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Archiv für August, 2009

Ist Obama ein Nazi?

Geschrieben von Johannis am 17. August 2009 um 13:09 Uhr

Was fällt uns spontan zu Hitler ein? Natürlich der von ihm angezettelte Zweite Weltkrieg mit mindestens 50 Millionen Toten. Nicht schön. Nein, die fünf bis zehn Millionen Juden, Homosexuellen, Slawen, Kommunisten, Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen, Sozialdemokraten und Jehovas Zeugen, die unser Mann aus Braunau mithilfe vieler aufrechter Volksdeutscher vergasen ließ, sind dabei nicht inbegriffen – die zählen extra.

Doch unter Adolf war nicht alles schlecht, schließlich beglückte er die Deutschen mit Autobahnen, auf denen sich seither rund eine halbe Million rasender Bürger totgefahren haben. All jene, denen die motorisierte Himmelfahrt nicht gelungen ist, nehmen bittere Rache, indem sie kollektiv die Atmosphäre verpesten und das Klima derart aufheizen, dass die Menschheit sich bald auf die allerletzte Ölung vorbereiten kann. Das ist sogar völlig in Ordnung, denn es gibt weltweit nicht genug Klippen, von denen sich die rasant verblödenden menschlichen Lemminge milliardenfach in einen wohlverdienten Tod stürzen könnten. Doch zurück zum Thema.

Barack Obama ist seit gut einem halben Jahr im Amt und mittlerweile fast so berühmt wie Hitler, sieht aber deutlich besser aus. Obama will nun dafür sorgen, dass rund 50 Millionen Amerikaner endlich gesetzlichen Krankenversicherungsschutz bekommen. Das ist ja im Grunde nichts Schlimmes, müssten dafür nicht auch ein paar Steuermilliarden ausgegeben werden, die im Rüstungsetat oder zur Rettung einer Großbank bestimmt erheblich besser angelegt wären. Leider sind es nämlich meist die ärmsten Bürger, die sich den Gang zum Arzt oder gar einen Krankenhausaufenthalt nicht erlauben können, weil sie nicht versichert sind – nicht etwa die Leistungsträger der Gesellschaft, bei denen sich jeder ausgegebene Steuerdollar zügig amortisiert.

Eine Versicherung zum Schutze derer, die den Amerikanischen Traum boykottieren und partout für immer Tellerwäscher bleiben wollen – das ist doch wohl widernatürlich! Nach dem Willen der Mittelschicht und Besserverdiener soll darum alles beim Alten bleiben, schließlich ist man ja privat versichert. Survival of the fittest nannte Charles Darwin das – sollen cracksüchtige Nutten, saufender white trash in den Trailerparks, illegal eingewanderte Chicanos und die verfetteten schwarzen Ghettobewohner doch bitteschön krepieren und dabei die Arbeitslosenquote senken helfen. Aber der US-Präsident stemmt sich starrsinnig gegen natürliche Auslese und die Mendelschen Gesetze, er ist der messianische Gleichmacher und spielt den schokobraunen Sozialkuschelbären. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Zum Glück hat sich eine wachsame Allianz aus republikanischen Wahlverlierern, blutrünstigen Abtreibungsgegnern, bibeltreuen Doppelverdienern und sonstigen Ewiggestrigen gebildet, um Obamas gefährliche Pläne zu vereiteln. Es ist ein Bündnis aufrechter und charakterlich gefestigter Menschen, die unerschütterlich davon überzeugt sind, dass der liebe Gott und allwissende Schöpfer die ganze Welt vor ein paar tausend Jahren innerhalb einer arbeitsreichen Sechstagewoche erschaffen und gleich darauf die erste Frau aus einem Rippenknochen geschnitzt hat. Stimmt auch, steht doch in der Bibel.

Verwirrend ist nur, dass die Kämpfer für soziale Ungleichheit dutzendfach Bilder verbreiten, auf denen Barack Obama ein Hitlerbärtchen oder gleich die Uniform der Nazis trägt. Das passt irgendwie nicht. Leute wie Obama hätte Adolf bestimmt vergasen lassen, denn der amerikanische Präsident hat garantiert weniger Tropfen arisches Blut in seinen Gutmenschenadern, als ich Koransuren auswendig kenne. Haben die Amis das mit dem reinrassigen Nationalsozialismus nicht verstanden oder fällt ihnen einfach nix Besseres ein? Sehr rätselhaft.

