Bauchnabelflusen
Geschrieben von Johannis am 11. Juni 2010 um 08:57 Uhr
Bloggen ist harte Arbeit und meist brotlose Kunst. Neue Leser sind ähnlich schwer zu finden wie fünfzehnjährige Hauptschüler, die keine Pornovideos auf dem Handy haben. Will man hingegen Besucher vergraulen, die sich versehentlich in solch ein mühsam geschriebenes Online-Tagebuch verirrt haben, ist dies leichter als das Ausstoßen von Darmwinden durch die dafür vorgesehene rückwärtige Körperöffnung.
Jochen Malmsheimer (Kollege von Georg Schramm, der nun leider nach drei satirisch äußerst ergiebigen Jahren die ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“ verlässt) darf den ausgeschiedenen Bischofs-Mixer (unentbehrlich in jedem christlichen Haushalt: Vermischt sekundenschnell und kinderleicht Lüge mit Halbwahrheiten zu zähem Sakralschleim) live im Fernsehen einen koprophagen Kuttenklopfer und pädophilen Prügelpriester nennen, und das Publikum applaudiert lachend. Bezeichne ich jedoch ein prominentes Kabinettsmitglied durchaus zu Recht als pickelnarbige Krawallschwuchtel, zahlt man mir die kleine Boshaftigkeit heim, indem Lesezeichen und RSS-Feed aus dem Browser gelöscht werden. Der Leser stimmt heute eben mit der Maus ab.
Okay, ab und an geschehen auch erfreuliche Dinge, zum Beispiel vorgestern. Da twitterte Sektenchef Lorenz Meyer seinen 3012 Followern die Nachricht: shengfui Schöne Politglosse von @perlenschwein “Guido Geizhals und Mutti Mutlos” http://bit.ly/9PRG4j. Solche Aktionen lassen das Herz eines Autor hüpfen und die Besucherstatistik kurzfristig nach oben ausschlagen. Betonung auf kurzfristig. Ich bezweifle jedoch, dass der üble Esoterik-Demagoge meinen Beitrag überhaupt gelesen hat, aber das soll mir Wurscht sein. Schon weil Meyer kein Fleisch isst.
Wichtig beim Bloggen ist Bonding. Das ist ein Terminus aus der Psychologie und bedeutet innere Verbindung schaffen, mit dem Leser zusammenwachsen, sich öffnen und von Herz zu Herz kommunizieren. Also jetzt mal ganz ehrlich – wer möchte schon mit einer anderen Person zusammenwachsen? Die meisten siamesischen Zwillinge würden sogar Körperteile opfern, bloß um nicht mehr zusammengewachsen zu sein. Gut, wenn ich an manch attraktive Vertreterin des weiblichen Geschlechts denke, steigt meine Bereitschaft zu körperlicher Vereinigung rapide, aber die sollte selbst im Rausch der Hormone höchsten Stunden, keinesfalls Tage oder gar Monate dauern. Autsch, meine neue PR-Beraterin rempelt mir gerade wieder ihren spitzen Ellenbogen in die Rippen, denn ich soll auf Schlüpfrigkeiten verzichten. Falls ich meine minimalen Restchancen wahren will, jemals mit einer liebenswerten Leserin im Bett zu landen, sagt sie. Will ich.
Besagte PR-Beraterin hat mich eindringlich gebeten, mich zu öffnen und mehr von meinem Innenleben preiszugeben. Weniger Politiker-Bashing, mehr Homestories – das ist die neue Strategie für Ruhm und nachhaltigen Erfolg. Meinen Hinweis, dass eine befreundete Bloggerin ihre Leserschaft ständig mit Fotos versorgt, die sie selbst verhuscht im Bett oder durch die Hauptstadt hüpfend, alternativ ihre Osterdeko oder die Bestückung ihres Badezimmers zeigen, und dass diese etwas inkonsequente Lolita sich bei mir schon bitterlich über Leserstalking und unappetitliche Kommentare beklagt hat, wischte die PR-Beraterin vom Tisch wie Brötchenkrümel und Sesamkörner.
