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Archiv für Oktober, 2010

Sensation: Mann, 52, wird schwanger!

Geschrieben von Johannis am 30. Oktober 2010 um 10:24 Uhr

Biologen, Theologen und Urologen in aller Welt sind elektrisiert, denn erstmalig wurde der wissenschaftliche Beweis erbracht, dass auch Männer schwanger werden können. Und wer ist der Glückliche, sozusagen Vater und Mutter in einer Person? Ich natürlich, wenn ich das so unbescheiden sagen darf.

Nur wenige Tage, bevor ich Pak Phoung meine Wohnungsschlüssel übergeben und via Nepal ins gelobte Land der Hobbits aufbrechen werde, wurde jetzt bei mir eine Harnleiterschwangerschaft festgestellt. Ich bin bereits im fünften Monat, das Ungeborene ist gesund und entwickelt sich gut. Nicht nur biologisch ist meine Leibesfrucht eine Sensation, es ist gleichzeitig auch der erste glaubhafte Fall von unbefleckter Empfängnis seit über 2000 Jahren. Vielleicht war’s ja Windbestäubung, mit Frauen hatte ich jedenfalls nix.

Freut euch für mich, staunt bei Betrachten des Ultraschallfotos, und macht mir doch ein paar Vorschläge für schöne Kindernamen. Was es wird? Ein Junge selbstverständlich, mir kommt doch keine Frau ins Haus. Bin ja mal gespannt, ob ich auch noch Milchdrüsen entwickele. Mist, dann muss ich mir wohl die Brust enthaaren lassen.

 

PS: Ja, die Füße sind etwas unförmig. Das Köpfchen liegt übrigens links, erkennbar an Knopfauge und Segelohr. Tja, ganz der Vater. Niedlich, wie das Lütte da in Rückenlage seiner Geburt entgegenträumt, oder?

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Mein Kind ist krank!

Geschrieben von Johannis am 28. Oktober 2010 um 10:07 Uhr

Der männliche Hang zur Wehleidigkeit wird nur von der Faszination für die weibliche Brust übertroffen. Selbst zahnlose Mümmelgreise, die bereits vor acht Jahrzehnten abgestillt wurden, schielen auf jede halbwegs nennenswerte Rundung und gekommen Herzklopfen beim Anblick einer unverhüllten Brust. Leider bin auch ich mammafixiert, habe aber zum Glück die gute Ausrede, dass ich erwiesenermaßen nicht gestillt wurde und daher einen tief verwurzelten Nachholbedarf habe.

Tatsächlich hat die Mammafixierung nix mit Dummgeilheit, Distanzlosigkeit oder schlechten Manieren zu tun, sondern ist in uns angelegt. Die weibliche Brust, lateinisch Mamma, erinnert uns Männer in ihrer unbehaart runden Form an jene Zeiten, als der Mensch sich noch auf allen Vieren bewegte und dem Partner bei der Paarung niemals in die Augen schaute. Nach Einführung des aufrechten Gangs und der Missionarsstellung ersetzte der Anblick eines nackten Busens jenen Schlüsselreiz, der über Jahrmillionen vom spärlich behaarten Hinterteil eines Weibchens ausging. Eine Einladung. Sehen wir armen, wehrlosen Männer Brüste, Titten, Möpse, mehr oder weniger stramme Dinger, dann kommt aus unserem limbischen System, auch Repitilienhirn genannt, folgender Befehl: Ran! Beziehungsweise Rauf!

Wir sind Opfer unserer Gene, gezwungen sie zu verbreiten, und erst seit einigen Jahrtausenden durch einen abstrusen Kodex unverständlicher Sitten und Gebräuche gezwungen, unsere Triebe zu zügeln oder gar zu sublimieren. Statt jedes erreichbare Weibchen wortlos bei den Haaren in unsere Höhle zu zerren, sie dort ohne viel Federlesens und langes Palaver nach Altväterart zu begatten und somit unseren Genpool zu vergrößern, scheitern wir an einfachsten Kommunikationshürden, verheddern uns im Beziehungsdickicht und ziehen dabei fast immer die Arschkarte.

Kein Wunder also, dass Männer viel Zeit am Computer verbringen und dabei versehentlich auch auf Webseiten gelangen, die Abbildungen von unverhüllten weiblichen Brüsten zeigen. Manchmal sogar noch erheblich mehr, aber das würde den eh schon bedrohlichen knirschenden Rahmen dieses Textes sprengen. Es geht mir eigentlich um ein ganz anderes Thema, ich krieg bloß mal wieder nicht die Kurve. Aber immerhin bis zum Computer hab ich’s schon geschafft. Deshalb werden ich jetzt mein Repitilienhirn entschlossen zurechtweisen und diszipliniert nach dem verlorenen Faden suchen.

