschnauft, dass man seine helle Freude hat. Jeder Dritte hat grad die Rachenmandeln eingebüßt oder läuft mit einer dämlichen Schweinchennase aus Plastik herum, weil der operierte und tamponierte Zinken sonst die fragile Form verliert. In der Augenklinik ist es deutlich ruhiger, aber man kann sich seine Krankheiten leider nicht aussuchen.</p>
<p>Die Grundhaltung des Normalpatienten ist widersprüchlich. Paradoxerweise will er der Genesung wegen einerseits ins Krankenhaus rein und gleichzeitig schnellstmöglich wieder raus aus dem Reich der Spritzen, Sägen und Skalpelle. Wer wie ich durch die Notaufnahme anreist und so groggy ist, dass er für die zweihundert Meter bis zur Station um einen Rollstuhl bettelt (hab mich erstmals im Leben schieben lassen, und das von einer Frau!), hat ausreichend Leidensdruck, um für ein Bett im Dreibettzimmer dankbar zu sein. Egal, welche Mitpatienten dann neben ihm liegen. Urplötzlich ist man sehr hilfsbedürftig, dem guten Willen wildfremder Ärzte und PflegerInnen ausgeliefert, wird dünnhäutig und ist heilfroh, nicht wie ein lästiges Möbelstück behandelt zu werden. Und das möchte ich betonen – sie haben mich gut behandelt. Schnell war klar, dass auf der HNO-Station (anders als man es sonst oftmals aus Krankenhäusern kennt) ein Team von Menschen arbeitet, die ihre Jobs mit Energie und Leidenschaft erledigen, wo Beruf also durchaus noch etwas mit Berufung zu tun hat. (Nein, mir wurden leider keine bewusstseinstrübenden Opiate verabreicht und ich beschönige auch nicht, bloß weil mir unverbesserlichem Spaßvogel sogar kurz vor dem finalen Atemstillstand noch ein paar Witzigkeiten rausgerutscht sind und alle deswegen besonders nett zu mir waren.)</p>
<p>Der Fisch fängt bekanntlich vom Kopf zu stinken an, aber das Gegenteil stimmt auch. Man merkt eben, wenn gute Leute ihren Laden im Griff haben und für Teamgeist sorgen. Chefarzt Dr. Luckhaupt hatte am Tag meiner Aufnahme selbst eine Kiefer-OP und es fehlten ihm daher vorübergehend ein paar Vorderzähne. Neugierig befragte ich deswegen nach der Untersuchung die Fachärztin Frau Aufgebauer, weil es doch seltsam ist, wenn der Chefarzt optisch an einen Obdachlosen erinnert. Das hat sie ihm erzählt, aber er nahm es mir nicht übel, eher im Gegenteil. Dr. Luckhaupt frotzelte bei der nächsten Visite gutgelaunt mit wieder komplett möbliertem Esszimmer und hat mich tags drauf eigenhändig und sorgfältig operiert. (Er hätte sich ja auch rächen und mich zum Üben freigeben können, für die ärztlichen Praktikanten.) Besonders gern begab ich mich auch in die Hände von Joon Lee. Der koreanische Facharzt hat seine Doktorarbeit zwar schon abgegeben, sie wird aber noch geprüft (und garantiert für gut befunden). Daher nannte ich ihn – ganz der asiatischen Höflichkeit verpflichtet – nicht Doktor, sondern Meister Lee. Er nahm es mit Humor.</p>
<p>Als Beispiele für sympathische Pflegekräfte (von denen es im JoHo viele gibt) will ich die hübsche, quirlige und auch nach 12 Tagen Dauerdienst stets fröhliche Schwester Margarethe und den <a href="http://www.bundesfreiwilligendienst.de/" target="_blank">Bufdi</a> Armin erwähnen. Sie nahm es am Anreisetag klaglos hin, dass ich – kaum fünf Minuten auf dem Zimmer – gleich das Bad vollkotzte, putzte flink durch und tröstete mich sogar noch. Der ebenfalls sehr eifrige und freundliche Armin schob mich an seinem allerersten Arbeitstag als Bundesfreiwilligendienstleistender samt Bett durch endlose Flure zum OP, und ich war baff zu hören, dass es von Kristina Schröder für diesen Ersatz-Zivildienst maximal läppische 336 Euro gibt. Im Monat. Nicht vergessen habe ich die stille