Nun denn – hiermit öffne ich mich, gebe mein Innerstes preis, lasse die Leser am Privaten teilhaben. Widerstrebend. Einleiten will ich diesen Vorgang mit einer kurzen Rückblende. Mein Vater, stets in Sorge um mein fragiles seelisches Gleichgewicht und meine Altersversorgung, pflegte mich früher dazu anzuhalten, doch bitte etwas weniger Nabelschau zu betreiben. Dabei habe ich das nie gemacht, denn es ist erstens wenig unterhaltsam und zweitens belastet das Starren in den eigenen Bauchnabel die Halswirbelsäule. Es war eine figure of speech, eine Metapher meines Alten. Ich solle mich doch bitte nicht so wichtig nehmen, weniger grübeln und stattdessen lieber eine Karriere als Versicherungskaufmann machen. Aufmerksame Stammleser wissen, dass ich diesen Rat nicht befolgt habe.
Und nun das Auftauchen der Bauchnabelflusen. Zur Erklärung, ich trage eigentlich nur Baumwollkleidung und finde manchmal, speziell bei neueren Shirts aus dem unteren Preissegment, abends so kleine Flusenpads in meinem Bauchnabel. Pads, gesprochen Pätz, kennt ja heute jeder. Es gibt Kaffeepads und Wattepads, nun führe ich eben den Begriff des Bauchnabelflusenpads ins Deutsche ein. Die bestehen aus abgeriebenen Baumwollfasern und vereinzelten Körperhaaren, lassen sich leicht entfernen und oftmals Rückschlüsse auf die Farbe des Shirts zu. Am Strand von Goa gekaufte billige rote T-Shirts mit Werbung für indisches Kingfisher-Bier erlauben zum Beispiel eine reiche Ernte aus knallroten Bauchnabelflusen, steingraue Unterhemden erzeugen graue Bauchnabelflusenpads, wie unten abgebildet. (Nur zur Erklärung, es handelt sich um die archivierte Ausbeute von drei Tagen.)
Interessant ist der wissenschaftliche Überbau des Bauchnabelflusenphänomens. Dazu muss man die Menschheit grob in zwei Gruppen einteilen, je nach Form und Ausprägung des individuellen Bauchnabels. Im Englischen spricht man von Innies und Outies, physiologisch korrekt wäre die Bezeichnung konkave oder konvexe Nabelform. Und nun die schlechte Nachricht für alle Besitzer eines knubbelig-konvexen Bauchnabels: Ihr habt absolut keine Chance, jemals in eurem Leben ein eigenes Bauchnabelflusenpad zu erzeugen. Sorry! Wer jetzt ganz doll traurig ist, schreibt mir eine Mail und ich verschenke dann überzählige Bauchnabelflusen. (Eben rempelte mich nämlich die PR-Tusse wieder an. Ich soll Großzügigkeit zeigen, Nähe zum Leser aufbauen. Jaja.)
Menschen, die hingegen ähnlich gebaut sind wie ich (wieder siehe unten) und deren Bauchnabel, von ausreichend Muskeln und Fettgewebe umgeben, eine mindestens olivengroße Vertiefung bildet, sollten heute Abend einfach mal nachschauen. So ein Bauchnabelflusenpad ist mit dem kleine Finger leicht herausgepopelt, es sollte gewürdigt und nicht einfach unter der Dusche herzlos in den Gulli gespült werden. Schließlich handelt es sich dabei doch um innere Werte, und bekanntlich krankt unsere moderne, hektische Welt an galoppierendem Werteverlust.
Zu Schluss noch mein Mitmach-Angebot an alle Leser: Fotografiert eure Bauchnabelflusenpads und gern auch die unbekleidete Mitte eures Oberkörpers (bitte keine Sauereien!), schickt die Bilder an info(ätt)kassandrus.de und ich veröffentliche sie hier im Blog. Vielleicht gründen wir sogar eine Facebook-Gruppe für Bauchnabelflusenfreunde. Wär’ doch eine schöne Idee. (Ja, die kam wieder von der PR-Tante.)
