Lachparade
Geschrieben von Johannis am 20. Juli 2008 um 10:18 Uhr
Während draußen ein gnädiger Wind dat nervige Technogedröhne vom Fenster fernhält und nur das endlose Wummern der Scheißhelikopter den abendlichen Frieden stört, [ob die Dortmunder Polizei wohl Tankflugzeuge von Airbus besitzt?] sitzt euer Mann für’s Grobe über Bildbearbeitung und Text. Alle Modem-Surfer werden sich nun aus dem Leserkreis verabschieden, das Laden wird euch zu lange dauern. Aber Qualität geht nicht ohne ein paar Pixel. Draufklicken, wenn du hier neu bist.
Ihr seht also, ich bin tatsächlich hin, nache Laffperähd. Die Krachparade fing schon vormittags an, als mein Nachbar mit der bekanntlich unvollständigen Sozialisation das Haus geschallte, um dabei mit seiner Gang schon mal die Stimmbänder und Trillerpfeifen aufzuwärmen. Nach der mitternächtlichen Abschlusskundgebung [saublöder Name!] hamse uns das Treppenhaus mit dutzendweise nassen Schuhen vollgestellt und er hat dann erneut die Leistungsfähigkeit seiner Bassboxen demonstriert. Ohropax! Jetzt, am Sonntagmorgen, liegt die Stadt im Koma und die Medien faseln von 1,6 Millionen angereisten Techno-Fans – wer’s glaubt! Von der CO²-Bilanz dieser Veranstaltung fange ich jetzt besser nicht an, oder? Egal, der Ruhrschnellweg ist immer noch gesperrt, die Müllmänner fegen, ich vollende meinen Beitrag und bin froh. Dasses vorbei is.
Doch zurück zum gestrigen Nachmittag. Mein treuer Knappe wurde zwar blitzschnell von mir getrennt [oder hat ’ne Perle gefunden, die mit ihm ein’ durchziehen wollte – hab ihn jedenfalls nich’ wiedergesehen] aber der Job war klar. Bring’ O-Töne und Bilder. Tja, wat soll ich euch sagen? Laut war`s, geschifft hat es immer mal wieder und ich hab mich bald vom Acker gemacht. Die Arbeit rief. Aber kuckt selbst, ich war mittenmang.

Dabei bin ich irgendwie emotional in den Vorruhestand geschliddert. Näh, ehrlich – ich kann da nich’ mit. Mittendrin ein Haufen selbstverliebter Hedonisten, cool wippend oder stampfend, kreischend und vor allem meist schon strunkeldicke [oder trotz Glasverbot auf dem besten Weg dahin], drumrum Familien mitte Blagen, alte Knackers wie ich und ein paar Frustige, die nicht wussten, wat se da eigentlich woll’n, der Lärm und ewig nur dieset stinklangeweilige Bassgedöns – da fühl’ ich mich irgendwie fremd. Aber egal.
Schön fand ich den Wunderheiler. Brustvergrößerung durch Handauflegen, nur 1 €. Mit Geld-Zurück-Garantie. Ich wollte ihn eigentlich fragen, ob dat auch mit Penisse klappt, hab mich dann aber doch nicht getraut.
Als Klassikfan hab ich mich gefreut, dass Georg Friedrich Händel im Techno offenbar eine wichtige Rolle spielt. Variantenreich eben, der Ruhrgebietsmensch.
Diese junge Frau musste den Kollegen wohl erklären, dass sie die Dienstwaffe an ihrem Oberschenkel aus rein privaten Gründen trug.
Polizisten als Wirtschaftshemmnis – die Herren vereiteln gerade diesem wackeren Franchisenehmer der Lidl-Kette sein mobiles Geschäft mit dem Durst. Sehr schade, so rutscht NRW ab inne Rezession. Der moppelige Typ ganz rechts mit dem Slogan ‚Sex macht schlank’ auffem T-Shirt sollte zuhause mal seine Präser auf’s Haltbarkeitsdatum checken, die sind vielleicht schon abgelaufen. Erinnerte mich an ‚Kotzen macht durstig’ – las ich neulich auf einem Hemd. Ich lass mir bald eins drucken mit ‚Schreiben macht schlau!’
Meine förmliche Entschuldigung an alle Trägerinnen des berühmten Arschgeweihs, man sieht, es geht auch ohne. Den Anblick kenn’ ich sonst eigentlich nur von Maurern.
Das Gemeinschaftserlebnis stand und steht im Mittelpunkt – gut so! Zu viert pinkeln und dabei ein lockeres Gespräch führen, eine prima Gelegenheit für Fragen wie: Wieso bist du denn beschnitten? Bist du etwa Jude?
Dat war et. Und Tschöh mit Ö!
Veröffentlicht in Perlenschwein | 9 Kommentare »










