Verbrennt alle heiligen Bücher!
Geschrieben von Johannis am 28. Februar 2012 um 09:57 Uhr
Darf man als Deutscher, auf ewig beladen mit der Erbsünde unserer schändlichen Nazivergangenheit, zur Bücherverbrennung aufrufen? Ja, man muss sogar, denn unsere Freiheit wird schließlich auch am Hindukusch verteidigt. Gut, klimaschutztechnisch ist es besser, wenn das von Bäumen aus der Atmosphäre gefilterte und in Holz verwandelte Kohlendioxid im Papier gebunden bleibt – so gesehen sollten alle Bücher unter Bestandsschutz gestellt werden. Vielleicht könnte man ja das ehemalige Salzbergwerk Asse mit Bibeln, Lore-Romanen, Konsaliks und ähnlich entbehrlichem Druckwerk auffüllen, wo doch längst klar ist, dass die 120.000 Fässer mit radioaktivem Müll niemals wieder hoch geholt und woanders sicher gelagert werden können. Mein Vorschlag: Pumpt doch eine Mischung aus Pappmaché und Zement in die mürben Schächte und Kammern, bevor das strahlende Bergwerk kollabiert. Aber ich schweife mal wieder ab, und das schon im ersten Absatz.
Ist es nicht beeindruckend, mit welch traumwandlerischer Sicherheit die Amerikaner in jedes erreichbare Fettnäpfchen treten? Treten stimmt eigentlich nicht, sie wälzen sich drin wir junge Hunde in frischer Kuhscheiße. Nach Guantanamo, Abu Ghraib und all den anderen Unappetitlichkeiten mussten nun in Afghanistan einige Exemplare des Koran dran glauben. Schön – niemand wurde gefoltert und es gab ausnahmsweise keine Leichenschändung, aber man wundert sich trotzdem. Tolle Soldaten, die zu blöd sind, um ein paar Bücher zu verbrennen! Militärische Überlegenheit, Kampfkraft, Siegeswillen, Disziplin kann man von solchem Menschenmaterial wohl kaum erwarten. Durchblick fehlt auch, denn in der Dritten Welt gibt es bekanntlich keinen Müll, sondern nur Wertstoffe. Speziell die Hinterlassenschaften der Besatzer (oder sollte man Befreier sagen?) werden akribisch durchsucht, denn reiche Westler schmeißen immer haufenweise wertvolles Zeug weg. Wenn man also schon zu dämlich ist, Bücher rückstandslos zu verbrennen, dann niemals in die Mülltonne mit den angesengten Schwarten. Zumindest nicht an Brennpunkten wie Kabul oder Bagdad. Das gibt Ärger, richtig Ärger.
Zugegebenermaßen haben die kokelnden Amis das Empörungspotenzial nicht voll ausgeschöpft. Weder filmten Soldaten sich gegenseitig dabei, wie sie auf brennende Korane (Koräne, Korans?) pinkelten, noch landeten die heiligen Bücher auf der Stützpunktlatrine, damit Private Smith und Lieutenant Jones sich nach dem Kacken ihre blöden Ärsche mit einer Sure hätten abwischen können. Und es wurde auch nix bei YouTube hochgeladen, sehr löblich. So gesehen fragt man sich, warum der Mob in Afghanistan seit Tagen tobt und schon reichlich Blut vergossen wurde. Die ganze muslimische Welt spart schließlich Zahnpasta, weil alle Schaum vorm Maul haben – ist doch praktisch. Sogar Obama hat sich im Namen seiner idiotischen Soldaten entschuldigt, eigentlich könnten die wütenden Möchtegernmullahs langsam wieder zur Ruhe kommen. Machen sie aber nicht, weil es eben heilige Bücher waren. Doch selbst wenn nun Millionen Menschen meinem Aufruf folgen und brav ihre Ausgaben der Bibel, Thora, Bhagavad Gita oder des Pali-Kanon ins Feuer schmeißen, werden sich die Afghanen nicht beruhigen. Denn Nichtmuslime sind Ungläubige, und was die mit ihren angeblich heiligen Schriften machen, ist dem aufrechten Muslim wurscht (halal und garantiert ohne Schweinefleisch!). (An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Zoroastriern, Jains und den Anhängern anderer Religionen entschuldigen, deren heilige Bücher ich nicht genannt habe. Sorry.)