Viel Erfolg also bei der Nabelschau. Wir treffen uns bestimmt bald wieder hier im Blog, ich freue mich schon auf euch.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«





Lieber Johannis,
lass Dich von Deiner PR-Beraterin nicht kirre machen: Es ist sehr wohl angeraten, die Leserschaft mit persönlichen Fotos zu versorgen und auf diese Weise die Besucherbindung zu festigen. Auch wenn dies bedeutet, dass man sich “verhuscht im Bett” oder “durch die Stadt hüpfend” abbilden lässt. Um Dir den Einstieg in die neue Form des Bloggens zu erleichtern, habe ich ein Foto von Dir eingefügt, welches Du lizenzfrei in Deinem Blog verwenden kannst:
Ich bin mir nahezu sicher, dass die Besucheranzahl allein durch dieses Bild sprunghaft bis auf 17 (am Wochenende 12) Besucher ansteigen wird!
Energetische Grüße und Chi heil
Lorenz Meyer
Lieber Lorenz,
wirklich ein schöne Bastelarbeit, die du dir da abgerungen hast. Danke, dass du meinen Bauch etwas flacher und die von der ewigen Bildschirmarbeit verkümmerte Oberschenkelmuskulatur deutlich aufgepeppt hast. Schön finde ich auch das Ringel-T-Shirt – ob das wohl auch geringelte Bauchnabelflusen abgibt? Und an wen erinnert es mich bloß? Egal.
Auch dir sende ich hochenergetische Grüße und bedauere, dass du beim heutigen Grillfest nicht dabei sein kannst, der saftige Schweinenacken saugt in der Marinade bereits leckerste Gewürze auf.
Alles Gute, auch an Sybille.
Johannis
Ha! Endlich habe ich einen neuen Kosenamen für Der-mein-Sofa-mit-mir-teilt: Der ist nämlich eindeutig ein Innie!
Bauchnabelflusenpads gibt es deshalb hier regelmäßig. Uns fehlt leider die Zeit für die Realisierung, aber wir hatten schon vor langer Zeit die Geschäftsidee, die Flusen zu sammeln und zu formschönen Perlen zu filzen, die, schick aufgefädelt, für teuer Geld als Designerstück an Freunde von ressourcenarmem Ökogedöns verkauft werden.
Für die Erschließung der entsprechenden Kundenkreise empfehle ich, bei Lorenz Meyer um Rat zu fragen: Wer Sheng Fui mag, der mag auch Filzgeklöppeltes.
Glückwunsch!
Zu Bauchnabelflusenpad gibt es bei google genau einen Treffer!!!
@Mamasliebling:
Vielen Dank für die Anerkennung, ich hab’s gleich überprüft, es stimmt und freut mich.
Nachdenklich stimmt mich hingegen die Tatsache, dass der Begriff Bauchnabelflusen 1460 Treffer bringt. Ich wusste nicht mal, dass dieses Wort offiziell verwendet wird, habe aber heute schon recht viel Neues erfahren. Zum Beispiel über die Bauchnabelflusenausbeute eines Freundes, oder dass Frauen angeblich keine Bauchnabelflusen produzieren. Eine befreundete Leserin meint, es liegt an der fehlenden, oftmals drahtigen Bauchbehaarung, die nämlich die feinen Baumwollfasern bricht, abschubbert und in den Bauchnabel verfrachtet, woselbst sich dann das Bauchnabelflusenpad bildet. Kann sein.
Auf dieser Seite hat sich eine Bloggerin bereits vor 7 Jahren intensiv mit dem Phänomen der Bauchnabelflusenentstehung unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede und Wesenseigenarten befasst. Alles Schnee von gestern – wenn ich das gewusst hätte! Meine blöde PR-Tante wieder, die mit ihren oberschlauen Tipps! Warum höre ich bloß immer wieder auf Frauen? Aber auf wen sollte ich sonst hören?
Wow, hat Lorenz etwa das Bild aus seiner Brieftasche geopfert?
Ich finde übrigens, Johannis erinnert darauf sehr an die berühmten Bobblehead Dolls …
Da zieht es mich nach ungezählten Tagen einmal wieder auf diese wunderbar philantropischen Seiten und was muß ich da lesen?
B a u c h n a b e l f l u s e n p a d s !
Nun bin ich ja wahrlich kein Kostverächter und bezeichne mich als durchaus hart gesotten, aber das geht doch zu weit! Bauchnabelflusenpads sind und bleiben geschmacklos! Es sei denn, man schmiert sich vorher Honig in den besagten Nabel, dann könnten sie durchaus genießbar sein, wenn auch nicht nahrhafter.
