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Archiv für Januar, 2010

Arbeitsdienst für Hartz-Vierer

Geschrieben von Johannis am 17. Januar 2010 um 11:55 Uhr

Ist eigentlich schon wieder Wahlkampf in Hessen, oder warum reißt der widerliche Koch sein Schandmaul auf? War das Ypsilanti-Drama nicht erst neulich? Geht’s doch eher um CDU-Wähler am zartbraun-rechten Rand der Republik, denen die Partei längst zu linksliberal ist? Oder soll von Mutti Merkels Führungsschwäche abgelenkt werden? Wegen des Kollegen Rösler darf Koch wohl nicht mehr gegen Migranten hetzen, sind deshalb jetzt die Arbeitslosen dran? Wenn alle Hartz-IV-Empfänger zum Arbeitsdienst gezwungen werden, gibt es dann bald auch Umerziehungslager? Was ist eigentlich mit Obdachlosen und Junkies? Ab ins Gas?

Wo wir gerade bei Fragen an die Leser sind – warum haben richtig unsympathische Politiker eigentlich oft die Fresse voller Aknenarben? Psychosomatisch steht die pubertäre Akne für einen auf der Haut ausgetragenen Konflikt: Angst vor Zurückweisung. Die Säfte steigen, man will dem anderen (in Guidos Fall dem eigenen) Geschlecht an die Wäsche, hat aber mächtig Schiss, abgewiesen zu werden. Beulen in der Hose, Beulen in der Visage – Mutter Natur spricht, anders als viele Politiker, eine klare Sprache. Aus richtig dicken Beulen werden dann Kraternarben, wie bei Pockenkranken.

Wieso fühlen sich Männer, die in der Pubertät von Angst und Eiter erfüllt waren, später dazu berufen, ein Bundesland zu regieren oder Außenminister zu werden? Zuversichtlich, dass mir meine geschätzte Leserschaft einige dieser Fragen beantworten wird, wünsche ich allseits einen schönen Sonntag.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Mr. Dreck

Geschrieben von Johannis am 16. Januar 2010 um 09:23 Uhr

Manchmal bin ich kurz davor, doch noch an einen allwissenden, gütigen und strafenden Gott zu glauben. Aber dann reiße ich mich zusammen und mache mir klar, dass die Welt leider erheblich schlechter ist, als ich es mir in meinen finster-nihilistischen Phasen ausmale, und dazu voller sinnloser Zufälle. Hinter denen man bisweilen einen göttlichen Plan vermuten könnte.

Was war geschehen? Am Tag vor Sylvester kam ich mit einem ziemlich verdreckten Auto von meiner Weihnachtsreise zurück, beehrte flugs den Supermarkt meines Vertrauens und beschloss dann, dass es gut und richtig sei, die verdreckte Karre zum Jahresende durch die Waschanlage zu fahren. Ein Mr. Wash lag am Heimweg und beherzt brauste ich dort auf den Hof.

Bekanntlich bin ich kein anständiger Deutscher und gehöre daher nicht zu den Leuten, die ihr Automobil wöchentlich waschen, fönen und legen lassen. Mein alter Passat steht wochentags auf der Straße unter Bäumen, dort trifft ihn separatistisches Laub und manch achtloser Vogelschiss. Der Wagen ist ursprünglich weiß und ich kam von der winterlich versalzenen Autobahn, drum fragte ich den mürrischen Kassierer der Waschanlage, ob mein Vehikel denn wohl sauber würde. Bestimmt, war die Antwort. Und wenn nicht, sollte ich vorn an der Tankstelle Bescheid sagen, dann dürfte ich noch mal unter den schaumig rotierenden Stofffetzen durchfahren.

