Topp Faiv
Geschrieben von Johannis am 31. Juli 2008 um 17:49 Uhr
An der Spitze der Aufreger-Bestenliste dieser nun fast schon hinter uns liegenden Woche muss leider abermals der unsägliche Lorenz Meyer von Schäng Pfui genannt werden. Nichts trifft einen Egomanen meines Kalibers so sehr, wie ignoriert zu werden. Echt fies. Seit Tagen warte ich auf sein Zeichen des Vergebens, aber nix is. Dafür müllt er die Welt und seine Seite mit Angeboten für ebenso überteuerte wie fragwürdige Wasserenergizer voll. Bitter.
Ansonsten nervt, dass die deutschen Medien offenbar alle von demselben Ghostwriter bedient werden. Okay – vielleicht ist es ein Drei-Mann-Kollektiv. Egal wo man hinhört, stets dieselben Meldungen und Beiträge. Man kann einen beliebigen Sender einschalten und stellt fest, dort wird just jene Meldung wiederholt, die man gerade eben schon bei der Konkurrenz gehört hat. Vollkommen unabhängig von der Station hört oder sieht man – gähn! – den Beitrag, der soeben fast identisch woanders lief. Deutlich genug? Das reicht jetzt? Na gut.
Gestern war der Tag der Fehlurteile. Die türkische AKP und der Eckkneipenqualm – beides bleibt noch eine Weile legal. Tragisch. Volkes Nichtraucherstimme O-tönt heute empört durch alle Sender, als hätten unsere Rotkittel in Karlsruhe die gebührenfreie Abgabe von spaltbaren Material an Vorschulkinder beschlossen. Nein, keine unlackierten Weichholzbauklötze – Plutonium. Schließlich muss doch mit aller gebotenen Härte gegen die verstockten, graugesichtigen Stinkefingerlinge vorgegangen werden, die in verqualmten Kaschemmen mit Pils und Jägermeister ihre kondensatinduzierte Heiserkeit bekämpfen. Bundesweites Rauchverbot! Ich bin für Aufnäher an den Jacken, ach, am besten gleich an allen Klamotten. Nein, nicht schon wieder Davidsstern, stattdessen ein grellnikotingelbes R. Vorn und hinten. Rauchen darf in der Öffentlichkeit nur noch, wer einen leeren Müllsack mit sich führt und den Rauch dort hineinbläst. Mehrfaches Inhalieren des Sackinhalts wird gesondert besteuert. So! Ach ja, die Türken. Die bestrafe ich heute mal durch Ignorieren. Und rauche weiterhin nicht.
Zur Steigerung der allgemeinen Volksgesundheit hier noch ein paar praktische Vorschläge:
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Abgabe von Pommes, Burger, Currywurst und Dönertasche nur noch an Personen, deren Bodymassindex in den letzten 12 Monaten dauerhaft unterhalb von 15,5 gelegen hat.
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Der Alkoholgehalt von Pils darf 0,3 Prozent nicht überschreiten, Starkbier hat 0,5 % als Limit. Spirituosen werden nur an Bürger verkauft, die in Begleitung beider Eltern und mit einer gültigen Waffenbesitzkarte erscheinen. Zusätzlich müssen sie eine Schufa-Auskunft, die nicht älter als 48 Stunden ist, und ein Kreditratingscore von mindestens 730 Punkten haben.
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Alle PKWs werden mit GPS-Sensoren und einer Chipregelung ausgerüstet. Innerhalb von Ortschaften lässt der Chip maximal 30 km/h zu, außerhalb wird bei achtzig abgeregelt. Nachrüstbar mit Sensoren, die beim Nahen eines Schulkinds/Rehs/Igels automatisch eine Vollbremsung auslösen.
Was sonst noch geschah? Vollkommen überraschend hat die größte Demokratie der Welt, die VR China, den Internetzugang für Journalisten eingeschränkt. Keine Pornoseiten mit Tieren. [Das Gute daran ist ja, dass unsere Tintenpisser Berichterstatter in Peking nun ausnahmsweise mal selbst schreiben müssen, anstatt ihr Zeug irgendwo im Netz abzukupfern.] Ebenso überraschend soll der Verzehr von Reis im Reich der Mitte noch bis zum Ende des Jahres 2008 legal sein.
Fusselfresse Karadžić ist im holländischen Heilklima eingetroffen und hat nahe der Küste sein Zimmer im Wohnheim für pensionierte Ingenieure des Genozids bezogen. 15.000 Fans weinten in den Straßen Belgrads bitterste Tränen. Nein, nicht wegen des Tränengases.
Und Wolfgang Clement soll nun doch aus der SPD rausfliegen. Dadurch wird die Mitgliederzahl der Partei erstmals auf vierstellige Werte fallen.
Was eigentlich mit der Bestenliste ist? Vergessen. Nicht vergessen habe ich, dass Lorenz Meyer mir seit Tagen ein Zeichen der Vergebung schuldet. Wirklich bitter. Ach, kümmer’ dich doch um dich selbst, schnöde Welt.
Schluss ohne Gruß.
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