Nichtsdestotrotz würde ich es bevorzugen, zukünftig wieder etwas mehr über pockennarbige Politschwuchtel (oder wie hieß der gleich nochmal) und Konsorten zu lesen, sofern sich ein ehemaliges VIP-Lounge-Mitglied hier überhaupt noch etwas wünschen darf…
PS: Trenne er sich schleunigst von seiner PR-Beraterin!
Öhm, hier steht ja was über mich! In dem Text da, mein’ ich. Ja, ja, die Bloggerei. Es ist schon nicht einfach. Was ich aber erlebt habe und was ich anfangs nicht verstand ist, dass die Leute lieber glotzen, als lesen. …Und wenn du zwischendurch mal einen schnieken Text gezimmert hast, interessiert es keine Sau. Dabei gab es anfangs massig dieser Texte, lang, länger, am längsten. Wie bei dir halt, lieber Johannis! Ich hab auch schon überlegt, weniger zu hüpfen, weniger zu fotografieren, weniger zu saufen und wieder mehr zu schreiben.
Wenn es nur nicht so wumpe wäre. Inkonsequente Lolita? Hülfe, das könnte glatt von Arthur Miller sein. Kannste nich’ einfach mal’n paar Fotos von deiner PR-Beraterin machen?
Liebe Verena,
es ehrt dich ungeheuer, dass du dich hier ohne jede Not outest und dabei eine fast schon überirdische Gelassenheit an den Tag legst, anstatt inkognito vor dich hin zu grummeln. Vorab meine Entschuldigung für den fehldosierten und wie immer ungerechten Spott, im Grunde bin ich nur neidisch. Weshalb? Weil du jung und hübsch bist und dazu ‘nen 4er Page-Rank hast, ich hingegen ein faltiger alter Sack, der es bei Google nur auf eine schlappe drei bringt. Missgunst ist eben aller Laster Anfang. Sorry!
Das Wort wumpe verstehe ich, gebürtiger Fischkopp und seit 15 Jahren im Ruhrpott, leider nicht. Was heißt das? Und Fotos von der PR-FRau kann ich nicht nachreichen, denn sie hat noch in der ersten Woche ihrer Probezeit gekündigt. War aber wohl auch besser so. Ihre letzten Worte, bevor sie die Tür hinter sich zuknallte, waren: “Du bist aber auch so ein arrogantes und komplett beratungsresistentes Riesenarschloch, kein Wunder, dass es keine Frau bei dir aushält!” Recht hat sie. Wahrscheinlich.
Zerknirschte Grüße in die Hauptstadt
PS: Beim Bloggen geht es doch nicht darum, was die Leser wollen, oder? Der Chef bestimmt, und gegessen wird was auf den Tisch kommt. Zur Not eben auch lange, halbwegs anspruchsvolle Texte. Hast du doch nicht nötig, dich anzubiedern. Finde ich.
PPS: Mit der geschmacklosen Bilderschnipselei von Lorenz habe ich nix zu tun. Wirklich nicht!
Hi Johannis,
Glückwunsch für den Pagerank 4 an Verena, aber auf welcher Seite (Link bitte!) wird dir lieber Johannis ein Pagerank von 3 zugewiesen? Meine Recherche ergab leider nur diesen hier:
Der Google PageRank™ Algorithmus weist dieser Seite einen geringen Wert zu (PageRank 1).
Schönen Abend noch
Kulturbanause
@Kulturbanause:
Na, was ein für Glück, dass du so ein vertrauensvoller Leserfreund und kein kleinlicher Miesepeter bist. Nimm z.B. einen der Links unten und versuch es einfach mit der Blog-URL statt mit http://www.kassandrus.de. Macht doch wohl nur Sinn, Blog mit Blog zu vergleichen, oder?
http://www.database-search.com/sys/pre-check.php
http://www.gaijin.at/olsgprank.php
Mürrische Grüße, J.
Hi Johannis,
auch dir meinen Glückwunsch zum guten Pagerank von 3! Danke für den Link, endlich eine Seite, mit der man jede einzelne Seite auf ihren Pagerank untersuchen kann.
