Zurueck
Start Mensch Buch Prosa Bilder Lyrik Blog Mehr
Vorwaerts
Deko Blog

Archiv für April, 2008

Werbeblock

Geschrieben von Johannis am 8. April 2008 um 10:16 Uhr

Als ich vor gut einem halben Jahr dieses Blog begann, wurde es von keiner Sau gelesen. [Psychologisch ganz ungünstiger Einstieg, bitte umformulieren. IZ (innerer Zensor)] Das hat sich geringfügig geändert. Kürzlich bat man mich sogar um einen Gastbeitrag für www.sheng-fui.de , der aber vermutlich nicht publiziert wird, da er den strengen Ansprüchen der ChefredakteurInnen nicht entspricht. Denk’ ich mal.

Einfühlungsvermögen und psychologisches Feingefühl gehören bekanntlich nicht zu meinen Wesenszügen, aber ich bin überzeugt, ihr habt davon umso mehr. Könnt ihr euch eigentlich annäherungsweise in meine Lage versetzen? Tag für Tag rücke ich aus in den Steinbruch der Worte, meißele dort mit blutenden Händen schrundige Löcher für Sprengladungen in den spröden Fels, schwitze in sengender Sonnenglut und friere im eisigen Novemberwind, einsam und hungrig. Irgendwann kommt der herbeigesehnte Moment, die Lunte brennt, es zündet – doch erst wenn sich beißender Rauch und erstickende Staubwolken gelegt haben, wird klar, ob es gelungen ist. Mit Gottes Gnade liegt dann vor mir ein Kapitel, herausgebrochen aus dem dunklen Schoß der Erde, oft auch nur ein dürrer Absatz oder schlimmstenfalls ein lauer Wortseim, der kaum als Grundlage für eine wässrige Buchstabensuppe taugt. So ist das. [Inflationärer Gebrauch von Adjektiven und Adverbien sind ein Merkmal von Schundliteratur. Reduzieren! IZ]

Ich habe vor einiger Zeit versprochen, dass hier nie wieder hündisch um Kommentare gebettelt wird. Das bleibt auch so. Aber – allerdings nur vorausgesetzt, ihr findet hier ab und an ein paar Sätze, die euch erbauen oder gar erheitert haben – ihr könntet mir einen geringen Dienst erweisen. Gering nur von der Mühe, die euch abverlangt wird, kostbar vom Ergebnis und für mich.

Ich habe einen Traum. Ich träume von bescheidenem Ruhm, möchte das geliebte Perlenschwein einmal beim Bloggeramt auf dem Podest ‚Blog der Woche’ sehen. Ich habe mich dort immerhin schon auf Rang 632 von 2081 hochgestrampelt, aber es fehlen Bewertungen. Nur ein Leser hat mich dort als Favorit gelistet und ich gestehe, ich bin es selbst. Keine Freunde, keine Bewertungen, kein ‚Blog der Woche’ – so einfach ist das.

All jene, die milden Herzens sind, nutzen in einer ruhigen Minute (oder besser jetzt sofort) den hier eingefügten Link und tragen so zu meinem Lebensglücke bei. Keine Registrierung notwendig. Seid Juroren, hart und gerecht, kommentiert dort sogar, was euch auf den Nägeln brennt. Klickt unbedingt auf ► zu deinen Favoriten hinzufügen und ► vorschlagen zum Blog der Woche. Wenn ihr wollt. Oder, besser noch, egal ob ihr wollt. Wo? Na so ziemlich bis Mitte runterscrollen, in dem türkisblauen Balken, über den Kommentaren, rechts vom Fester ‘Bewerten’. Findet ihr schon. Stellt euch bitte nicht so dusselig an dümmer als ihr seid naiv.

http://www.bloggeramt.de/blogverzeichnis/1506/perlenschwein.html

Den anderen will ich hier nicht drohen. Es ist aber möglich, dass ihr demnächst mal eine Mail bekommt, in der ich euch unterwürfigst bitte, meinem Herzenswunsche zu entsprechen. Oder dass ich die Schreiberei hier einfach einstelle. Versuchen kann man’s ja mal.

Mit wärmsten Grüßen, ein hoffnungsvoller Steinbrecher.