Wie sich mancher wohl vorstellen kann, sitze ich ziemlich viel vorm Computer, insbesondere seit man für die meisten Schreibmaschinen kaum noch Farbbänder findet. Das Sitzen geht morgens los und endet oft spät abends. Ich schreibe, rechne, maile, twittere, prokrastiniere zwischendurch nach Herzenslust, recherchiere ein bisschen, fummele an den drei Webseiten rum, zu denen ich die Zugangsdaten und nötigen Rechte habe, kuck Nachrichten und schwupps ist wieder ein Tag meines Lebens vergangen. Meist bin ich damit halbwegs zufrieden, manchmal, wenn ich einen recht ordentlichen Text verfasst oder sonst eine intellektuelle Großtat vollbracht habe, sogar annähernd glücklich. Was man halt so Glück nennt.

Und dann gibt es die anderen Tage. Neulich war wieder so einer. Ich hackte recht fröhlich einen Text in die Tasten meines Desktops und hatte nebenbei den Laptop angeschmissen, weil dort neue Software installiert und mal eben ein paar Kleinigkeiten geregelt werden mussten. Betonung auf nebenbei und mal eben. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich den Laptop in wenigen Tagen für eine längere Reise ins Ausland schleppen will, und dann von ihm abhängig sein werde wie ein Säugling von der Mutterbrust. (Aha, es deutet sich eine Verbindung zum Anfangsthema an. Tja, Leute, schreiben ist wie Improvisieren in einer Jazzcombo – man hat zwar eine vage Idee und einigt sich auf eine Tonart, aber wie das Stück sich letztlich entwickelt, weiß vorher niemand.) Alles schien nach Plan zu verlaufen, bis plötzlich irritierende Fehlermeldungen auftauchten.

Ich unterbrach, wenn auch ungern, das Schreiben und kümmerte mich um mein tragbares Schätzchen. Jedoch die lästigen Symptome blieben und deuteten auf eine schwere interne Datenunverträglichkeit hin. Nachdem sich das Problem mit der Systemwiederherstellung nicht bereinigen ließ, holte ich den Hammer raus. (Nein, keine Anspielung auf das Anfangsthema.) Ich spielte mit einer geeigneten und mir durchaus vertrauten Software ein Backup ein, mit dem ich zwei Wochen zuvor mein System gesichert hatte. Und dann kam der Zeitpunkt, wo die Scheiße in den Ventilator flog. (When the shit hits the fan, sagt der Engländer so anschaulich. Neulich sah ich Harald Schmidt, der sich im Bezug auf den Literaturnobelpreisträger mit Regenschirm vor ein gigantisches Industriegebläse stellte und sich von Olli Kahn mit Schokopudding beschmaddern ließ. Aus 10 Meter Entfernung. Weil Mario Vargas Llosa mal gesagt hat, das Leben sei ein Sturm aus Scheiße und die Kunst der einzige Regenschirm, den wir haben. Da ist was dran. Die Puddingaktion fand ich trotzdem Kacke und hatte Mitleid mit den Leuten, die hinterher das total versaute Studio putzen mussten.)

Um es kürzer zu machen und in die Nähe des viel zitierten Punktes zu kommen: Der Tag war im Arsch. Das nagelneue Backup war nämlich irreparabel defekt, deshalb ein Teil der Festplatte bereits gelöscht, und ich musste irgendwann zähneknirschend ein Uraltbackup aufspielen, das meinen Laptop auf den Stand von März 2009 zurücksetzte. Die gute Nachricht: Ich musste nur einen Teil meiner Programme nachinstallieren. Die schlechte: Meine Mails seit März 2009 waren weg und tausend andere Einstellungen, Updates und anderes Pipapo ebenso. Netto hat es zwei Tage gekostet, bis der kleine Kasten wieder fit war. Und damit setze ich nach ausschweifendem Geschwurbel zur Punktlandung an, denn Computerprobleme machen mich krank. (Ja, es geht viel ums Kranksein diese Woche. Manche Jazzcombo improvisiert auch eine halbe Stunde lang über dasselbe Thema.)