Es geht in Wirklichkeit gar nicht um den Koran, sondern um Minderwertigkeitskomplexe, durchaus berechtigte Minderwertigkeitskomplexe. Der Islam stammt bekanntlich aus der arabischen Welt und nahezu zeitgleich mit dem Tod des Propheten Mohammed im Jahr 632 n. Chr. begann die Blütezeit des arabischen Reichs. Ursprünglich nomadische Reiterhorden unterwarfen große Teile Nordafrikas und Asiens, dehnten ihr Reich sogar bis nach Europa aus und prägten für lange Zeit die Kultur in den besetzten Gebieten. Sie verbreiteten den Islam – statt mit missionarischer Überzeugungsarbeit und guten Worten gern auch mit Feuer und Schwert – und taten sich in Architektur, Kunst und Wissenschaften hervor. (Die heutige Mathematik und Algebra wären ohne das arabische Zahlensystem nicht denkbar.) Die Dominanz der Araber währte rund ein halbes Jahrtausend, eine Zeit, auf die viele Muslime gern mit Stolz zurückschauen. Aber nix hält ewig, auch Botox nicht. Im Jahr 1212 wurden die Mauren aus Zentralspanien vertrieben und die letzte muslimische Hochburg auf der iberischen Halbinsel fiel 1492. Damit war der Niedergang des arabischen Reiches endgültig besiegelt und es versank, zumindest bis zur ersten Ölkrise 1973, in Bedeutungslosigkeit. Was das bitte mit den aufgebrachten Massen zu tun hat, die überall in der islamischen Welt den Tod der Amerikaner fordern oder sie gleich eigenhändig umbringen? Sehr viel, wartet ab.
Seit rund achthundert Jahren kommen aus der muslimischen Welt kaum nennenswerte kulturelle, wissenschaftliche oder soziale Impulse. Der Lebensstil ist vielfach ebenso rückständig wie die islamische Religion selbst, oft geprägt von der rigiden Kontrolle bärtiger Stammesführer, die in einem verknöcherten Konservativismus jegliche Veränderung verhindern und ihre Aufgabe hauptsächlich in der Unterdrückung von Frauen und Andersdenkenden sehen. Die Männer kauen Kat, rauchen Wasserpfeife, schwelgen in Erinnerungen an glorreiche vergangene Zeiten und berufen sich bei jeder Gelegenheit auf Gottes Wort und Willen. Praktisch, dass es Bücher gibt, denn der gute Mann (natürlich ist Gott ein Mann, wie könnte es anders sein!) macht sich leider ziemlich rar. Böse Zungen behaupten sogar, Gott sei nur erfunden. Wie das fliegende Spaghettimonster. Kann sein. Aber zum Beweis seiner Existenz gibt es ja die heilige Schrift, den Koran, oftmals das einzige Buch, das gläubige Muslime lesen. Ansonsten hocken viele von ihnen im Schatten ärmlicher Lehmbauten und beaufsichtigen züchtig verhüllte Frauen, die magere Ziegen hüten, Feuerholz suchen oder Wasser heranschleppen. In der gesamten arabischen Welt erscheinen pro Jahr weniger als 1000 neue Bücher (im Vergleich dazu bietet der deutsche Buchmarkt jährlich etwa 90.000 Neuerscheinungen) und wenn Briten, Amerikaner und Franzosen im letzten Jahrhundert den Saudis & Co. nicht gezeigt hätten, wie man Erdöl fördert, dann sähe es in Dubai, Doha und Abu Dhabi noch heute aus wie im Mittelalter.