Kulturbanause
Das ist ja schon ein gewisser Allgemeinplatz, den du da einnimmst, lieber Johannis. Jugend und Schönheit sind – das weiß jedes Kind – vergänglich. Letztlich ist es die Qualität der Schreibe, die sich durchsetzt oder eben nicht. Ich wusste bis heute nicht, was ein Pagedingsbums ist und viel weniger weiß ich, wozu ich dieses Wissen benötige, denn ich habe ihn/ es/ das bis dato gar nicht vermisst. Auf der 4 bin ich, aha: Ist das nun gut oder schlecht? Ich käme auch nie auf die Idee, so was wissen zu wollen, wozu? Mich interessiert viel mehr die spannende Frage, warum die Leute meine Texte lesen und eher selten kommentieren. … Den höchsten Pagerank hat bestimmt youporn.
Ceterum Censeo: “Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Howie Munson gar nicht so blöd war, wie er aussah und Colt Sievers maßlos überschätzt wurde.”
@Verena:
Teuerste Freundin,
da bin ich aber von Herzen froh, dass du mir offenbar nicht allzu sehr grollst und grimmest, und deine kostbare Zeit erneut mit einem Kommentar verplemperst. Allgemeinplätzchen können sehr lecker sein, etwa so wie hübsche Menschen. Weil, also hier im Pott, da nennt man ein hübsches Ding schon mal eine echt lecker Perle. Was ist denn jetzt mit wumpe? Wird nicht erklärt, oder was?
Allgemeinplatz könnte man auch deine Behauptung nennen, letztlich sei es die Qualität der Schreibe, die sich durchsetzt oder eben nicht. Das ist, mit Verlaub, leider Quatsch. 11,8 Millionen Leser hat die BILD, nur gut eine Million die ZEIT. Welches Blatt ist besser? Und welches lesen die meisten Leute. Na also. Und obwohl ich mir manchmal einbilde (und du das sogar mal andeutungsweise bestätigt hast), dass ich mit Wortwahl und Satzbau, Methaphorik und Semantik halbwegs umgehen kann, bedeutet das noch lange nicht, dass ich viel gelesen würden. (Endlose Aufzählungen von bildenden oder schreibenden Künstlern, die zu Lebzeiten keiner mit dem Arsch angekuckt hat, die aber heute Rekordauflagen oder -auktionssummen erzielen, erspare ich dir und mir.)
Und hier kommt der für dich noch etwas befremdliche PageRank ins Spiel. Denn nur wer auf deiner oder meiner Seite landet, kann sich ein Bild von deinen oder meinen schreiberischen Fähigkeiten machen. Der PageRank gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein zufällig durch das Netz surfender Mensch auf eine Webseite stößt. PageRank eins ist kaum der Rede wert, zehn ist spitze. Ich hab 3, du 4, Lorenz 5 – daran kannst du ungefähr ablesen, wie populär wir sind. Da hier am Blog auch noch ein Haufen Seiten mit Lyrik und anderem Schmonzes drankleben, für die sich keine Sau interessiert, hat kassandrus insgesamt nur 1. Würde ich den Blog abkoppeln, könnte ich vielleicht sogar mit dir gleichziehen. PageRankmäßig mein’ ich, ansonsten hab ich natürlich kaum Chancen. Oder wenn ich meine Bloglist erweitern würde, denn ein- und ausgehende Links erhöhen den PageRank. Egal, oder?
So, genug bramarbasiert. Mögen deine Leser dich lieben und ehren, deine Texte konzentriert lesen und fleißig kommentieren, und möge der Vogel des Paradieses seine Eier auf deinen Kopf legen! (Alter Segenswunsch aus Papua-Neuguinea. Wirklich!)
Herzliche Grüße nach Bärlin
Pingback: [...] die Bezeichnung “pickelnarbige Krawallschwuchtel” für Schwesterwelle verloren hat, durch das Zurschaustellen der eigenen Bauchnabelflusen wiederzugewinnen…schöne Darstellung der Unterschiede zwischen konvexen und konkaven Bauchnabeln… aber ansonsten bizarr [...]
Schönschön, jetzt wissen wir, daß Bauchnabelflusen bei Leuten mit konvexen Bachnabeln nicht vorkommen – oder zumindest nicht daselbst bleiben… Aber es stellt sich die Frage: Wie kommen sie denn in die konkaven überhaupt hinein? Warum sind z.B. die Achselhöhlen, die ja auch gewissermaßen eine Vertiefung darstellen, nicht voll gigantischer Flusen?
