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Archiv für Juli, 2009

Penis-Lutscher in aller Munde

Geschrieben von Johannis am 21. Juli 2009 um 12:24 Uhr

Pünktlich zum Erscheinen des Sommerlochs (nein, nicht das in Nachterstedt, Sachsen-Anhalt) hat die verschnarchte beschauliche Stadt Dortmund einen echten Aufreger. Bis vor wenigen Tagen konnte man nämlich in den Filialen einer Billigheimerkette Lollies in Pimmelform kaufen. Recht naturgetreu geformt, mit Eichel und Hoden, quietschpink oder hautfarben und stets mit Himbeergeschmack, war der Phallus delicatus (nicht verwechseln mit Phallus impudicus, der Stinkmorchel) für einen Euro zu erwerben.

Doch damit ist nun Schluss, die Staatsanwaltschaft ermittelt und der Händler hat den Leckerschlecker aus dem Sortiment genommen, wie unsere örtliche Qualitätspresse berichtet. Schuld sind mal wieder die bösen und lustfeindlichen Grünen, wie man hier erfährt. Ich vermute eher, dass Kunden die Geschmacksrichtung verschmähten (Aroma nicht echt genug) oder der Name „Big-Willi-Lollie“ sie nicht überzeugte. Wie wäre es denn mit Dick-on-a-Stick oder einfach Schwanzlutscher?

Wie auch immer, ich bin ja kein Berater für Marketingfragen. Um hingegen meiner journalistischen Pflicht zu genügen, habe ich weder Kosten noch Mühen gescheut, mir auf dem Schwarzmarkt eins der letzen Exemplare besorgt und es zum Größenvergleich neben meiner Computermaus abfotografiert. Von wegen big, das ist doch wohl höchstens Größe S! Dazu auch noch beschnitten und mit rasierten Eiern. Egal, wer’s mag. Soll sich das Volk den Zuckerdildo doch sonstwo hin stecken, meinetwegen auch ins Sommerloch.


lolli

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Stier mit Euter

Geschrieben von Johannis am 18. Juli 2009 um 17:03 Uhr

Nein, heute soll es nicht um die Erfolge des Klonens gehen, sondern um Europa. In der griechischen Mythologie ritt die schöne Königstochter auf dem Gotte Zeus, der sich hinterlistig in einen Stier verwandelt hatte, um der Schönen zwischen die Beine zu gelangen. Wahrscheinlich ebenso schlau verhalten sich die Bauern der EU, wenn es um die Verteidigung ihrer vielfältigen Privilegien geht. Hilfe bekommen sie dabei von Ilse Aigner, CSU-Ministerin für Fressen und Verwandtes, die gern gelangweilt in modischem Lederblouson im Parlament rumsitzt und sich als gelernte Radio- und Fernsehtechnikerin bestimmt supergut mit Landwirtschaft und Verbraucherschutz auskennt.

Ähnlich wie einstmals die Buben Romulus und Remus ihre Milch aus den Hängezitzen der kapitolinischen Wölfin saugten, hängen heute die Lobbyisten von Bauernschaft und Lebensmittelindustrie am europäischen Euter und pumpen für ihre Klientel die Milliarden heraus. Man muss sich das nur in größerem Maßstab vorstellen, denn in Brüssel steht eine gigantische Melkkuh mit tausenden von Saugwarzen. Erinnert sich noch jemand an Butterberge und Milchseen? Die sollen nach neuester Entscheidung der EU-Kommission wiederkommen, sozusagen renaturiert werden. Billigdiesel bekommen die Bauern natürlich auch, plus Flächenprämie und tausenderlei anderer Geschenke. Wunderbar, speziell für Großbetriebe!

Also kann auch in Zukunft subventioniertes Milchpulver aus Europa in die Dritte Welt exportiert werden, wo es jungen Müttern als moderne Alternative zum Stillen aufgedrängt wird. Manchmal bekommen sie gleich ein, zwei Dosen davon geschenkt, wenn sie mit dem Neugeborenen die Klinik verlassen. Das Pulver wird dann zuhause mit Wasser angerührt und die Kinder bekommen die Pulle statt der Brust. Und dann oft sehr bald schwere Durchfälle, die vielfach tödlich verlaufen. Warum? Weil das Wasser zum Anrühren der Milchpulle verdreckt war, denn weltweit haben zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die Frauen bekommen erst umsatzförderliches Gratis-Milchpulver und wenn das aufgebraucht ist, fehlt meist nicht nur das Geld, um Nachschub zu kaufen, sondern sie selbst produzieren leider auch keine Muttermilch mehr, weil sie ihre Babies nie gestillt haben. Mangelernährung und Kindstod sind vielfach die Folgen. Aber zum Glück werden wir unsere subventionierten Agrar-Überschüsse los, ob deswegen ein paar Negerkinder sterben müssen, ist ja wohl unwichtig. Gibt doch eh zu viele davon – ruckzuck sind sie groß, sitzen erst im Boot und dann auf Lampedusa.