Diese endlosen Stunden, verbracht vor einem Bildschirm, über den Fortschrittsbalken kriechen und wo ständig Aufforderungen zum Neustart erscheinen, sind schlimmer als eine fette Grippe. Grippe kommt langsam, kündigt sich wenigstens an, Computerkacke kommt immer von jetzt auf gleich. Fast wie eine Nierenkolik. Bei Grippe legt man sich ins Bett, lässt sich bedauern oder jammert allein vor sich hin, wird aber irgendwann von selbst gesund. Computerkacke muss man in unzähligen Fruststunden wegmachen, die verschwindet nicht einfach. Kranksein ist doof, aber ein kranker Computer macht mich stinkwütend. Besonders, wenn ich auf das Mistding angewiesen bin. Hilflose Ohnmacht, gelbglühende Wut und natürlich ein gerüttelt Maß an Selbstmitleid – das sind die vorherrschenden Empfindungen. Ich erinnerte mich sogar an jenen Tag im Jahre 1989, als ich mit einer Freundin und ihrer Tochter sonntags beim Notarzt war. Die Lütte, noch im Krabbelalter, hatte Mittelohrentzündung und derart fiese Schmerzen, dass mir und ihrer Mutter während der Untersuchung Tränen in den Augen standen. Vor Hilflosigkeit und Mitleid.

Als die Computerkacke ins Gebläse flog, stand mir eher Schaum vorm Maul. Viel Hilflosigkeit und Wut, kein Mitgefühl – mit wem auch. Gleichzeitig wurde mit schmerzhaft bewusst, wie sehr ich schon mit dem Computer verwachsen bin, wie heftig ich leide, wenn er krank ist. Aus Eigennutz natürlich. Ich bin von diesen Kisten abhängig  wie ein Säugling von der Mutterbrust. Die Frage, wo ich in Neuseeland einen mobilen Internetzugang herkriege, hat mich mehr beschäftigt als die Zimmersuche für die ersten Tage nach meiner Ankunft in Auckland. Ist aber alles geritzt, wohnen werde ich im BK Hostel in der Mercury Lane und das SIM-Lock von meinem O2-Surfstick hab ich auch geknackt. Eine bezahlbare SIM-Karte finde ich an jeder dritten Ecke, leichter als ein Farbband für meine alte Reiseschreibmaschine. Denkt ihr auch manchmal darüber nach, was wir machen, wie wir eigentlich überleben können, wenn es einen tragischen Tages kein Internet mehr geben sollte? Gruselige Vorstellung.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Saures Nierchen

Geschrieben von Johannis am 25. Oktober 2010 um 09:29 Uhr

Gibt es Unerfreulicheres, als morgens zu erfahren, dass man in drei Monaten seinen Job verliert, mittags mit einer akuten Nierenkolik ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, um dort abends in einem total überheizten Zimmer ein kuhlenartig durchgelegenes Bett zu belegen, wo man von krampfartigen Schmerzen geschüttelt wird, während sämtliche äußeren Schleimhäute zur Konsistenz altägyptischer Papyrusdokumente verdorren? Alles am selben Tag? Ja, gibt es. Zum Beispiel wenn im Nachbarbett eine leicht senile Person liegt, deren Schnarchgeräusche stark an die Tonspur aus einem Horrorfilm der Kettensägenmassakerserie erinnert.

Heinz Altmann heißt dieser Nachbar und sein Name ist Programm. 81 Jahre, Schrumpfniere, regelmäßiger Kunde in der Urologie des Dortmunder Knappschaftskrankenhauses. Er sägt und schnoddert, keucht, hustet, furzt, redet und stöhnt im Schlaf, und gibt auch sonst eine erstaunliche Vielfalt wenig erbaulicher Geräusche von sich, die mühelos meinen Ohropaxschalldämpfer durchdringen konnten. Kurzfristig ertappte ich mich bei dem Wunsch, er möge eine Schrumpflunge haben, aber dann läge er ja nicht auf der Urologie und ich hätte leider nichts davon. Als nächstes träumte ich davon, mir beide Gehörgänge komplett mit Gips oder Schnellbeton ausgießen zu lassen, aber da Herr Altmann auch Schallwellen produziert, die unterhalb des hörbaren Spektrums liegen und den ganzen Raum zum Vibrieren bringen, würden selbst radikale Schritte wie dieser kaum Linderung bringen. Den Schädel komplett leerräumen und mit Epoxidharz oder einem anderen schnellbindenden Werkstoff ausfüllen – das wäre die Lösung und hätte sicherlich auch gegen die Schmerzen geholfen. Aber auf Dauer suboptimal, so ganz ohne Hirn. Obwohl, ich könnte immer noch in die FDP eintreten.

