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Archiv für April, 2008

E-Mail von Gott

Geschrieben von Johannis am 16. April 2008 um 17:59 Uhr

Diese Nachricht bekam ich am Dienstag. Mir fällt dazu nichts ein, bin sprachlos. Kann sein, dass ich in Zukunft weniger blogge, weil die Beterei viel Zeit verschlingt. Nicht böse sein. Gesegnete Mahlzeit, euer Johannis

—– Original Message —–

From: “HE” <He.Himself@heaven.org>

To: <du@kassandrus.de>

Sent: Tuesday, April 15, 2008 3:24 AM

Subject: Gebete

Lieber Johannis,

Mit Interesse habe ich festgestellt, dass du dich in letzter Zeit wiederholt an mich gewandt hast. Das freut mich besonders, weil du doch bereits 1977 aus der Kirche ausgetreten bist, was aber in Anbetracht deines eher geringen Steueraufkommens kein großer Verlust war. Schön ist auch, dass du dich meist für das Wohl anderer Menschen einsetzt, anstatt eigennützige Gebete zu sprechen. Die Brünette ist leider noch in Arbeit.

Lass mich dir unsere Vorgehensweise erläutern. Gebete werden strikt in der Reihenfolge ihres Eintreffens bearbeitet, daher kommt es bei der Erfüllung immer wieder zu Verzögerungen. Dies bedaure ich, aber unser Prayer-Centre ist rund um die Uhr auf allen Plätzen besetzt, sogar sonntags. Eingehende Gebete werden vorsortiert und dann bearbeitet, wobei allerdings auch eure Flüche und Verwünschungen bei uns ankommen.

Das ist auch der Grund, weshalb ich mich heute direkt an dich wende. Du hast am Sonntag wiederholt für Silvio Berlusconi gebetet. Wenn wir das korrekt aufgezeichnet haben, wünscht du, dass ihm Schwanz und Eier verdorren und abfallen mögen. Die Abteilung Voodoo und Verwandtes hat mich deshalb informiert. Gestern gegen 16:47 ging dann bei uns folgende Nachricht ein: „Gott, du seniler alter Sack, du bist ja wohl soooo der Loser! Nix klappt bei dir, aber auch gar nix. Hättest du die korrupte Sau nicht wenigstens mit dioxinverseuchtem Büffelmozzarella vergiften können?“

Dazu möchte ich nur anmerken, dass ich dein Gebet bzgl. Hirnregen auf Robert Mugabe zeitnah erfüllt habe, in Simbabwe finden deshalb nun demnächst Stichwahlen statt. Herr Berlusconi hat sich nach seinem Wahlsieg nicht in der Öffentlichkeit gezeigt, und zwar wegen starker Unterleibsschmerzen. Mozzarella isst er nicht.

Gern bin ich auch in Zukunft wieder in deinem Sinne tätig. Am Schluss noch zwei Tipps. Du musst beim Gebet nicht knien. Gebete auf CD zu brennen und in Endlosschleife abzuspielen erhöht deren Wirksamkeit nicht. Trotzdem, eine schöne Idee.

Alles Gute, dein GOTT 

  

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Pfui, Dalai Lama!

Geschrieben von Johannis am 14. April 2008 um 18:46 Uhr

Tag für Tag erreichen uns neue schockierende Nachrichten aus dem Land des Lächelns. Zu Recht sind die Gastgeber der diesjährigen Olympiade verstimmt und beklagen die hinterhältigen Tricks des Dalai Lama. Der angeblich so friedfertige Mann und Duz-Freund von Richard Gere sitzt in seinem indischen Exil und heckt täglich neue Bosheiten aus. Und die Mönche in Tibet folgen ihm brav und ergeben.

So erfahren wir heute, dass bereits im März etwa 30 Maschinenpistolen in einem tibetischen Kloster gefunden wurden. Aus Taktgefühl und um die angespannte Lage nicht weiter anzuheizen, hatte die Regierung in Peking bis gestern geschwiegen. Aber genug ist genug!

Täglich neue Sprengstofffunde, Mönche die sich an der Kalaschnikow und im Handgranatenweitwurf trainieren lassen, schwanzwedelnde Tibetterrier, die zu lebenden Bomben abgerichtet werden – was kommt als nächstes? Wann wird Bin Laden den radikalen Mönchen seine Hilfe anbieten? Geht die Achse des Bösen jetzt mitten durch Lhasa?