Das unten zitierte Ergebnis langjähriger Forschungen beantwortet nicht nur diese Frage, sondern auch eine weitere, der oben keine Beachtung geschenkt worden ist: Warum kommen überwiegend Männer in den Genuß von Nabelflusen? Oder wissen wir nur von männlichen Nabelflusen, weil Nabelschau keine Frauendomäne ist?
Lest selbst:
„Rätsel um Nabelfussel gelöst
Das Phänomen ist zumindest unter Männern genauso weitverbreitet wie rätselhaft: Trotz Körperhygiene sammeln sich im Bauchnabel permanent Fussel. Ein Wiener Chemiker hat nun herausgefunden, warum.
Grundbedingungen sind das Tragen von T-Shirts aus Baumwolle und eine üppig sprießende Bauchbehaarung, so der Chemiker Georg Steinhauser vom Atominstitut der Österreichischen Universitäten in Wien.
Er ist in einer mehr als drei Jahre dauernden Testreihe an sich selbst dem Phänomen der Bauchflusen auf den Grund gegangen und hat die Resultate vor kurzem im Journal “Medical Hypothesis” veröffentlicht (http://www.sciencedirect.com/science?_o … 692a07b482).
Seit März 2005 hat Steinhauser über 500 Stück Flusen aus seinem Bauchnabel entfernt – und das trotz gründlicher Morgenhygiene, wie er in seiner Studie schreibt. Wissenschaftler, der er ist, hat er die Proben gründlich analysiert.
Im Schnitt wogen die Fussel 1,82 Milligramm, einige wenige statistische Ausreißer kamen auf sieben bis neun Milligramm.
Hauptbestandteil war die Baumwolle der T-Shirts, es fanden sich aber auch Spurenelemente von Haut, Hausstaub, Schweiß, Fetten und Proteinen. Insofern, so mutmaßt Steinhauser, haben die Flusen durchaus auch eine reinigende Funktion für den Körper.
Ein theoretisches Rechenbeispiel: 1,82 Milligramm eines T-Shirts verschwindet durchschnittlich pro Tag im Nabel. Wer es jeden dritten Tag trägt, verliert in einem Jahr rund 0,18 Gramm. Bei einem Durchschnittsgewicht von 180 Gramm bräuchte es also 1000 Jahre, bis ein Leiberl komplett im schwarzen Loch des männlich behaarten Bauches verschwindet.
Wie kommt es nun konkret zu den Bauchflusen? Laut Steinhauser begünstigt die schuppige Struktur der Bauchhaare zuerst das Abschaben winziger Stoffteile aus den Baumwoll-Shirts. Die natürlichen Körperbewegungen und die oft konzentrisch angeordneten Haare “saugen” diese Teile dann langsam in ihr Zentrum, wo sie sich zu den bekannten Flusen verklumpen.
Zur Überprüfung seiner Beobachtung hat sich Steinhauser die Nabelgegend rasiert und siehe da: Der Flusenspuk war vorbei. Für den Chemiker der Hauptgrund, warum die meisten Frauen von dem Phänomen nicht betroffen sind.
Nicht zuletzt weil heute der 1. April ist, betont Steinhauser gegenüber science.ORF.at, dass die Flusenarbeit nicht zum wissenschaftlich ernsthaften Teil seiner Arbeit gehört. Die verrichtet er im Forschungsbereich “Strahlenphysikalische Analytik & Radiochemie” am Atominstitut in Wien.“
Zitiert nach Lukas Wieselberg, science.ORF.at.
P.S.
Johannis, ich verstehe, daß Du aus Rücksicht auf einfacher gestrickte LeserInnen die Sachverhalte bisweilen etwas vereinfacht darstellst, aber eine kleine Richtigstellung sei mir erlaubt: Es GIBT Nabel, die weder in die Kategorie „konvex“ noch in die Kategorie „konkav“ fallen. Meine Kinder haben beide deutlich hervorstehende (sog. Pling-) Nabel, die allerdings mit tiefen Furchen versehen sind.
P.P.S.
Die Behauptung, „sondern auch eine weitere, der oben keine Beachtung geschenkt worden ist: Warum kommen überwiegend Männer in den Genuß von Nabelflusen?“, nehme ich zurück und behaupte das Gegenteil: Sie wurde gestreift.