Ich zahlte 5 Euro und fuhr in die – offenbar jahreszeitlich bedingt – sehr spärlich bemannte Waschhalle. Nur linksseitig kam der Mann mit dem Dampfstrahler, die manuelle Schaumauftragsbürste wurde auch nur huschdiewusch eingesetzt, ab ging’s in die Spurschiene und gefühlte drei Sekunden später stand mein Wagen frisch geföhnt vor der Halle. Und war immer noch dreckig. Ich also nach vorn zur Tankstelle, ein gewinnendes Lächeln aufgesetzt, der jungen Dame mein Leid geklagt und um erneute Durchfahrtserlaubnis gebeten. „Das kann ich nicht entscheiden. Warten Sie bitte, ich rufe einen Kollegen.“

Grummelnd schlich ich zurück zum Auto, stand dort eine knappe Viertelstunde im eisigen Nieselregen, bis schließlich ein vierschrötiger Typ mit einem Putzlappen erschien. Nein, er könne mich nicht gratis durch die Anlage lassen, das sei alter Dreck von Bäumen, der müsse auspoliert werden und das würde 180 Euro kosten. „Und dieses lose Zeug hier“, zeigte ich auf körnigen Schmadder, der an verschiedenen Ecken hing? „Ausgeblasen beim Trocknen“ wurde mir beschieden. „Können sie mich nicht einfach noch mal durchfahren lassen, dann ist das doch weg?“ „Hat keinen Sinn, Ihr Wagen wird mit einer Textilwäsche nicht sauber.“ Offenbar bezog er sich auf jene Wettbewerber, die Autos mit laut aufs Blech trommelnden Monsterbürsten waschen, statt mit sanft kreisenden Stoffstreifen. Energisch scheuerte er mit seinem Lappen über meinen Lack, als wollte er den krümeligen Dreck möglichst tief einmassieren, und wartet auf meinen Auftrag.

Nun hatte ich keine Lust, rund ein Zehntel des Zeitwertes meiner Limousine diesem geldgeilen Polierfuzzy in den Hals zu werfen. Ich wies ihn daher nachdrücklich an, seine Finger von meiner Karre zu nehmen, machte ihm halblaut das Angebot, er könne mit seiner Zunge gern mal meine Analregion erforschen, und fuhr mit einem schmutzigen Auto heimwärts.

Früher, als ich noch jung und kühn war, hätte ich mir eine Spraydose geschnappt und nach Mitternacht meine Bewertung der gebotenen Dienstleistung in großen Lettern an eine gut sichtbare Außenwand der Waschanlage geschrieben. Heute bin ich zwar noch genauso zornig wie damals, kenne aber den Tatbestand der vorsätzlichen Sachbeschädigung und fürchte die Konsequenzen. Daher freute es mich am Dienstag sehr, als im Fernsehen ein Bericht über die schändliche Personalpolitik der Waschfritzen kam.

Die sind nämlich noch schlimmer als Schlecker mit der Du-willst-deinen-Job-doch-sicher-lieber-als-Zeitarbeiter-behalten-Masche. Statt ihren Leuten für die nervtötende Arbeit in der dauerfeuchten und irre lauten Waschhalle den versprochenen Stundenlohn von mickerigen 7 Euro zu zahlen, gibt es bei Mr. Dreck nämlich eine Stückprämie. Ganze 20 Cent pro Wagen wird Studenten, Ausländern und anderen Ausbeutungsbereiten gezahlt, das sind 4 Prozent der Waschgebühr. Kommen – wie am Tag vor Sylvester – wenig Kunden, dann steht am Monatsende eben nur ein mageres Ergebnis auf dem Zettel. 169 Euro waren es bei jenem afrikanischen Mitarbeiter, der sich anonym im Fernsehen äußerte.

Gott ist groß, er sieht alles und seine gerechte Strafe trifft jeden. Oder so. Ich hoffe, dass der Dauerfrost und die negative Berichterstattung über Mr. Wash noch mindestens bis Ende Juni anhalten und die ihren Drecksladen dichtmachen können. Falls zwischendurch mal kurz Tauwetter ist, werde ich meine Karre von Hand waschen. Nein, nicht draußen auf dem Gehweg, sondern ökologisch unbedenklich an so einem Do-it-yourself-Münzen-Schaumbürsten-Dampfstrahl-Platz.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Statistiker des Grauens

Geschrieben von Johannis am 14. Januar 2010 um 09:38 Uhr

Gab es 100.000 oder doch nur einige Zehntausend Erdbebenopfer auf Haiti? Sind unter den Toten außer dem Erzbischof und dem UN-Chef noch andere Prominente? Starben Deutsche auf der Karibikinsel? Um diese Fragen kreisen derzeit die hastig zusammengestümperten Medienberichte, die mit den immergleichen Bilder und ständig wiederholten O-Tönen aus Port-au-Prince garniert und von abgedroschener Betroffenheitsrhetorik begleitet werden.