Ich möchte jetzt nicht noch von Billigfleisch, schimmeligem Getreide, Uralt-Käse und anderen unappetitlichen Exporten anfangen, die überall in der Dritten Welt lokale Produzenten in den Ruin treiben. Mit unseren Steuern subventioniert. Will man übrigens – wie es neuestens Vorschrift ist, nur die Bayern sperren sich noch – nachlesen, wer denn nun wie viel aus dem Subventionstopf schöpft, scheitert der Laie schnell. Zumindest finde ich die Suche hier fast unmöglich, weil mir weder Namen noch Adressen der Empfänger bekannt sind. Mehr Infos findet man hingegen auf der Seite von farmsubsidy.org und sicher auch anderswo.

Glückwunsch an alle, die sich erfolgreich an Europas Rieseneuter festgesaugt haben, egal ob EDEKA oder Südzucker, Großbauer oder Lufthansa. Ilse Aigner und ihre Kollegen in Brüssel und Strasbourg lassen euch nicht im Stich, deshalb können Millionen Rinder auch zukünftig das Klima mit ihren Methanfürzen aufheizen.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Schweinegrippe tötet alle deutschen Rentner

Geschrieben von Johannis am 17. Juli 2009 um 14:28 Uhr

Die BILD-Zeitung, sonst eher nicht zu meinen bevorzugten Printmedien zählend, titelt heute: „Schweinegrippe: Werden Rentner zuletzt geimpft?“ Ein mutiger Schritt, dieses heikle Thema endlich beim Namen zu nennen. Angeblich hat die WHO empfohlen, alle tatterigen Rollatorfahrer hintenan zu stellen, weil deren Restlaufzeit überschaubar und die Impferei sauteurer ist.

Nachdem ich soeben den Wochenendeinkauf erledigt, dabei permanent von unentschlossenen Rüpelrentnern („Was meinst du, Hetti, sollen wir das mal mitnehmen?“ „Tja, Heinz, ich weiß nicht recht.“) ausgebremst wurde und im Straßenverkehr erhebliche Teile meines Lebens hinter semidementen Führerscheininhabern an Ampelkreuzungen, neben riesigen Parkbuchten oder auf Autobahnen verbracht habe, würde ich noch einen Schritt weiter gehen. Wieso eigentlich Rentner überhaupt impfen? Und weshalb Arbeitslose, Hartz-IVer, Asylbewerber, Migrantenkinder, Raucher, Geländewagenfahrer?

Wo heutzutage alle gegen die Rente mit 67 sind, heißt die Alternative Impfroulette. Die Schweinegrippe könnte uns ruckzuck von der immensen Staatsverschuldung befreien, die Überalterung der Gesellschaft korrigieren und das soziale Klima verbessern. H1N1 – die Lösung für viele Probleme!

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Glückwunsch?

Geschrieben von Johannis am 15. Juli 2009 um 15:03 Uhr

Von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbeachtet erschien in diesem Blog kürzlich der zweihundertste Artikel. Genauer gesagt am Montag, dem 13. Juli. Tatsächlich und zufällig auf den Tag genau 22 Monate nach dem ersten Beitrag, was eine Durchschnittsfrequenz von exakt 109,0909 Beiträgen pro Jahr ergibt. Unwichtig? Ja. Nachfolgend ein kurzes Interview, das der Dortmunder Stadtanzeiger zum Jubiläum mit dem Autor führte.