Geschrieben wurden diese Zeilen am Freitag, im Schlafanzug am Tisch des auf dringenden Wunsch von Heinz Altmann weiterhin brutalstmöglich überheizten Zimmers, nach der andeutungsweise beschriebenen wenig erholsamen Nacht und mit einem Schmerzmittelpegel im Blut, der mich hinterm Steuer zum sofortigen Führerscheinentzug qualifiziert hätte. Synthetisches Morphium, weil Novalgin nicht mehr wirkte. Ach ja, und in Erwartung meiner OP. Angeblich nur ein kleiner Eingriff, endoskopisch von dort ausgeführt, wo die berühmte Doppelrippunterhose ebenfalls einen Eingriff hat, und mit dem Ziel, jenen Nierenstein zu entfernen, der meinen Harnleiter unterhalb der rechten Niere blockierte. Ich weiß, Krankheiten sind selten ergötzlich und taugen nicht als Thema, Leser wollen unterhalten und nicht zu Mitleid gedrängt werden. Erwähnt sei jedoch, dass die Episode mich netto drei wertvolle Tage gekostet hat, die in der  Vorbereitungszeit zu meiner Abreise nach Nepal deutlich sinnvoller mit Arbeit, Besorgungen, Schriftverkehr oder Freundesbesuchen verbracht worden wären. Shit happens. Aber immer noch besser so, als im November eine Nierenkolik in Kathmandu oder einem ländlich-nepalesischen Distrikt mit dem schönen Namen Kavrepalanchok zu bekommen.

Weitgehender Themenwechsel, weg von jammervollen Altmännergeschichten, hin zum Phänomen der Niedlichfikation. Frau Arsemann, die wunderbar toughe und herzenskluge Ärztin der urologische Ambulanz, die mir Donnerstag kompetent verklickerte, was auf mich zukommt, benutzte doch tatsächlich den Ausdruck „Pipi machen“. Sensibel und hellwach wie sie ist, nahm sie ein spöttisches Zucken meiner linken Augenbraue wahr, und redete fortan vom Pinkeln. Die sympathische Röntgenschwester, die mich kurz darauf durch die CT-Röhre schob, bat mich, vorher die „Schühchen auszuziehen“. Ich habe Schuhgröße 45 und erlaubte mir daher die Bemerkung, dass solches Schuhwerk wohl kaum als Schühchen durchgeht. Sie, Schuh- und Kleidergröße 38, stellte daraufhin ihren schmalen Frauenfuß neben meine Pantinen, kicherte und stimmt mir zu. Eine Twitterfreundin, wohl wissend um mein unerquickliches Singledasein und den daraus resultierenden Hormonstau, meinte neulich, auf dem von ihr betreuten Forum mit rund 5000 Userinnen müsste doch ein Weiblein für mich zu finden sein. Nein, konterte ich starrsinnig, daran sei ich nicht interessiert, für mich käme nur ein Vollweib in Frage, am besten ein rassiges.

Woher kommt dieser Hang zur Niedlichfikation und nach welchen Regeln wird verniedlicht? Es gibt das Ömchen, aber kein Öpchen. Auch kein Opachen, höchstens den lieben alten Opi oder sogar Opili. Mädchen ist keine Verniedlichung von Made, das Rädchen stammt hingegen vom Rade ab. Manche Substantive lassen sich offenbar nicht verniedlichen, zum Beispiel der Hintern, denn Hinternchen geht nicht. Sternchen hingegen schon, es liegt also nicht an der Endung ern. Keine Zötchen oder Bötchen, aber Pfötchen und Brötchen. Zebra, Gnu und Löwe widerstehen der Verniedlichung, Schwein, Katze und Hund hingegen nicht. Gern kommen Umlaute ins Spiel, wie bei Popöchen und Schühchen, man darf aber auch Popochen oder Schuhchen sagen. Wir sind umzingelt von Diminutiven, deren rätselhaftes Genom bisher nicht entschlüsselt wurde.

Ist die Niedlichfikation eigentlich ein reines Frauending? Zeigt das Frauchen dem Männchen durch niedliche Wortwahl, dass es harmlos, ungefährlich, lieb und zahm ist? Und wieso fallen Männer darauf rein und glauben solchen Blödsinn? Nur der Triebe wegen? Geht es wieder bloß um die Verbreitung des Erbguts? Schließlich weiß jeder, dass so ein niedliches Frauchen ruckzuck das Zepter in der Hand hält, klare Ansagen macht und keine Widerreden duldet. Zumindest sobald ein Männchen angebissen und sich an jene körperlichen Freuden gewöhnt hat, die dem Hormonstau entgegenwirken.