Persönlich bin ich tief enttäuscht, hatte schließlich selbst mehrfach Kontakt zu dem Mann in der roten Robe, der seinen täuschend gütigen Blick durch ein klobiges Kassengestell in die Welt wirft. Das ganze Friede-Freude-Gewaltfreizeugs kann offenbar niemand mehr ernst nehmen. Und nun noch das:

Auf dem Parkplatz einer deutschen Discounterkette fotografierte ich heute dieses Plakat. Der Beweis ist erbracht – Buddhisten sind die Antichristen. Der erleuchtungshungrige Westen soll unterwandert werden, um tückisch die teuflische Botschaft unters ach so gutgläubige Volk zu bringen. Nicht nur der Preis von 7,77 € (eine wahrhaft diabolische Zahl, schlimmer noch als 666, bekannt als die Hure Babylons) sondern besonders die satanistische Geste, die der Buddha mit der erhobenen Hand macht, sollten bei uns alle Alarmglocken läuten lassen.

Ich fordere Solidarität mit den aufrechten Chinesen, deren Gastfreundschaft so niederträchtig verhöhnt wird. Vorsicht vor dem Buddha, egal ob in Mönchskutte oder aus hochwertigem Polyresin. Wachsam bleiben!

buddha-satan-web.jpg

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Aphorismenkönig

Geschrieben von Johannis am 13. April 2008 um 10:25 Uhr

Nein, obwohl ich zur Unbescheidenheit neige und eine hohe Meinung von mir habe, bin nicht etwa ich gemeint, sondern Georg Christoph Lichtenberg. Der biss im Februar 1799 zum letzen Mal ins sandige Roggenbrot und dann ins Göttinger Gras, unter dem er und seine Hülle seither liegen. Aber nix gegen Roggenbrot.

Ich hingegen sitze an einem wundervollen Sonntagmorgen im Garten, warm lacht das Himmelslicht, köstlich umfächert mich Blumenduft und die Luft ist erfüllt vom Tirilieren unserer gefiederten Freunde den Tasten, während vorm Fenster Hunde in Rabatten pissen und Autos unter Regen stehen, der auch auf drei dralle Ringeltauben fällt. Am Birnbaum – sicher älter als ich selbst, aber ebenso struppig und verkommen – recken kleine Blütenpuschel ihr scheues Weiß in eine Welt, die darauf – wie in fast jedem Jahr – mit verspätet klirrenden Nachtfrösten antworten wird. Wahrscheinlich trägt er also wieder keine, wenn auch winz- und holzig geratenen Früchte, die nur Drosseln und Eichhörnchen munden.

So, nach diesem stimmungsvollen Auftakt zurück zu Herrn Lichtenberg. Er hat u. a. den Satz gesagt: ‚Die Dummheiten ändern sich, nur die Dummheit bleibt.’ Schaut man heute nach Italien, so sieht man: Das stimmt nicht! Jetzt in diesem Moment werfen dort lächelnde Menschen ihre Stimmzettel in Urnen, die besser anderweitig verwandt werden sollten. Aber das wäre wohl gegen die Friedhofsordnung. Die Italiener wählen Silvio Berlusconi. Zum dritten Mal. Wahrscheinlich sogar wieder zum Ministerpräsidenten. Unfassbar.

Fast alle Modewellen erreichen uns aus den USA und mit Verspätung. So auch die Glamourwelle. Drüben fingen sie mit Ronald-wo-ist-mein-Pferd-Reagan und Bill-darf-ich-dir-mal-kurz-die-Zigarre-reinstecken-Clinton an, bauten dann mit George-W.-ist-das-Mikro-schon-an-ihr-Schwuchteln-Bush mächtig ab, und schwenken nun um auf die Echtheitsmasche. Kriegt Europa dann so ab 2027. Jetzt haben wir Sarko, den hyperaktiven Möchtegern-Napoleon, und Silvio, den polternden Lustgreis. Zusammen sind sie das Modern Talking der Präsidentenliga. Wenn es dazu kommt.