Dortmunder Stadtanzeiger: „Hat sich das Bloggen, in der Rückschau betrachtet, gelohnt?“

Johannis: „Na ja, oft hat mir das Verfassen der Texte wohl mehr Spaß gemacht als den Besuchern das Lesen. Auf jeden Fall musste ich mich beim Schreiben mehr anstrengen als die. Und kommentiert wird auch kaum.“

DS: „Wird es auch zukünftig Blogbeiträge geben?“

J: „Damit muss leider gerechnet werden, auch wenn sich die Leserzahlen weiterhin im überschaubaren Bereich halten und ich wenig Chancen auf baldigen Starruhm habe.“

DS: „Was ist Ihre Kernbotschaft?“

J: „Um den Dingen auf den Grund zu gehen, um die Wurzel unserer Probleme zu erreichen, muss man meistens den Kern spalten. Ich gebe zu, das ist radikal und Kernspaltung findet natürlich nicht jeder gut, sie lässt sich aber nicht immer vermeiden.“

DS: „Sie sind also für den Ausbau der Atomenergie?“

J: „Nein, wieso?“

DS: „Lorenz Meyer, der Mann hinter www.sheng-fui.de, schickte Ihnen eine festlich dekorierte Torte, obwohl Sie ihn in der Vergangenheit wiederholt massiv angegriffen und geschmäht haben. Wird diese Geste Ihr Verhältnis zu Herrn Meyer verändern?“

J: „Nöh.“

DS: „Vielen Dank für das Gespräch.“

Hier noch ein Foto von besagter Torte. War lecker.


torte

 

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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Eklig: Überall gefälschte Lebensmittel

Geschrieben von Johannis am 13. Juli 2009 um 10:09 Uhr

Zuerst waren es nur schmieriger Kunstkäse aus dem Chemielabor und angeblicher Kochschinken, der jedoch keinerlei Verwandtschaftsgrad mit einem ordinären Schweinearsch vorweisen konnte, aber jetzt erreichen uns ständig neue, alarmierende Meldungen über imitierte Lebensmittel. So stellten Kontrolleure kürzlich in der Dorstfelder Eckkneipe „Zum abben Henkel“ fest, dass sich in den Gläsern nicht etwa schäumendes Kronenpils, sondern ein billiges Bier-Imitat befand. Es setzte sich aus leicht verdünntem Rinderurin, Zuckerstoffen, Acetylsalicylsäure, Brennspiritus und Kohlensäure zusammen, wobei letztere auch noch aus einem nahe gelegenen Kohlekraftwerk stammt, das aktuell eine Anlage zur CO²-Abscheidung erprobt.

Gut – die Idee, dem Dortmunder Kronenpils von vornherein ein Schmerzmittel wie Aspirin beizumischen, ist sicherlich nicht schlecht, aber der Konsument wird getäuscht und das kann prinzipiell nicht hingenommen werden. Im Geschmack und bei der Wirkung stellten die befragten Zecher übrigens keine Unterschiede zum Ursprungsprodukt fest, der kompromittierte Wirt verweigerte jede Aussage und rief seinen Anwalt zur Hilfe.

Ungleich verstörender sind die Nachrichten aus der Pathologie der Städtischen Kliniken. Zum wiederholten Male fanden dort Ärzte in den geöffneten Schädelhöhlen von Männern, deren Todesursache durch eine Obduktion geklärt werden sollte, nicht etwa die üblichen rund 1400 Gramm Gehirn, sondern vorwiegend eine dubiose grauweiße Masse. Labortests ergaben, dass es sich dabei um wässerigen, chemisch gebleichten Schokoladenpudding handelte, der zu allem Übel auch noch mit chinesischem Magermilchpulver angerührt worden war.

Zusätzliche Rätsel gab den Medizinern der Fall des Manfred S. auf, bei dem inmitten des Ekelpuddings zwei voll funktionstüchtige Mikrochips gefunden wurden, wie sie handelsüblich in sprechenden Spielzeugpuppen eingesetzt werden. Die elektronisch ausgelesenen Daten, insgesamt 512 Kilobyte, bestanden ausschließlich aus Einzelworten und Kurzsätzen. Nachfolgend einige Beispiele: Tooor, Abseits, wat is, Schiri, du schwarze Sau, gib ab, Blutgrätsche, schenk nommal ein, willze ficken, Pommes rotweiß, halt die Fresse. Der Frührentner Manfred S. lebte allein und verbrachte seine Tage großteils vor seinem gigantischen Flachbildfernseher, wo er angeblich ausschließlich die Programme der Privatsender über die Mattscheibe flimmern ließ. Ein Zusammenhang zwischen seinen Sehgewohnheiten und der festgestellten Hirnanomalie konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«

 

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