und fleißige Tunesierin, die Tag für Tag unser (und bestimmt noch einige dutzend andere) Zimmer putzte und sich sichtbar über jedes freundliche Wort freute. Oder dass mal jemand seine Schlappen aus dem Weg räumte, während sie den Boden wischte. Interessant war auch das Gespräch mit dem Haustechniker, der unser frostklapperndes Fenster reparierte. Er bestätigte meinen Eindruck, dass längst nicht auf allen Stationen so gute Stimmung herrscht und der Patient im Mittelpunkt steht. Ich habe mit der G5 eben Glück gehabt, auch wenn Patienten das ganze JoHo im Jahr 2011 wieder zum beliebtesten Dortmunder Krankenhaus wählten.</p>
<p>Während ich darauf wartete, in den Operationssaal geschoben und durch Vollnarkose ausgeknockt zu werden, vernahm ich, wie eine Schwester ihren älteren Kolleginnen ganz aufgeregt von der erneuten Begegnung mit einem Rettungssanitäter erzählte, in den sie offenbar verliebt ist. Nur eine von vielen aufgeschnappten Geschichten. Schockierend fand ich die des Zimmergenossen, einem jungen Lastwagenfahrer mit mehrfach gebrochener Nase und fehlendem Schneidezahn. Er hatte nach dem samstäglichen Discobesuch angetrunken auf einer Mauer gesessen, ein Taxi herbeigesehnt und mit angesehen, wie eine russische Gang die schrankförmigen Türsteher in eine Schlägerei verwickelte. Als die Russen in die Flucht geschlagen waren, kam einer der Türsteher (SECURITY stand auf seiner schwarzen Jacke) auf ihn zu, pöbelte ihn an und trat dann ohne Warnung zu. Mitten ins Gesicht. Nase kaputt, Zahn raus. Zum Glück gibt es Zeugen – zwei Frauen, die meinen bewusstlosen Mitpatienten mit kräftigen Ohrfeigen wieder halbwegs wach bekamen (hatten sie wohl im Film so gesehen, ist aber bei Verdacht auf Schädelhirntrauma keine gute Idee), und hurtig Polizei plus Krankenwagen riefen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/O_tempora,_o_mores" target="_blank">O tempora, o mores</a>. Herbe Zeiten, üble Sitten!</p>
<p>Als ironische Note des Schicksals teilte ich – durchaus kommunikativ und einem guten Gespräch nie abgeneigt – das Zimmer zeitweise mit zwei recht sympathischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Logorrhoe" target="_blank">Logorrhöikern</a>, also Leuten, die quasseln bis der Arzt kommt. Und auch nachdem der Arzt wieder weg ist. Zuhörer brauchen sie dabei nicht unbedingt und manche halten nicht mal dann die Klappe, wenn man Kopfhörer aufsetzt, um Musik zu hören. Um den steten Redefluss eines Logorrhöikers auszulösen, reicht es vollauf, wenn eine Lebensform zugegen ist, die mindestens so viel Intelligenz wie eine Kaulquappe hat, notfalls führen sie aber auch Selbstgespräche. Sogar mit dem zusätzlichen Loch im Kopp gelang es mir nicht, die Ohren auf Durchzug zu stellen, und wieder zuhause war ich heilfroh, dass mich hier keiner volltextet oder mir ständig dazwischenquatscht. Nun werden bald die Fäden gezogen und insgesamt verging die Zeit im Hospital recht schnell. Dies war auch einer Mitpatientin geschuldet, die brav Passwort und Usernamen für das kostenpflichtige Klinik-WLAN mit mir teilte, nachdem ich empört feststellen musste, dass E-plus in Mittäterschaft mit Medion und Aldi seine Kunden übelst abzockt. Das Guthaben meiner bei Aldi erworbenen Prepaid-SIM-Karte für mobiles Surfen war schon nach einem Jahr verfallen, und auch die SIM-Karte kann ich jetzt nur noch benutzen, wenn irgendwo ein Tisch wackelt. Zum Unterlegen. Alles Schweine, außer Mutti. Und der traue ich auch nicht erst über den Weg, seit sie im Kanzleramt sitzt und sich ständig mit Sarkozy abbusselt. Egal.</p>