Gibt es eine zahlenmäßige Mindestschwelle, unterhalb derer die Opfer unser Mitgefühl nicht verdient haben? Sind Prominente bedauernswerter als namenlose Slumbewohner? Wie steht der Umrechnungskurs für deutsche versus haitianische Erdbebentote? Eins zu tausend? Auch der so genannte Qualitätsjournalismus bedient im Moment nur den allgegenwärtigen Voyeurismus und sorgt dafür, dass wir Katastrophen konsumieren wie Vorabendserien. So trainieren wir täglich das Verdrängen, das hilft auch beim Klimawandel. Stillhalten, Kopfschütteln, Abschalten.

Herr Westerwelle versprach gestern den Haitianern mit großem Pathos eine peinliche Million, aus menschlichen Gründen. Weshalb sonst, etwa um unser Wirtschaftswachstum zu beschleunigen? Heute früh hat er großzügig noch mal eine halbe Million draufgelegt. Sein Kollege Niebel wird es wahrscheinlich klammheimlich von der Entwicklungshilfe für das bettelarme Land abziehen. Geht es noch zynischer? Ja, garantiert. Warten wir’s ab.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Twittern ist out

Geschrieben von Johannis am 13. Januar 2010 um 15:26 Uhr

Ja, ich gestehe, auch ich hab geschummelt. Besser gesagt ein Freund. Er hat mir per Tweetadder knapp die Hälfte meiner Follower zugeschanzt. Das nicht ganz billige Programm überlistet den strengen elektronischen Wächterrat von Twitter, indem es willkürlich oder thematisch ausgewählte Twitterer nach einem komplizierten System zeitversetzt addet. Und die bekommen dann von twitter.com eine Nachricht, dass Perlenschwein ihnen jetzt followt und follown mir dann auch. Meist. Aus Höflichkeit, automatisiert, zwanghaft oder sogar aus Interesse am Blog.

Gestern hab ich dann ausgemistet. All die SEO-, Marketing-, Erotik-, Reise-, Mode- und kinderleicht-reich-mit-dem-Internet-Twitterer hab ich unfollowt, also mühsam einzeln von Hand gelöscht. Und natürlich die Leute aus Kamerun, Indonesien, Moskau, Washington et cetera. Über 120 Twitterer, die mir die freundliche Software zugeschummelt hat und denen ich angeblich followe, flogen raus. Nicht, dass ich deren Zeug tatsächlich lesen würde. Ich lese keine Tweets und twittere auch nicht in die Welt hinaus, dass ich mir gerade ein Käsebrötchen schmiere oder Paris Hilton total toll finde. Nur meine neuen Beiträge werden automatisch als Tweets verbreitet. Also die ersten 140 Zeichen, inklusive Überschrift und Kurzlink.

Heute früh hatte sich die Zahl meiner Follower bereits von 391 auf 369 reduziert, das heißt mindestens 22 Leute nutzen auch schlaue Software wie Tweetadder und unfollown automatisch alle Leute, die von denen sie unfollowt wurden. Klar? Egal.

Tweets sind die neuen Spams, Twitter ist bald out wie Facebook. Jeder Twitterer verbreitet seinen Schrott im Netz, aber niemand hat Lust oder genug Zeit, den Mist zu lesen. Wenn ein Webmarketingfuzzy stolz damit protzt, dass er 36.159 Follower hat und 36.723 Leuten followt, heißt das nur, dass er schummelt und Tweetadder nutzt. Und 36.159 Leute seinen Müll nicht lesen. Im Grunde ist der Typ nicht mehr als ein Scheißhaufen, um den 36.159 virtuelle Fliegen kreisen. Oder so.