Ich fürchte schon. Obwohl ich die halbe Nacht vor Bett gekniet und um flächendeckenden, heftigen Hirnregen vom sizilianischen Siracusa bis hinauf zum Aostatal gebetet habe. Aber Gott ist müde, überfordert, keine verlässliche Adresse. Trösten kann mich nur der Gedanke, dass Regierungen in Italien etwa so lange im Amt bleiben, wie die neueste Ausgabe der Penthouse im verqualmten Sozialraum einer Brandenburger Autowerkstatt liegt. Ein gutes Jahr im Schnitt.

Ich werde auch in dieser Nacht wieder beten, denn die Wahl endet erst morgen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sie liegt aber schon seit Längerem auf der Intensivstation. All jenen, denen dieser Beitrag nun wieder zu miesepeterig und nicht erbaulich genug war, empfehle ich einen Besuch in den Servicezentren des Glaubens, erkennbar am Kreuz auf dem meist mächtig spitzen Giebel. Sonntags geöffnet. Alternativ noch mal Lichtenberg: ‚Nichts kann mehr zur Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.’

Amen.

 

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Marlenitis chronifiziert

Geschrieben von Johannis am 11. April 2008 um 22:33 Uhr

Werte Marlenitis-Patienten!

Es hat sich unter euch ein unheilvoller Wettstreit um die Gunst einer höchstwahrscheinlich fiesgemein durchtriebenen Person mit dem Pseudonym Marlen entwickelt. Das macht mir Sorgen. Jeder glaubt, er wird der Einzige, der Auserwählte sein – aber Bananenpustekuchen, nix is’, auf diesem Holzweg seid ihr mehr als wie hundertzentig schief gewickelt.

Es gibt gewisse Regeln, die das Zurechtfinden in der verwirrenden Welt der Weiblichkeit erleichtern. Dazu gehört a) trau keinen Blondinen mit pinkfarbenem oder echt blassem Lipstick und b) Finger weg von magersüchtigen Elsen. Zwei Gründe mehr, dies Jahr nicht nach Finnland zu fliegen und auch keinen Besuch von dort zu akzeptieren. Dann doch lieber Tatyana, die ist zwar nur einsfuffzig groß, aber wenigstens nicht verhungert. Aber was red’ ich, schlau werden müsst ihr selber, mir glaubt eh keiner.

Wie versprochen hier nun die neuesten Bilder von Marlen, einmal prostet sie mit leicht diabolischem Lächeln dem zukünftigen Gatten zu, und dann der Beweis, dass man 52 Kilogramm Frischfleisch ganz leicht über 176 Zentimeter Körpergröße verteilen kann. Und zum Kontrast die Russin, deren Mails aus Portugal kommen und eine deutsche Adresse als return-path haben. Ihren Brief könnt ihr unter Kommentar Nr. 73 (jawoll, no kidding!) im Erstbeitrag Plattonnische Libe lesen.

Jungs, viel Spaß noch, mich könnt ihr bei der Marlen-Hatz als Konkurrenten abhaken, ich hab seit vier Jahren eine nahezu unheilbare Blondinenallergie. Fällt mir der von gestern ein (Vera Deckers, Nightwash), von wegen Literaturnähe:

Kommt ’ne Blondine in eine Bibliothek und kräht: „Eine Currywurst und einmal Pommes rotweiß!“ Sagt der Bibliothekar: „Entschuldigen Sie, aber das ist hier eine Bibliothek.“ Flüstert sie: „Tut mir leid, eine Currywurst und einmal Pommes rotweiß!“

Macht et jut.

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tatyana.jpg

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Fitna, Fatwa und Fatima

Geschrieben von Johannis am 9. April 2008 um 22:02 Uhr

Diese Tage – während weltweit im Zeichen der verschränkten Handschellen ängstliche Menschen in chicen Trikots mit Fackeln und eingeklemmt zwischen Polizeikonvois ihr Feuerchen tragen, sich beschimpfen lassen und schlimmstenfalls im Bus mitfahren müssen – eignen sich im Grunde nicht besonders gut für die populistische Muslimenhetze. Vor allem, wo ich gestern Fotos aus Istanbul sah – bärtige Männer protestieren für Tibet. Toll. Und mich am Samstag echt gut mit Burhan aus meinem türkischen Gemüseladen über Barack Obama unterhalten habe. Burhan kann fließend Deutsch und hat das Video gesehen. Krass, Alter, die Kanacken! Man kann sich auch auf nix mehr verlassen.