 

Veröffentlicht in Perlenschwein | 6 Kommentare »

Diagnose: Akute Marlenitis

Geschrieben von Johannis am 6. April 2008 um 15:45 Uhr

Wer hätte denn gedacht, dass die Buchstaben marlen727@googlemail.com meinen Blog mal so nach vorne bringen würden. Da sitzt man und stochert im Nebel oder brütet Tage und Nächte wie im Fieber, hat den literarischen Ochsen in sich schon zum Greifen nah, will ihn endlich bei den Hörnern packen und über offenem Feuer rösten, auf dass sein köstliches Fleisch die Hungernden labet und erquicket – und dann so was. Eine läppische Story über Spam von einer Person, von der wir nur eines sicher wissen: Sie hat kein goldblondes Haar bis zum Arsch zu den schmalen Hüften. Wohl eher Bartstoppeln und einen Bierbauch. Egal.

Mein Personal Coach, der sich natürlich auch um meine Außenwirkung kümmert, hatte mir eindringlich von dem Thema abgeraten. Wenn er mir jetzt mit irgendeiner oberschlauen Scheiße leicht abwegigen Ratschlägen kommt, lege ich nur leise lächelnd den Ausdruck meiner neuesten Statistik auf den Tisch und schiebe meist noch die Schachtel Kleenex hinterher. Zum Tränentrocknen. Der Traffic auf meinem Blog ist ja wohl so was von explodiert, ich bekomme schon Angebote von McDonalds und Beate Uhse, ob ich bezahlte Werbebanner schalten möchte. Möchte ich natürlich nicht, werde nie Kunst und Wahrheit dem Kommerz preisgeben. Zumindest nicht so billig.

Um der Gemeinde von Gefoppten und Einsamen die gebührende Solidarität zu beweisen habe ich folgendes getan:

1. Ich habe stundenlang das Netz durchforstet, um Marlens Identität zu lüften. Das magere Ergebnis seht ihr unten.

2. Ich habe mich beim Hamburger Datingportal www.datingcafe.de beschwert und im Namen aller Gehörnten und Genasführten energisch nach Aufklärung verlangt. Man wollte mich erst mit wahrhaft wachsweichen Wischiwaschiphrasen abgespeisen – aber nicht mit mir, nicht mit mir, liebe Freunde! Mittlerweile bestehen Kontakte zu den Büros der Bundesbeauftragten für den Datenschutz in Bonn und zum Hamburger Datenschutzbeauftragten. Wir lassen uns nicht veräppeln!

Die Fritzen Ischen vom Datingcafe baten um 1-2 Werktage Frist, die am Montag abläuft. Ab dann wird zurückgeschossen. Und wir sollten uns an der Kampagne für die Tibeter ein Beispiel nehmen, denn nur gemeinsam sind wir stark. Zu einer Unterschriftensammlung mit Übergabe beim finnischen Generalkonsulat will ich trotz des Bochumer Nokia-Skandals vorerst noch nicht aufrufen, lasst uns beherrscht und gelassen reagieren. Andererseits halte ich es für durchaus legitim die bekannte Adresse von Marlen mit verseuchten Mails einzudecken. Wenn also unter euch ein IT-Begabter ist oder jemand ’nen neuen Trojanerbaukasten downloaden möchte, lasst es mich wissen. Wir sind schließlich keine Memmen, die ängstlich vor dem Flachbildschirm kauern, oder etwa doch!?

Nun die Bilder, die zum Teil von anderen Opfern der Lug- und Trugmasche unserer blonden Phantomfinnin bereitgestellt wurden. Dafür besten Dank!

Das schockierendste Zeugnis der Verderbtheit (ganz unten) legt allerdings nahe, dass Marlen sich (zumindest im Gesicht) nicht rasieren muss, sondern vor etwa eineinhalb Jahren (man beachte die Haarlänge) in einem Erotik- und Dominastudio in einer Stadt in Sachsen gearbeitet hat. Aus Rücksicht auf ihre steuerzahlenden und mehrheitlich deutschen Kolleginnen will ich nicht weiter ins Detail gehen, versichere euch aber, dass ich äußerst sorgfältig recherchiert habe. Und verspreche euch eines: Das ist noch nicht das Ende!

Vom Text natürlich schon. [Hinweis an all jene Marlenitis-Kranken, die bereits durch ihre überaus geistvollen Kommentare bewiesen haben, dass sie ganz heiße Kandidaten für den nächsten Nobelpreis in Physik oder Literatur sind. (musste das jetzt wieder sein, Johannis?)]