So, jetzt ist Marvin, der liebe, geduldige und stockschwule Pfleger da. Ich soll den Computer ausmachen, das kleidsam gepunktete und rückwärtig offene Nachthemd sowie die todchicen Trombosestrümpfe anziehen, und mich ins Bett legen. Mitsamt dem Bettchen wird er mich dann zum OP schieben, wo mir vom Doktorchen das lästige Steinchen entfernt wird.

Sonntag, 19:30h: Ich hab’s überlebt. Knapp. Mein Text aus der Klinik kann kaum als literarische Großtat gelten. Man merkt ihm das Morphium an. Ich könnte jedoch eine ganze Ladung von Anekdoten aus dem turbulenten Klinikalltag nachliefern, vieles war zum verzweifelten Kopfschütteln. Ob ich dazu in den nächsten Tagen ausreichend Zeit finde, ist aber ungewiss, denn der Countdown bis zum Abflug läuft. Sicher ist, dass es auf der Urologie des Knappschaftskrankenhauses zuging wie in der TV-Serie M*A*S*H. Na ja, fast. Ich darf bald wieder in die tolle Klinik, weil man mir dort ein blödes Plastikdingens eingebaut hat, und das muss wieder raus. Freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Frau Arsemann? Geht so.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Prima Klima

Geschrieben von Johannis am 21. Oktober 2010 um 09:12 Uhr

Mit wachsender Fassungslosigkeit verfolge ich die aktuelle Integrationsdebatte. Täglich schlagen die Wogen der Hysterie höher, dagegen wirken die Monsterbrecher an den Surfstränden von Maui wie alberne Winzwellen auf einem Ententeich, in den grad ein Frosch gehüpft ist. Es ist faszinierend und schrecklich zugleich. Nein, nicht das Surfen auf Hawaii. Wer die bisherige Politik der schwarzgelben Regierung verfolgt, hatte keinen Grund zu glauben, dass sich im Kabinett größere Mengen an Sachverstand und menschlicher Integrität ballen würden. Nun ist aber offensichtlich der blanke Wahnsinn ausgebrochen. Dabei sind’s bis zu den nächsten Bundestagswahlen, so nicht ein Wunder geschieht, noch fast drei Jahre.

Horst Seehofer ist ein Mann, dem ich bedenkenlos jede Schlechtigkeit zutrauen würde, und der wiederholt bewiesen hat, dass er ein Demagoge und Fähnchennachdemwindedreher von allerbestem Schrot und Korn ist. Der alte Strauß, möge er niemals auferstehen, wäre sicherlich stolz auf solch einen hinterfotzigen Schweinehund. [Kleiner sprachlicher Exkurs: Fotze ist im Bayerischen ein Wort für Maul. Als Gartenbauer schreit man dem Baggerfahrer auf der Baustelle schon mal ein „packst mer doa no a Fotzn Kies na“ zu (hochdeutsch: Dort drüben brauche ich eine Baggerschaufel voll Kies), und Einheimische schicken ihre Kinder statt zum Kieferorthopäden zum Fotzenspangler. Versteht ihr nun, weshalb ich’s im Tegernseer Tal nicht lange ausgehalten habe? Hinterfotzig bedeutet unaufrichtig, verschlagen, mit Hang zu übler Nachrede, typisch seehoferisch eben.] Doch zurück zu Seehofers Aussagen.

Aktuell fischt er am rechten Rand der Gesellschaft im trübbraunen Wasser. Erst übt er sich in Volksverhetzung, dementiert dann scheinzerknirscht vor den Mikrofonen der geballten Journaille, um kurz darauf wieder nachzulegen. Er freut sich bestimmt diebisch über die Allensbachumfrage, derzufolge 55 % aller Deutschen finden, dass muslimische Immigranten eine Belastung der Gesellschaft sind. (Mich würde mal interessieren, wie viele Deutsche der Aussage zustimmen, dass besserverdienende FDP-Mitglieder eine Belastung der Gesellschaft sind. Wie steht es mit konservativen Wählern, egal ob sie bei CDU, CSU oder NPD ihr Kreuz machen? Nicht zu vergessen die Hartz-Vierer. Schwule und Lesben. AIDS-Kranke, Übergewichtige, Raucher. Auf zum Pogrom! Auch so ließen sich demoskopische Probleme lösen, Arbeitsplätze sichern, Staatsverschuldung senken, der Klimaschutz voranbringen. Randgruppen ausgrenzen, sie enteignen und dann zumindest des Landes verweisen. Mehr ist wohl im Land der weltweit effizientesten Konzentrationslager nicht drin, aber das kann sich ja wieder ändern. Schließlich wünschen sich bereits 10 % der Deutschen die Diktatur und einen starken Führer.)