Trotzdem muss ich abseits vom Mainstream aktuelle Themen verfolgen, auch wenn die meisten hier nur in der Hoffnung auf neue Bilder von Marlen reinklicken. Heute geht es also um Holländer. Sind ja im Grunde nicht verkehrt, locker mit der Kifferei, keine Vorhänge am Fenster, bisschen sehr plattes Land und echt viel Käse, aber sonst fast wie wir. Politisch oft schon etwas weiter. Der Liberalismus ist da mittlerweile ziemlich out, und Leute wie Theo van Gogh, Geert Wilders und Rita Verdonk stehen im Rampenlicht. Okay, Theo nicht mehr.

Rita besitzt zwar die Ausstrahlung eines frühpensionierten Serienstars aus einem billigen Remake der Schwarzwaldklinik, hat aber jetzt unter dem Slogan ‚Trots op Nederland’ die Online-Basisdemokratie erfunden. Nein, das heißt nicht ‚Trottel aus Holland’. Es kann nicht lange dauern, bis Roland Koch mit einer Bewegung ‚Stolz auf Deutschland’ nachzieht. Und wir dürfen online abstimmen, ob alle Ausländer auf einmal ausgewiesen werden, oder in drei Wellen. Mal so als Beispiel. Ich bin für drei Wellen.

Findet ihr nicht eigentlich auch, dass bei den meisten Menschen schon die Visage verrät, woran man ist? Was ist Geert Wilders wohl für ein Typ? Würde man dem einen gebrauchten Golf III, Baujahr 1995 mit 172.000 km abkaufen? Also, wenn man theoretisch Golf fahren würde? Hier zwei Bildbeispiele zur Charakterstudie. Dagegen find ich Osama richtig nett. Sensibel eben. Kummervoll. Ein Beispiel. (Bilder wg. Unsicherheiten bzgl. der Fotorechte durch Links ersetzt.)

fotodummy.jpgfotodummy.jpg

http://www.nd.nl/Image.aspx?image=8662

http://www.maxpam.nl/wp-content/uploads/2007/09/Geert%20Wilders.jpg

fotodummy.jpg

http://msnbcmedia3.msn.com/j/msnbc/Components/Photos/070104/070104_osama_vlrg_8a.widec.jpg

Den Skandalfilm ‚Fitna’ hab ich mir auch angesehen und will ihn euch nicht vorenthalten, er nervt aber ziemlich. Saublöd-schwülstige Musik, miese Bildmontage, billig gemachte Polemik. Aber ein bis drei Körnchen Wahrheit sind drin. Selber kucken? Bitte sehr.

Vorher aber noch ein Hinweis. Den anderen Aufreger-Film ‚Submission Islam’ finde ich deutlich eindrucksvoller. Deswegen wurde Theo van Gogh von einem holländischen Marokkaner erstochen, der öffentlich sagt, er würde es jederzeit wieder tun. Und Ayaan Hirsi Ali lebt nun in den USA, die – wie die EU – keine Lust haben, ihren Personenschutz zu bezahlen. Wenn ich es schaffe, mich irgendwann auch mal so unbeliebt zu machen, wird es mir wohl ebenso gehen. Vielleicht liest der Wallraff dann vor einer Kölner Moschee aus meinen Büchern. Oder ist schon tot. Egal. Also nicht seinetwegen, der ist nicht verkehrt.

Den Film kann man – anders als Fitna – nicht mehr am Stück und mit Ton runterladen, aber hier ankucken. (Dauert ‘nen Moment, bis er läuft, aber bei youtube war er plötzlich verschwunden!) Wahrscheinlich hat die Gleichstellungsbeauftragte von al Qaida ihre Hacker drangesetzt und den Server abgeschossen. Das wird Geerts Filmchen wohl auch drohen, dauert aber noch. Die Araber sind eben nicht so schnell. Bei den Mohammed-Karikaturen haben sie damals ja auch fast ein halbes Jahr gebraucht, um sich richtig aufzuregen. Oder sie warten ab bis nach Olympia. Schlau, die Kameltreiber.

So, genuch! Die Marlenitis-Kranken finden so’n Zeuch sowieso voll langweilig. Oder versteh’n nicht alles. Autsch. Tschüss.


Watch Fitna von Geert Wilders in Bildung & Gewusst wie  |  View More Free Videos Online at Veoh.com

 


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