10.jpg14.jpg

marlen2.jpg15.jpg

marlen3.jpg

marlen.jpg

Nachgeliefert von Martin hier noch zweimal Marlen:

17.jpg20.jpg
Und Timi schickt jetzt noch dieses verspätete Osterkörbchen:

4.jpg

Ob sie es wirklich ist? Schade, wenn ja.

marlen-studio.jpg

 

 

Veröffentlicht in Perlenschwein | 9 Kommentare »

I love Barack Obama

Geschrieben von Johannis am 5. April 2008 um 18:16 Uhr

Nach all dem albernen Zeug um eine angebliche Finnin muss ich nun mal wieder meine journalistische Pflicht erfüllen, denn dies ist auch ein ernsthaftes Portal zur Meinungsbildung. Gestern habe ich zum ersten Mal in meinem Leben und absolut freiwillig eine fast vierzigminütige Rede eines Politikers bis zum Ende verfolgt. Bei miserabler Bildqualität. Auf youtube. Und empfehle dies allen, die der englischen Sprache kundig sind, dringend zur Nachahmung. 4 Millionen haben’s schon getan.

Es ist die Rede des nächsten Präsidenten der USA, gehalten am 18. März im Constitution Center von Philadelphia. In meinen Augen ist er das nämlich. Anlass waren eine Reihe kontroverser Äußerungen eines Pastors, dessen Kirche Barack angehörte, und der sich auch kritisch zum Thema Rassismus in den Staaten ausgelassen hat. Obama legt in der Rede die Finger in eine Wunde, die seit der Ermordung von Dr. Martin Luther King nicht verheilt ist, und spricht dabei in erfrischender Offenheit über sich und seine Familie, aber auch über die USA des Jahres 2008.

Am meisten beeindruckt hat mich die Tatsache, das der Mann 37 Minuten vollkommen frei, absolut druckreif und ohne jeden Versprecher redete. Dagegen sieht G. W. Bush aus wie ein Aushilfskomparse, Ede Stoiber wie schlecht erfunden.

Barack Obama hat auch Bücher geschrieben, was ihn mir natürlich noch dichter ans Herz rücken lässt. In meinem Beitrag Schlampe oder Nigger habe ich im Februar über seine Chancen spekuliert. Wenn er die Wahl gewinnt, hat die USA endlich wieder einen integren, charismatischen Mann an der Spitze, und ich hoffe sehr darauf.

Allerdings befürchte ich, dass Barack Obama dann der nächste amerikanische Präsident sein wird, der einem Attentat zum Opfer fällt. Männer wie er werden nicht alt – die Wahrheit auszusprechen und schwarz zu sein, ist fast schon die Garantie für eine tödliche Kugel.

Hoffentlich liege ich damit falsch. Schaut euch das Video an, es ist jede Minute wert.

Veröffentlicht in Perlenschwein | Kommentar schreiben »

Bin ich der neue Messias?

Geschrieben von Johannis am 4. April 2008 um 08:45 Uhr

Ich gestehe, ich habe gesündigt. Gegen meine eigenen Prinzipien. An alle, die mich als eisenharten Atheisten kennen, der jedweder Spiritualität und natürlich auch der Esoterik abgeschworen hat, an dieser Stelle meine aufrichtige Bitte um Verzeihung. Ich habe gebetet. Nur ganz kurz. Aber es hat gewirkt.

Gestern, im Radio lief der achtundsechzigste Akt des unwürdigen Geeieres um die Biospritverordnung, entrang sich meiner Brust der Frontalaufprallseufzer „Oh Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!“ Hier in Dortmund sind Straßen, Dächer und Vorgärten zwar genauso sauber oder dreckig wie sonst, aber was durften meine Ohren eben vernehmen? Unser aller Umweltminister Sieghart Siechfit Sigmar Gabriel, Namensvetter des bekannten Erzengels, hat endlich verstanden, ist offenbar über Nacht von Gottes weiser Stimme für die rechte Sicht der Dinge erweckt worden. Gebete wirken! Meine jedenfalls.

Um meine Einspritzanlage mach ich mir keine Sorge (die vom Passat meine ich), sondern bin fundamental gegen den ganzen Biospritmist. Wozu Mais, Weizen, Soja verspritten, wenn weltweit Menschen hungern und es doch nur den Multis nützt, nicht aber (oder nur minimal) dem Klima. Alles Idiotie. Spart einfach Sprit, kauft kleinere Autos, fahrt auch mal mit dem Rad, kocht zuhause (ja, auch komplizierte Gerichte wie Pizza Funghi kann man mit etwas Übung selbst herstellen), und stellt euch – wenn sonst nix hilft – ab und an ohne Schirm und Mütze nach draußen. Wer weiß, wann Gott es wieder tut, auf meine Bitte. Auch du könntest vielleicht ein bisschen mehr Hirn vertragen. Nein, du nicht, du bist mir schon viel zu schlau!