<p>Ja, dieser Text wurde wieder zu lang. Aber Leser Wolf meckerte am Montag im Kommentar, dass ich zum Syrienthema nach so langer Zeit nur ein kurzes Statement von mir gegeben habe. Das hat er nun davon. Unten noch ein wenig schmeichelhaftes Bild, aufgenommen vom Mitpatienten Max wenige Stunden nach der Operation. Nein, ich habe eigentlich kein Doppelkinn und mein Kopf ist nicht nur gut faustgroß. Ja, das rückwärtig offene OP-Hemdchen ist extrem sexy und die ersten Brusthaare werden grau. Ende.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.kassandrus.de/blog/wp-content/postOP.jpg" rel="lightbox[5180]"><img class="size-thumbnail wp-image-5181  aligncenter" title="postOP" src="http://www.kassandrus.de/blog/wp-content/postOP-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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		<title>Schurkenstaaten</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 18:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz & Knapp]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum regen sich eigentlich alle so auf? Russland und China haben sogar nach einem Jahr blutigsten Gemetzels keine Lust, UN-Resolutionen gegen den irren syrischen Diktator zu unterstützen und daher gestern erwartungsgemäß ihr Veto eingelegt. Na und? Genau so gut könnte man von einem Stinktier erwarten, dass dessen Arsch nach Lavendel duftet, oder von Neonazis, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum regen sich eigentlich alle so auf? Russland und China haben sogar nach einem Jahr blutigsten Gemetzels keine Lust, UN-Resolutionen gegen den irren syrischen Diktator zu unterstützen und daher gestern erwartungsgemäß ihr Veto eingelegt. Na und? Genau so gut könnte man von einem Stinktier erwarten, dass dessen Arsch nach Lavendel duftet, oder von Neonazis, dass sie Juden, Linke und Schwule mögen. (Au weia, das gibt wieder Ärger und schlimmstenfalls zerstochene Reifen.) Natürlich ist den Chinesen jede Art von Menschenrechtsbewegung suspekt, sie wollen ihr Volk ja nicht auf dumme Gedanken bringen. Außerdem brauchen sie Öl, viel Öl. Und die Russen – Demokratie ist bekanntlich fast so schlimm wie Kapitalismus, und der Moskauer Pöbel demonstriert schon jetzt viel zu oft – wollen weiterhin Waffen und Munition nach Syrien verkaufen, egal auf wen dort geschossen wird. Da kann man sich doch von albernen moralischen Einwänden und ein paar tausend toten Zivilisten nicht das Geschäft vermasseln lassen. Wieso gehen die Idioten auch ständig auf die Straße? Sollen sie doch zuhause bleiben, da passiert ihnen nix.</p>
<p>Mao und Stalin ließen sich von kleinlichen Bedenken nie stoppen. Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne. Außerdem wird Westerman, unser heldenhafter Außenminister, bald mit seinen chinesischen und russischen Kollegen reden. Danach wird alles gut, das hat er heute versprochen. Fast wörtlich. Einige wohlgesetzte Diplomatenworte aus seinem Mund, und plötzlich klatschen sich die russinesischen Sturköppe einsichtig vor die Stirn, sind geläutert und vetoisieren nie wieder. Wetten? Und selbst, wenn nicht – ich darf mich keinesfalls aufregen! Aus medizynischen Gründen, wie ich bald in einem ausführlichen Dossier darlegen werde.</p>
<p>So, gleich muss ich Nachrichten kucken. Bin gespannt, wie viele renitente Syrer die Panzer- und Heckenschützen heute erwischt haben. Neulich waren es mehr als zweihundert an einem Tag, das lässt sich bestimmt noch toppen.</p>
<p class="MsoNormal"><span><a href="http://www.kassandrus.de/blog/?p=250" target="_blank">Ceterum Censeo: </a>»Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.« </span></p>
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