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Abschreckung

Geschrieben von Johannis am 14. September 2007 um 12:13 Uhr

Präventivhäme

Nachdem ich am Mittwoch meinen gesamten Bekanntenkreis zugespammt habe, kommen doch tatsächlich erste Resonanzen. Das reicht vom überschwänglichen, kaum ernst zu nehmenden Lobhudeln (Schicke Homepage und überhaupt viel los bei Dir. Gratulation zum ersten Buch, Klatsch, Klatsch, Klatsch) oder (Typisch Johannis!!!! So speziell und einfach genial!! Ich war nur kurz auf deiner Homepage, da ich jetzt nämlich schlafen gehe, werde aber alles genau durchlesen. Das Wenige, das ich gesehen habe, ist einfach SPITZE!!!) über seltsame Nachfragen (Ich hätte gerne gewusst, wer du bist???? Anne) bis zu Frontalwatschen (Kann Deinen Sarkasmus in den Gedichten nicht gut haben.). Ich will mich nur kurz auf das Letzte beziehen.

Liebe G. aus M.! Anders als manch einer annehmen mag, geht es mir nicht in erster Linie darum meine Leser zu erfreuen, oder so viele wie möglich davon um, hinter oder unter mir zu versammeln. Ganz im Gegentum – ich möchte nämlich von vornherein und sicher ausschließen, dass ich als lesefreundlich-pflegeleichter Mainstreamer verwurstet werde. Dazu lebe ich nach dem Motto „Ich bin doch nicht auf der Welt, um die Erwartungen andere Leute zu erfüllen!“. Die lästige, zeitraubende und weitgehend brotlose Schreiberei soll mir in erster Linie Spaß machen und scharenweise willige Groupies zutreiben, ansonsten dient sie der Psychohygiene. Deshalb gebe ich mir alle Mühe möglichst viele von euch wie zu verprellen. Mit brutalst-verbalen Kopfstößen will ich euch dahin bringen, dass ihr euch tüchtig echauffiert, dann vergrätzt die Webseite verlasst oder sogar mein Buch verbrennt. Auf keinen Fall will ich es mit meinem Geschreibsel irgendwann in die Spiegel-Bestsellerliste schaffen. Alles klar? (Für alle, die jetzt auf paradoxe Intervention tippen – ihr liegt voll daneben!)

Gegen Menschen wie Leserin A. aus D., die völlig unreflektiert meinte, dass ihr gerade das Bissig-sarkastische gefällt bin, ich bekennend machtlos. Abschließend möchte ich kurz Herrn Rowohlt zitieren, der sich in seiner letzten, etwas lieblos zusammengestoppelten ZEIT-Kolumne auf den Autor Hermann Peter Piwitt bezieht. H. P. P. schrieb „Ist man einmal verrückt, ist alles einfach. Aber wie schwer ist der Weg dahin.“ Harry Rowohlt denkt dazu: „Kürzer und schöner lässt sich das nicht sagen. Länger und weniger schön immer.“ Mir fällt dazu eine Bemerkung meiner verflossenen Langzeitlebensgefährtin G. aus B. ein, die – es war wohl das goldene Jahr 1985 – bei der Fahrt durch den Rembertikreisel (Hinweis an alle, die wissen wollen, wo B. ist) sprach „Ein bisschen verrückt sein, aber noch klar kommen, ist eigentlich das Beste was einem passieren kann.“ Das sind zwar einundzwanzig Anschläge (incl. Leerzeichen) mehr, aber doch auch nicht schlecht.

So ihr Lieben, möge euer Wahnsinn ein angenehmer und die euch umgebenden Irren richtig nette sein. Herbstliche Grüße, J.

PS: Man und auch frau darf hier übrigens auch überflüssige Kommentare reinschreiben, aber so mutig seid ihr wohl noch nicht, oder?

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