Geschrieben von Johannis am 14. Juni 2009 um 12:53 Uhr
Auf diesem Planeten sind oft die falschen Leute aus den falschen Gründen an der Macht. Aufrechte Demokraten wie Aung San Suu Kyi werden jahrzehntelang eingesperrt, Regimekritiker verschwinden, Menschenrechtler leben wie Vogelfreie. Nun auch und wieder im Iran.
Achmed Nimmersatt hat am Freitag angeblich 62,6 % aller Wählerstimmen erhalten, er wird auch die nächsten vier Jahre sein ätzendes Gift verspritzen und das iranische Volk betrügen. Moussavi, der Gegenkandidat und wahrscheinlichere Wahlgewinner, ist plötzlich aus dem Licht der Öffentlichkeit verschwunden, andere Reformer ebenfalls. Alles wie immer?
Leider.
Für mich ist diese Tragödie eine gute Vorbereitung auf die Tage nach dem 27. September, für das Merkel-Doppelpack mit Guido, dem neoliberalen Säbelzahntaschentiger. Daran geht wohl kein Weg vorbei, mit etwas Pech wird die pickelnarbige Krawallschwuchtel sogar unser nächster Außenminister. Bei diesem Ausblick in die Finsternis ist es doch wirklich nicht zuviel verlangt, wenn man zumindest die hyperhässliche Hackfresse von Herrn Ahmadinedschad, stets fusselbärtig im Ostzonenrentnerlook, zukünftig nicht mehr ertragen müsste. Oder?
Tja. Is nich.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«
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Geschrieben von Johannis am 11. Juni 2009 um 13:39 Uhr
An Fronleichnam ist das Thema ‚Werden & Vergehen’ sicherlich nicht fehlplatziert, doch vorab geht eine Botschaft des Mitgefühls an alle Menschen in den mehrheitlich evangelischen Bundesländern, die dortselbst nämlich heute arbeiten müssen. Wenn sie noch einen Job haben. Arbeit ist oft doof, aber wir hier in NRW haben dafür die Schweinegrippe. Und bitte denkt daran – Düsseldorf ist überall. Auch das zum Thema.
Während mein Teewasser fröhlich sprudelnd seine Arbeitstemperatur erreichte, schweifte des Teetrinkers morgendlicher Blick aus dem Küchenfenster. Im Garten saß eine gutgelaunte Ringeltaube und nahm ihr Gänseblumenknospenfrühstück ein. Business as usual. Kurz darauf und frisch rasiert aus dem Bad zurück, schaute ich wieder hinaus und erblickte Federn auf dem Rasen. Ziemlich viele Federn. Genau dort, wo eben noch die Taube saß.
Dies wäre nun ein schöner Moment, um in allerbester Blockwartmanier über jene Nachbarn abzuhetzen, die ihre Katzen und Köter zum Kacken in den Gemeinschaftsgarten schicken. Aber es ist Feiertag. Statt dessen will ich lieber und ganz subtil darauf verweisen, dass wir alle im Grunde Tauben sind. Eben noch lecker gefrühstückt und im nächsten Augenblick von den Gefahren des Alltags dahingerafft. So kann es gehen. Jederzeit. Jedem.
Allen Lesern, die jetzt nicht Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben zur Hand nehmen und sofort über ihre eigene Vergänglichkeit meditieren möchten, gilt dieser Hinweis: Das einzig Beständige ist die Unbeständigkeit.
It ain’t why, it just is.
Shit.

Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«
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Geschrieben von Johannis am 7. Juni 2009 um 13:40 Uhr
Diesem eher tristen Sonntag fehlt dringend etwas billige Polemik. Da kann ich helfen. Nachdem vor einer Woche der Untergang des Abendlandes nur mit Ach und Krach und einer dubiosen Staatsbürgschaft über 1,5 Milliarden schöne Steuereuros abgewendet werden konnte, und wir nun darauf hoffen dürfen, dass Opel in Russland jährlich eine Million Autos bauen und somit den Russen endlich die Gelegenheit bescheren wird, sich anständig am Verhunzen des globalen Klimas zu beteiligen, steht uns für die kommende Woche das Armageddon deutscher Innenstädte bevor. Zu lang, der Satz? Okay. Morgen wird der Kackstadtkonzern Insolvenz anmelden, falls Peer, Karl-Theodor und Co. kein Geld rausrücken.
Die kackdreist-erpresserische Art, mit der die Managementversager von Arcandor nun um Staatskohle buhlen, ist eine himmelschreiende Frechheit. Gott hat aber hoffentlich Ohropax. Sollen die Deppen in dunkelgrauen Dreiteilern sich die nötigen 850 Millionen doch von Miteignerin Madeleine Schickedanz pumpen, die hatte laut Forbes im letzten Jahr immerhin noch ein Vermögen von 3,9 Milliarden. Leider nur Dollar, in Euro sind das gerade mal 2,75 Milliarden. Trotzdem deutlich mehr als die schon ziemlich angeknitterte Tante in der ihr verbleibenden Restlaufzeit verfrühstücken könnte. Und da sie ihre Männer (drei sind es bisher) gern im Management des Loserunternehmens unterbrachte, hat sie doch wohl Gründe genug, um jetzt einen fetten Scheck auszustellen. Oder?