Und genau deshalb regen sich die Muslime weltweit so zuverlässig auf, falls mal wieder irgendeine dänische Lokalzeitung ein paar Karikaturen druckt und den Propheten durch den Kakao zieht, oder wenn in der Mülltonne eines US-Armeestützpunktes ein Koran kokelt. Es geht nicht in erster Linie um den Propheten oder das heilige Buch, sondern um das angeschlagene Selbstwertgefühl von Männern, die ganz genau wissen, dass ihre Kultur seit fast einem Jahrtausend stagniert. Dass die Welt sie nicht ernst nimmt mit ihrem Hass auf Amerikaner, Juden, Christen, Frauen, Freiheit und Fortschritt. Ständig heiliger Krieg, dazu das alberne Rückwärtsgewandtsein der Bärtigen, die Wut, Trägheit, Arroganz und mangelnde Produktivität, außerdem die blutigen Glaubenskriege zwischen Sunniten, Schiiten und Wahabiten – das nervt doch! Welche Anhänger einer anderen Weltreligion sind auch nur annähernd so zornig und streitlustig wie die Muslime? Sie sind, wenn man die Weltgemeinschaft als Schulklasse darstellen wollte, ein paar motzig-vorpubertäre Jungs mit ADS-Syndrom. (Die in jeder Pause rauchen, ständig zu spät kommen und sich in der letzten Reihe lümmeln, mit oder ohne Ritalin.) Sorry, aber eigentlich mag euch keiner. Das spürt ihr und wisst, dass ihr im Grunde selbst schuld seid. Also macht es sich die islamische Welt in der Opferrolle bequem und verachtet alle Ungläubigen, wenn nicht gleich deren Tod gefordert wird.
Man könnte die populärpsychologische Analyse sogar noch vertiefen. Warum ist ausgerechnet im Islam die Stellung der Frau so schwach, weshalb werden muslimische Frauen seit Urzeiten unterdrückt und entwertet? Weil Männer Minderwertigkeitskomplexe haben, durchaus berechtigte Minderwertigkeitskomplexe. Sie können kein Leben erschaffen, in beschwerlichen neun Monaten, und es dann unter Schmerzen gebären, sie können dieses neue Leben auch nicht an der eigenen Brust nähren. Für Frauen ist dies eine Selbstverständlichkeit. Männer können (und auch das nicht besonders zuverlässig) nur ein paar klebrige Tropfen von sich geben, die keinen nennenswerten Nährwert haben, aber trotzdem bilden sich die angeblichen Herren der Schöpfung weißgottwas ein auf ihr von Schwellkörpern gestütztes Schwänzchen und den dran hängenden haarigen Hodensack. Wahrscheinlich leiden Muslime besonders stark unter der kollektiv-unterbewussten Erinnerung an jene vergangenen Zeiten des Matriarchats, als Männer die Ziegenhirten und ansonsten nur geduldete Samenspender waren. (Und natürlich trifft diese Analyse auch auf viele Männer im Rest der Welt zu, denn Frauenfeindlichkeit ist kein islamisches Phänomen.)
Ich bekam früher oft welche aufs Maul. In einer Ecke des Schulhofs oder nach dem Konfirmandenunterricht, wenn die Lehrer oder der Pastor grad nicht hinsahen. Schläge kriegte ich von Typen, die brotdoof waren und meine verbale Schlagfähigkeit nicht parieren konnten. Erst provozierten sie mich, und wenn ich dann Kraft meines frühentwickelten Intellekts mit wohlgesetzten Worten konterte, stutzten sie, glotzten mangels messbarer Hirnaktivität dämlich und langten dann feste zu. Auch diese Brutalos litten unter Minderwertigkeitskomplexen und brauchten ein Ventil für ihren Frust. So gesehen waren sie die Afghanen und ich ein Amerikaner. Nur dass ich nie ein heiliges Buch verbrannt habe. Lust dazu hätte ich aber schon. Meiner Meinung nach ist Religion nicht etwa Opium fürs Volk, sondern eine gefährliche Mischung aus Crack und Chrystal Meth. Dabei ist es egal, ob ich mir die wütenden Gesichter auf den Straßen von Kabul oder das selbstgerechte Lächeln fundamentaler Christen im amerikanischen Bible Belt ansehe. Ohne Papier, auf dem angeblich Gottes Wort und Wille geschrieben steht, müsste überall auf der Welt viel mehr selbständig gedacht werden. Zwar würde das, eingedenk der Unendlichkeit menschlicher Dummheit, nicht zwangsläufig zu mehr Vernunft führen, wäre aber durchaus wünschenswert. Also weg mit jenen angeblich heiligen Büchern, die tagtäglich von kleingeistigen Fanatikern zur Rechtfertigung von Gewalt, Unterdrückung und Bigotterie missbraucht werden.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«
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