Ebenso seltsam finde ich es, dass sich unter jungen Deutschen der Begriff Obama als Synonym für Menschen dunkler Hautfarbe einbürgert. Die Kids sagen auf dem Schulhof Dinge wie „Voll peinlich, die Jessica geht jetzt mit dem Obama aus der neunten Klasse“ oder vor der Disco „Wenn du was zu kiffen suchst, frag mal die beiden Obamas da drüben.“ Eigentlich konsequent, da man leider den schönen Ausdruck Nigger kaum noch benutzt und Opfer ein viel zu gängiges Schimpfwort ist. Oder behindert, das ist auch wunderschön und populär.

Dem Universum und der menschlichen Dummheit ist gemein, dass beide unendlich sind und gleichzeitig wachsen. Beim Universum besteht aber die Hoffnung, dass es irgendwann wieder schrumpfen wird. Unten ein paar Bilder aus der Anti-Obama-Kampagne, zusätzlich findet ihr hier und hier und hier noch weitere Beispiele verlinkt. Ansonsten bleibt mir als Schlussbemerkung nur der Satz: „Es gibt Tage, da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!“

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Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Erwachsenenpädagogik

Geschrieben von Johannis am 16. August 2009 um 11:23 Uhr

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Menschenrechte und auch kein großer Freund von Zwangsarbeit in tropischen Gulags. Aber im Fall von John William Yettaw wäre es durchaus angebracht gewesen, ihn ein paar Jahre zwischen Giftspinnen, Ratten und Blutegeln in einem birmanischen Arbeitslager schmoren zu lassen.

Er hatte im Mai den idiotischen Einfall, über einen Teich zum Anwesen von Aung San Suu Kyi zu schwimmen und sie dort im Hausarrest zu besuchen. Weil er unterwegs fast ersoff und nach seiner dilettantischen 007-Nummer nicht mehr fit genug war, um mit den selbst gebastelten Schwimmflossen auf gleichem Weg wieder abzuhauen, behelligte er die bedauernswerte Friedensnobelpreisträgerin zwei Tage lang mit seiner unerwünschten Gegenwart. Auf dem nassen Rückweg ließ er sich schnappen, deshalb wurde die Oppositionsführerin kürzlich zu nochmals 18 Monaten Isolation verurteilt und kann im kommenden Jahr nicht an den Wahlen teilnehmen. Great, Mister Yettaw, well done!

Leider wurde er nun nach einem Kuhhandel in die Heimat abgeschoben, weil US-Senator Jim Webb sich für den bescheuerten Yettaw eingesetzt hat. Kaum drei Monate war der Möchtegernheld eingesperrt, viel zu kurz. Es wäre doch nur fair gewesen, den strenggläubigen Mormonen und Vietnamveteranen zumindest solange im Arbeitslager schuften zu lassen, wie Aung San Suu Kyi nun zusätzlich in der Abgeschiedenheit ihrer bröckelnden Villa ausharren muss. Im Dschungelknast hätte er dann meinetwegen seinen nächsten Plan umsetzen und nach Feierabend das religiös inspirierte Buch über Heldentum schreiben können, das ihm durch sein erschreckend wirres Hirn spukt.

Warum glauben eigentlich fast alle Spinner an einen göttlichen Auftrag? Wenn es Gott tatsächlich gäbe, müsste man ihn einsperren lassen. Lebenslang mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Mindestens.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Jesus muss umschulen

Geschrieben von Johannis am 13. August 2009 um 10:52 Uhr

Die herrschende Wirtschaftskrise ängstigt uns brave Bürger täglich mit neuen schockierenden Hiobsbotschaften. Insolvenzen, Kurzarbeit, Kündigungen – sichere Jobs gibt es offenbar kaum noch. Besonders wenn man über Fünfzig ist, wird die Lage dramatisch. Jetzt ist auch unser Heiland dran, womit wohl wirklich niemand gerechnet hatte. Erschreckend, aber Jesus Christus ist arbeitslos und muss eine Umschulung machen.

Zum Glück gibt es auch für ihn etwas Hoffnung. Wahrscheinlich wird der Arbeiter-Samariter-Bund unserem in die Jahre gekommenen Gottessohn eine Chance geben und ihn zum Rettungssanitäter ausbilden. Ansonsten will Jay Cee, wie seine Freunde ihn nennen, es eine Weile als Laienrichter beim Amtsgericht versuchen. Immer noch besser als zuhause rumsitzen und im Fernsehen Trash glotzen. Hoffentlich weiß Jesus, dass Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen dem Arbeitsamt gemeldet werden müssen. Hartz-IVer dürfen monatlich nur 100 Euro dazuverdienen, alles darüber hinaus wird ihnen auf die dürftigen Leistungen zum Lebensunterhalt angerechnet. Tja, es ist eben kein Zuckerschlecken, wenn man die Füße bei Vater Staat unter den Tisch stellen darf.