Meine Prognose: Macht sie aber nicht. Entweder Metro kauft den ganzen Mistladen und wir dürfen zukünftig bei Galeria-Kackstadt shoppen oder das Ding geht den Bach runter. Von wegen, Eigentum verpflichtet! Höchstens zu renditeoptimerter Anlage, aber da werden die Investmentgeier von Sal. Oppenheimer und der Deutschen Bank es Madeleine schon ordentlich besorgen.
Schönen Sonntag noch. Und bitte das Wählen nicht vergessen. Muss ja nicht unbedingt Sylvana, die arbeitsscheue FDP-Blondine sein.
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«
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Geschrieben von Johannis am 5. Juni 2009 um 17:46 Uhr
Wer dieser Tage in London nahe genug an das Haus Downing Street No. 10 gelangt, hört hinter den kugelsicheren Fensterscheiben halblaute Gesänge. Dort, im Amtssitz des britischen Premiers, wird von früh bis spät das altbekannte Lied „Zehn kleine Negerlein“ intoniert. Nur ab und zu wechselt die Musik, dann läuft drinnen die Reise nach Jerusalem, man hört Stühle über den Boden scharren und kurz darauf stapft wieder ein Minister mit gesenktem Haupt hinaus in den englischen Juniregen.
Heute waren es bereits drei, die ihren – wahrscheinlich ebenfalls mit getürkten Spesenabrechnungen bezahlten – Hut nahmen. Das Kabinett des Gordon Brown leidet unter galoppierender Schwindsucht. Dabei haben Parlamentarier sämtlicher Parteien den steuerzahlenden Wähler beschissen, dass die Schwarte knusprig krachte – nicht etwa nur die aus der regierenden Labour Party. Es zeigt sich wieder einmal mit erschreckender Deutlichkeit, wie dumm und gierig der Mensch im Grunde ist. Sobald er Gelegenheit dazu findet, lässt er die zivilisierte Maske fallen und benimmt er sich wie ein Schwein auf dem Sofa. Dabei ist es vollkommen egal, wie gebildet das Schwein ist oder in welchem System es lebt. Korruption und Arroganz der Mächtigen sind nicht endemisch in afrikanischen Bananenrepubliken, brutalen Militärregimes und kommunistischen Diktaturen – nein, fast jeder stopft sich die Taschen voll, sobald er oder sie genügend Einfluss und die Chance dazu hat.
In Indien nutzen die Bauern eine simple, aber wirkungsvolle Falle zum Affenfang. Eine Kokosnuss wird mit einem Loch versehen, das gerade groß genug für eine Affenhand ist. Etwas gekochten Reis hinein und das Ganze mit Draht an einen Baum gebunden – fertig ist die Affenfalle. Nach einer Weile schleicht ein neugieriger Affe herbei, riecht den Reis, steckt seine schlanke Hand in die Nuss, greift zu und bekommt die geballte Faust nicht wieder heraus. Weil er aber den leckeren Reis nicht loslassen will, die Faust mitsamt Reis jedoch nicht durchs Loch passt, beginnt er zu zetern, lockt so den Bauern herbei und landet dumm und gierig noch am gleichen Abend gut gewürzt auf dem Grill.
Vielleicht sollten in jedem Land einfach mal ein paar vorwitzig-unverschämte Abgeordnete nach Kannibalenart gesotten oder am Spieß gegart werden – nur so, zur Abschreckung. Man könnte sie dann an streunende Hunde verfüttern, oder wollt ihr etwa geschmorten Minister essen?
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«
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Geschrieben von Johannis am 2. Juni 2009 um 19:40 Uhr
Um unsere schlitzäugigen Freunde im Reich der Mitte nicht zu verprellen, die uns so zu verlässig mit elektronischem Billigschrott, schadstoffbelasteten Textilien und giftigem Kinderspielzeug versorgen, strahlt ARTE die Reportage ‚Tiananmen – 20 Jahre nach dem Massaker’ heute Abend erst um 23:05 Uhr aus. Die Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung kostete damals etwa 3000 Menschenleben und wird von der Staatszensur bis zum heutigen Tag totgeschwiegen – ein heikles Thema, das deshalb nur Zuschauern mit chronischen Einschlafstörungen zugemutet werden sollte. Die ARD ist sogar noch vorsichtiger, das Erste sendet die Wiederholung morgen um 23:30 h.
Herzlichen Dank für so viel Rücksicht!
Ceterum Censeo: »Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Menschheit in rasantem Tempo und offenbar vorsätzlich ihre Lebensgrundlagen vernichtet. Nur radikal geändertes Denken und Handeln kann uns retten. Zur Umkehr bleibt kaum noch Zeit.«
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