Mittlerweile steigen die Leute scharenweise bei Facebook und StudiVZ aus. Ich wette, dass sich in drei Jahren keine Sau mehr an Twitter erinnert. Und freu mich dennoch, wenn meine Blogstatistik mir zeigt, dass ein paar Leser über twitter.com kamen.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Undankbares Negerpack

Geschrieben von Johannis am 12. Januar 2010 um 09:33 Uhr

Jeder weiß es: Gib einem Nigger den kleinen Finger und er beißt dir den Arm bis zum Schulterblatt weg. Wie sehr diese Lebensweisheit stimmt, zeigte sich kürzlich in Rosarno, einem beschaulichen Ort in Süditalien. Zwei nichtsnutzige schwarze Tomatenpflücker hatten ein paar Schüsse abbekommen und fanden das, anders als die einheimischen Schützen, nicht witzig. Mein Gott, die Kids hatten doch nur Luftgewehre – ihre Väter sind bei der Mafia und benutzen abgesägte Schrotflinten. Mindestens. Außerdem war es dunkel, und nachts sind alle Neger schwarz, also eigentlich unsichtbar. Überhaupt stellten sich die Dachpappen ziemlich mädchenhaftig an, denn schließlich wurde niemand getötet.

Trotzdem haben sich Hunderte dieser illegalen Erntehelfer zusammengerottet und einen Riesenaufstand gemacht. Sie protestierten gegen ihre angeblich unmenschlichen Lebensbedingungen und behaupteten, die Italiener seien Rassisten. Das kann natürlich nicht stimmen, denn warum dürfen die Bimbos sonst ins Land? Statt sie alle im Mittelmeer ersaufen zu lassen, rettet man die Hälfte der dusseligen Nichtschwimmer und gibt ihnen leichte, gut bezahlte Arbeit – sieht so etwa Rassimus aus? Zuhause treiben sie mickerige Ziegen durch die Sahara, verhungern in ihren Krals oder krepieren an AIDS, aber in Bella Italia dürfen sie bei angenehmem Wetter Tomaten, Oliven und Mandarinen pflücken. Für 20 Euro am Tag – das wurde früher pro Woche gezahlt! Da fallen 5 Euro Aufenthaltssteuer, die täglich an die Mafia gezahlt werden müssen, doch wohl kaum ins Gewicht. Schließlich wohnen viele Nigger mietfrei in leerstehenden Fabrikruinen und zahlen nicht mal für Heizung, Strom und Wasser. Gibt’s dort nämlich nicht, aber schließlich haben sie zuhause in Afrika auch keinen Luxus.

Wie blöd die Schwatten sind, zeigte sich dann bei der flugs angezettelten Randale in Rosarno. Sie schmissen Fensterscheiben ein, kloppten auf Autos ein und zündeten Müllcontainer an. Müllcontainer – wie bescheuert, aus denen holen sie doch die leeren Pappkartons, um sich ihre gemütlichen Schlafnester zu bauen. Genetisch ist der Neger minderwertiges Material, optisch auch und intellektuell sowieso.

Zum Beispiel dieser Typ aus Sierra Leone, der vor 5 Jahren – im Vollrausch, an Händen und Füßen gefesselt – seine Matratze anzündet und in einer Dessauer Polizeizelle verbrennt. Doof, aber echt gelenkig, so sind die Neger eben. Sie schnackseln bekanntlich gern und reichlich, auch der Oury Jalloh war gerade Vater geworden. Undankbar und nachtragend sie sind außerdem noch. Das sah man auch wieder in Dessau, wo einige Asylbewerber immer noch kleinlich herummeckern, weil die Polizisten damals den nervtötenden Brandmelder der Arrestzelle ein paar Mal abgeschaltet hatten. Na und? An dem Abend lief wahrscheinlich ein lustiger Film im Fernsehen, die armen Gesetzeshüter müssen auch mal entspannen, sie haben weiß Gott genug Stress.

Ich hoffe nur, dass bald mehr Flüchtlinge aus Asien kommen. Die sind fleißiger als Afrikaner, weniger aufsässig und vor allem nicht so schwarz. Schade, dass aus Vietnam keiner mehr flieht, Vietnamesen sind okay. Bis auf unseren neuen Gesundheitsminister zumindest. Aber vielleicht kommen demnächst Burmesen, seit der Überschwemmung wollen die ja alle weg. Oder wir kriegen Inder, wenn das mit dem Klimawandel endlich klappt. In Indien leben viele ja von weniger als einem Dollar pro Tag, da werden sie hier in Europa ja wohl keine unverschämten Löhne fordern. Dann haben die Discounter bei den leckeren Cocktail-Rispentomaten wenigstens noch Spielraum für Preissenkungen. Außerdem lächeln Asiaten immer, das find ich voll nett.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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