Komisch, jetzt steht schon der halbe Text in Klammern. Leide ich am Angela-Merkel-Syndrom, mag die Wahrheit nicht sagen und verschanze mich wie die Kanzlerin hinter aufgebläht-widersprüchlichen Worthülsen? Multikulti ist plötzlich gescheitert, aber der Islam gehört natürlich zu Deutschland. Bullshit. Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft klappt großteils recht gut, und das schon seit Jahrzehnten. Nur dort, wo sich Ghettos bilden, wo Spracherwerb ebenso unwichtig erscheint wie Kenntnisse von Menschenrecht und Grundgesetz, knirscht es hörbar, steigt Rauch auf. Auch von brennenden Autos, aber diese französische Spezialität findet bisher erst wenige Nachahmer. Doch auch hier ist Ignoranz die Mutter der Porzellankiste, egal ob bei Politik oder Volk. Meist schreien diejenigen besonders laut, die am wenigsten Ahnung haben. Beispiel Ostdeutschland: Obwohl dort kaum Migranten leben, urteilen 74 % der Ostdeutschen negativ über Muslime, während es im Westen nur 50 % sind.

Und ja, es ist auch etwas dran am Vorurteil. Griechen, Polen, Spanier, Italiener und Portugiesen haben sich offenkundig besser integriert als Türken, Syrer, Afghanen, Libanesen und Araber. Wahrscheinlich liegt es wenigstens zum Teil an der islamischen Religion und auch daran, dass viele Muslime nie dauerhaft hier bleiben wollten, es dann aber doch getan haben. Wer von Hamburg nach München mit den Zug fahren will, kann Hamburg nicht mitnehmen, muss es loslassen. Viele der muslimischen Immigranten glaubten wohl, sie könnten Kabul, Beirut, Istanbul oder sogar das ostanatolische Dorf nach Deutschland verpflanzen. Das war ein Irrtum. Konsequenzen wurden aber nur selten gezogen, weder von den Migranten noch von den diversen Multikultikuschelkoalitionen der letzten Jahrzehnte.

Multikulti ist nicht tot, aber die schönfärberische Illusion vom automatisch-friedlichen Zusammenleben der Kulturen stirbt. Das ist gut so, denn jeder Selbstbetrug muss irgendwann ein Ende finden. Wirklich spannend ist die Frage, wie viel Hass und Populismus unsere Konservativen in Kauf nehmen wollen, um das verblassende Profil ihrer Beliebigkeitsparteien zu schärfen, denn das ist der wahre Zweck der Debatte. Um sinkende Umfragewerte zu korrigieren, schrecken Merkel, Seehofer und Westerwelle offenbar vor keiner Dummheit zurück und zündeln mit Konfliktstreichhölzern. Mancher Waldbrand wird durch ein geschickt angelegtes Gegenfeuer gestoppt. Doch wenn der Wind umschlägt, werden plötzlich auch erfahrene Feuerwehrleute von den Flammen verschlungen. Möge es jenen so gehen, die heute mit Brandbeschleuniger hantieren, als wäre es Buttermilch. Drei weitere Jahre mit dieser Berliner Triade der verlogenen Ignoranz sind eine weit schlimmere Strafe, als sie unser Volk verdient hat.

Zur Ehrenrettung meiner Mitbürger noch dies: Verantwortlich für den weltweiten Terrorismus sind vorwiegend Islamisten. Wer ständig und speziell aus rückständigen Ländern die Forderung nach einem islamistischen Gottesstaat hört, bekommt verständlicherweise Angst um Freiheit, Demokratie und Wohlstand. So geraten Islam und Islamismus in einen Topf. Auch ich, seit 1976 stets Wähler von Rot oder Grün, entwickele ein sich mit den Jahren verstärkendes Ressentiment gegen Muslime, und das nicht nur, weil ich als Atheist jede Art von religiösem Fanatismus verabscheue. Der Islam und seine sichtbaren Manifestationen erzeugen augenscheinlich bei vielen Leuten ein zunehmendes Unbehagen.