So, bevor ich mich jetzt den wirklichen Aufgaben und meinem Tagewerk zuwende, mein messianisches Angebot (das hat nix mit alte-Zeitungen-nicht-wegschmeißen-können und völlig verkramten Schränken/Kellern/Abstellräumen zu tun, du Doofie!) an die ständig wachsende Gefolgschaft:

Hast du einen Herzenswunsch und möchtest, dass ich für dich bete? Schick eine Mail an die bekannte Adresse oder schreib’ deinen Wunsch gleich hier als Kommentar auf, und ich tue was ich kann. Versprochen!

Aber bitte nur ernst gemeintes Zeug und keinen Profankram. Schlechtes Beispiel: Bitte mach, dass Sybille genug Klangschalen in Venustonstimmung mitbringt. Gutes Beispiel: Lass gleichzeitig und weltweit alle Burkhas durchsichtig werden!

Soviel für heute. Keep on praying, folks!

 

Veröffentlicht in Perlenschwein | 3 Kommentare »

Schlappschwanzbonus

Geschrieben von Johannis am 2. April 2008 um 15:38 Uhr

Nie hätte ich gedacht, dass es mich mal so packen würde. Also mit dem Bloggen und so. Obwohl ich ja immer noch viele Fehler mache. Vor allem mit der Selbstdarstellung. Deshalb hab ich heute eine Audio-CD bestellt, Business-Psychologie. Da wird das erklärt, also wie man’s richtig macht. Verkehrt kann ich schon.

Heiße Tränen strömten über mein Gesicht, als ich kürzlich Mail von einem anderen, deutlich erfahreneren Blogger (wir wollen ich hier mal spaßeshalber Lorenz nennen, der wirkliche Name tut nix zur Sache) erhielt, der mich allen Ernstes vor finsteren Mächten warnte, die es auf mich abgesehen haben könnten. Abmahnungskanzleien. Fiese Zecken im Pelz der Net-Community Durchaus legal arbeitende Juristen, die die Rechte von Fotografen und anderen Kulturschaffenden dadurch beschützen, dass sie unbedarfte Menschen wie mich zum Vorzugspreis von mindestens siebenhundertplus Öhrchen zurück auf den Pfad der Tugend lenken. Ist doch billig!

Deshalb habe ich jetzt alle Bilder, für die ich keine Rechte besitze, von der Seite entfernt und durch Links (Rechts hatte ich leider nicht) ersetzt. Bei ‚Stunksucht’ und ‚Rotierender Leichnam’ hab ich mich über die Maßen angestrengt und entweder selbst gezeichnet (Danke, Friedrich Karl Waechter für die Inspiration) oder ein neues Bild komponiert. Ich bin vergleichsweise zuversichtlich, dass ich in diesen zwei Fällen die hoch liegende Latte für geforderte Gestaltungshöhe locker übersprungen habe, und somit dem werten Publikum ein eigenes Werk zur Ansicht bringe.

Wirklich nachdenklich macht mich allerdings folgende Tatsache: Trotz all meiner Anstrengungen, mich hier als hassenswertes Quadratarschloch echt unangenehmen Zeitgenossen zu gerieren, bringt man mir offenbar immer noch eine gewisse Restsympathie entgegen. Wie sonst ist es zu erklären, dass Lorenz (oder wie er heißt) mich fürsorglich warnt, anstatt mich anzuschwärzen und sich die Kohle mit einem abgezockten Rechtsverdreher gewissenhaften Urheberrechtsschützer zu teilen? Und was ist mit Marlen? Die kriegt es hier verbal permanent in nahezu alle verfügbaren Körperöffnungen, lässt sich aber nicht unterkriegen, will mich zur wahren Liebe bekehren. Toll. Danke!

Ich denk jetzt erstmal eine Weile nach und sammele mich. Sonst mach ich euch hier bald den Michael Jackson für Arme. Vor wegen „I love you all“ und so. Nicht die Sache mit dem Affen. Oder den Kindern recht jungen Menschen. Mal seh’n, Marlen ist ja schon 26.

Finis.

Veröffentlicht in Perlenschwein | Kommentar schreiben »