Bei genauer Betrachtung des zweiten Fotos drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass Jay Cee bei einer Spedition angefangen hat und nebenbei Lastwagen fährt. Hoffentlich nicht schwarz.

jesus-im-blick

jesus-als-trucker

PS: Oben auf dem Dach steht nicht etwa die Mutter Gottes, sondern eine von drei Figuren, die den Betrieb des örtlichen Kartonagenhändlers verzieren.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Todesursache von Michael Jackson steht endlich fest

Geschrieben von Johannis am 11. August 2009 um 12:04 Uhr

Wir haben lange gebangt und gezittert, doch nun ist es endgültig: Die Gerichtsmediziner in Los Angeles haben die Autopsie am toten King of Pop abgeschlossen. Auf die Frage eines Journalisten, warum die Untersuchung so lange gedauert hätte, antwortete Dr. Mandy Shrivers, der Job sei nicht leicht gewesen, weil die anwesenden Anwälte die Arbeit erschwert hätten. („Well, for most of the time we couldn’t even get near the stinking corps, because of all the bloody lawyers standing around it.”) Nach der Todesursache befragt, sagte sie nur: „No comment, its top secret.“

So wird der Weltöffentlichkeit auch sechs Wochen nach dem tragischen Tod des Popstars verheimlicht, was ihn in sein frühes Grab gerissen hat. Obwohl, noch liegt er ja nicht drin. Millionen Fans wollen jetzt natürlich wissen, wo Michaels sterbliche Hülle ihre letzte Ruhestätte finden wird, aber Familie Jackson schweigt eisern. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfuhren wir jedoch, dass eine traditionelle Erdbestattung wegen der hohen chemischen Belastung des Körpergewebes in Kalifornien nicht zulässig ist. Umweltschutz. Auch die preiswerte Kompostierung beim Recyclinghof – schließlich war Michael massiv verschuldet – kann nicht gestattet werden, weil es sich bei der Leiche um einen Verbundwerkstoff mit erheblichen organischen Anteilen handelt. Letztere verbauen ihm nun auch den bequemen Weg in die Gelbe Tonne, wo bekanntlich nur Plastik und Metall entsorgt werden darf.

Schon im Leben fiel es Michael Jackson nicht leicht, seinen Platz in der Welt zu finden. Der hochbegabte Musiker wusste nicht, ob er schwarz oder weiß, Mann oder Frau, Kind oder Familienvater, Sodomist oder Pädophiler sein wollte. Möge er im Jenseits ewigen Frieden finden und uns vor allem endlich in Ruhe lassen.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Freispruch für Ulla S. – Gutachter entscheidet: Nicht zurechnungsfähig

Geschrieben von Johannis am 10. August 2009 um 19:46 Uhr

Die bekannteste Sonderschullehrerin unseres Landes konnte am letzten Freitag aufatmen, denn der Bundesrechnungshof bescheinigte ihr, dass mit dem Daimler in Spanien alles korrekt war. Ulla hat nur die 72 dienstlich gefahrenen Kilometer der Staatskasse aufgebürdet, sie zahlt die restlichen rund 4800 Kilometer (garantiert zähneknirschend und auf massiven Druck durch die SPD-Parteizentrale) aus ihrer Privatschatulle und das geklaute Panzerlimousinchen ist auch wieder aufgetaucht. Ende gut, alles gut?

Mitnichten. Auch wenn mit dieser Anwendung der Dienstwagenregel kein Gesetz gebrochen wurde, zeigt der Fall Ulla S. ein wunderbares Exempel exakt jener Instinktlosigkeit, die unter den Reichen und Mächtigen dieser Welt häufig der Normalfall ist. In islamischen Ländern wie Somalia oder Sudan, wo die Bürger nach der Scharia verurteilt werden, ist die Steinigung einer Ehebrecherin rechtlich vollkommen in Ordnung, als Strafe ist solch eine grauenhafte öffentliche Hinrichtung aber niemals vertretbar. Gesunder Menschenverstand und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit spielen weder dort noch beim Verhalten von Frau Schmidt eine Rolle.

Wie auch immer, unsere blauäugige Gesundheitsministerin ist mit einem zusätzlichen blauen Auge davongekommen, sie wurde flugs in Steinis Impotenz-Kompetenz-Team aufgenommen und kann sich schon mal einen gemütlichen Platz auf der Oppositionsbank aussuchen. Nicht zuletzt durch ihre aktive Mithilfe ist die SPD in den neuesten Umfragen zur Wählergunst bei tragischen 23 Prozent angekommen. Schade.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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