Tragischer Aspekt des irrwitzigen Streits um Integration ist, dass unsere Regierung bei den echten und ungelösten Problemen tatenlos bleibt, während sie gleichzeitig Nebelkerzen zündet und mit Debatten zu Scheinthemen von der grenzenlosen eigenen Unfähigkeit ablenkt. Es geht nicht um das Wohl von Volk und Staat, sondern einzig um Macht- und Postenerhalt. Gegen den Klimawandel wird nichts unternommen, stattdessen diskutieren wir über eine Millionen schlecht integrierte Migranten. Die Banken zocken wie vor der Krise, wir streiten über Kopftücher, Kruzifixe und Burkas. (Ganz ehrlich, habt ihr auf deutschen Straßen schon mal eine Frau mit Burka gesehen? Ich nicht.) Die Konservativen vergiften die Stimmung im exakt jenem Lande, für das sie sich qualifizierte Einwanderer wünschen, um den wachsenden Mangel an Fachkräften auszugleichen. Weshalb sollten ausländische Ingenieure, IT-Spezialisten und Akademiker ausgerechnet nach Deutschland kommen wollen? Kann der Wahnsinn noch höhere Wellen schlagen?

Im Grunde dürfen jene 10% der Deutschen aufatmen, die sich eine Diktatur wünschen, denn wir leben unter dem Diktat der Idiotie. Was aber noch fehlt, ist ein starker Führer.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Vom Leben geschrieben

Geschrieben von Johannis am 18. Oktober 2010 um 09:06 Uhr

Was verbindet mich mit Pitbull-Biggi, der FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger, die an Bärbeißigkeit kaum noch zu übertreffen ist, und derentwegen sich mehr Männer ins Schwulsein oder unters Zölibat geflüchtet haben, als auf den Schlachtfeldern von Korea, Vietnam und Afghanistan gestorben sind? Nichts. Höchstens der Spitzname Pitbull-Biggi, den ich ihr vor Monaten verpasste. Außerdem vielleicht eine gewisse Hartnäckigkeit meinerseits, die in seltenen Fällen ins Pitbullhaftige tendieren kann. Verbissen halt. Was aber für Schreiberlinge bei der Recherche und auch sonst in mancher Lebenslage durchaus hilfreich sein kann.

So der erste Absatz ist geschafft, inklusive des üblichen reißerischen Aufmachers. Nun muss nur noch die dusselige Überschrift erklärt werden, und ich könnte eigentlich Feierabend machen. Es heißt natürlich „vom Leben gezeichnet“ und nicht geschrieben, aber erstens zeichne ich nur in seltenen Ausnahmefällen und zweitens würde ich niemals eine derart abgedroschene Phrase verwenden wie „Geschichten, die das Leben schrieb“. Aber um genau solch eine dreht es sich heute, daher die etwas beknackte Überschrift. Und los geht’s:

Ihr erinnert euch mit etwas Glück noch an meinen Erstkontakt mit dem Bertelsmann-Konzern und die verschnarchten Leute von Nayoki Interactive Advertising. Sie wollten hier im Blog Werbung für Schönheits-Operationen machen, standen plötzlich knietief im Fettnapf, und dann sollte hurtig jener Beitrag gelöscht werden, der ihre grenzenlose Dämlichkeit dokumentierte. Auf meinen Vorschlag, sich die Löschung durch eine Spende an den Verein HOPE e.V. zu erkaufen, dem ich aufs Innigste verbunden bin, gingen sie zum Schein ein und meldeten sich dann nie wieder. Was ihnen, Strafe muss sein, einen weiteren beschämenden Auftritt vor meiner feixenden Leserschaft eintrug. Und das hat nun möglicherweise unerwartete Folgen.

Ich habe ja bereits mehrfach von Semmelstatz geschwärmt, meinem nahezu allwissenden Stastistik-Tool. Es verrät mir nicht nur, wer wann warum und wie oft durch den Blog stöbert, sondern auch wo sich diese Person zuletzt im Netz herumgetrieben hat, was sie zum Frühstück aß, welchen sexuellen Vorlieben er oder sie frönt und wie es mit der persönlichen  Kreditwürdigkeit aussieht. Okay, leicht übertrieben – aber bis zum Frühstück stimmt alles. Wie auch immer, neulich stellte ich fest, dass erstaunlich viele BesucherInnen über einen rätselhaften Link eintrudelten. Als dieses Phänomen tagelang anhielt, habe ich mich auf www.beautysisters.de angemeldet. Ganz brav mit korrektem Namen, Geschlecht und Alter. Dann wartete ich auf die versprochene Mail mit den Passwort. Kam nicht. Also hab ich mich am nächsten Tag erneut registriert, nun schon leicht genervt, aber eben hartnäckig. War gespannt, was ein Forum zum leicht kontroversen Thema Schönheits-OP denn so über mich schreibt. Wieder keine Mail, kein Passwort. Mist.

So, und nun kommt die anfangs erwähnte Pitbulligkeit ins Spiel. Irgendwann schrieb ich nämlich folgende Mail an die Administratorin:

Hallo,
ich würde gern wissen, warum mir auch nach mehrfacher Registrierung kein Passwort zugeschickt wurde. Username Schlaumeyer, Spamordner ist leer.
MfG, J. Jappen

Darauf kam:

Hallo J. Jappen,
vielleicht magst du noch einmal auf unsere Nutzungsbedingungen schauen. ;-)
Dein erstellter Account wurde inklusive der personenbezogenen Daten selbstverständlich wieder entfernt.
Grüße von Sindy (Administratorin)

Ich wieder:

Hi Sindy,
danke für die Antwort, aber wer liest schon AGBs? Ich wollte eh nur nachschauen, in welchem Kontext ihr meinen Blogbeitrag http://www.kassandrus.de/blog/goliath-hat-muffensausen verlinkt habt. Vielleicht schickst du mir ja ’nen Screenshot, wenn euer Forum so schwer zugänglich ist.
Grüße von Johannis

Sie:

Ach du bist das. :)
Wir haben schon herzlich über deine Beiträge zu Mang Medical One gelacht. :)
Es ging darum, dass eine Userin schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Nicht der OP wegen, sondern bezüglich Belästigung durch die genannte Klinikkette mittels Werbemails, Anrufen und Briefpost. Und da war eine Userin so nett, deine Blogeinträge zu verlinken, damit wir mal nachlesen können, was du zu diesem Thema zu sagen hast. Klasse Einträge! *Daumen hoch*
Reicht dir das als Aussage? Einen Screenshot kann ich dir eben wegen unserer Nutzungsbedingungen nicht schicken. Liebe Grüße von Sindy

Also ich nochmals:

Nutzungsbedingungen soeben angeschaut. Das hat man nun von seiner Ehrlichkeit! Hätte ich mich als Jessica angemeldet und den kleinen Schniedel verschwiegen, wäre alles in Butter. Dass der Beitrag offenbar gefällt, kann ich an meiner Besucherstatistik ablesen, ihr wurdet in den letzten Tagen häufig als Referer genannt. Tja. Trotzdem danke für den Hinweis und die Info.
Beste Grüße von Johannis

So, nun will ich euch nicht länger mit aufgewärmter Korrespondenz langweilen. Die Auflösung ist simpel, ihr seid natürlich längst dahinter gekommen: Das ominöse Forum ist nur für Frauen. Spanner mit Anhang – und an dieser Stelle möchte ich mit Entschiedenheit darauf hinweisen, dass ich anders als in der letzten Mail an Sindy erwähnt keinen kleinen Schniedel habe – sind dort nicht erwünscht. Männer werden clever ausgefiltert, wenn sie bei ‘Geschlecht’ typisch männlich auf ‘männlich’ klicken oder als Motivation für ihre Registrierung Neugier angeben. Wer also doof und/oder ehrlich ist, kriegt kein Passwort und muss draußen bleiben. Wie ich.

Trotzdem hat diese Geschichte ein Happyend, denn der Mailkontakt mit Sindy ging wacker weiter und führte letztlich dazu, dass sie einen Spendenaufruf für HOPE e.V. ins Forum der BeautySisters stellte. Darin schrieb Sindy unter anderem: „Viele von uns haben ein schlechtes Gewissen, weil sie sich der Schönheit wegen unters Messer gelegt haben. Hier haben wir nun die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen – Flüchtlingen, Frauen, Kindern. Wir sind in der Lage, ihnen durch einen für uns kleinen Beitrag ein großes Stück mehr Lebensqualität zu geben.“ Ich bin gespannt, wie die Resonanz ausfällt, denn das Forum hat rund 5000 Userinnen. Vielleicht kommt sogar mehr zusammen als der moderate dreistellige Betrag, den ich damals Herrn Alberto Oballe von Nayoki Interactive Advertising zur Spende vorgeschlagen hatte. So hätte meine Weigerung, einen für geizige Werbefritzen peinlichen Text aus meinem Blog zu löschen, neben Unterhaltungswert für die Leserschaft sogar noch einen handfesten Nutzen für notleidende Menschen in der Dritten Welt. Unabhängig vom Ausgang der Spendenaktion sage ich Sindy von den BeautySisters vielen Dank.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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